Yair Klartag: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Yair Klartag''' (* 1985) ist ein [[Israel|israelischer]] Komponist und lebt und arbeitet in Tel Aviv.  
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'''Yair Klartag''' (* 1985) ist ein [[Israel|israelischer]] Komponist und lebt und arbeitet in Tel Aviv. Seit er dreizehn Jahre alt ist, spielt er Klavier, mit fünfzehn erhielt er Kompositionsunterricht bei Michael Shenhav. Er studierte bei Ruben Seroussi (2006-2009) und Georg Friedrich Haas (ab 2010). Er hat Meisterklassen bei Chaya Czernowin, [[Ferneyhough für Anfänger|Brian Ferneyhough]], Mark Andre, Beat Furrer, Rebecca Saunders, Pierluigi Billone, Steven Takasugi und Hector Parra besucht.<ref>Profil [https://music.columbia.edu/bios/yair-klartag] bei der ''Columbia University''</ref> Klartag erhielt viele Auszeichnungen und Stipendien, seine Musik wird von diversen Ensembles weltweit aufgeführt.
  
 
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„''Wenn Yair Klartag – wie in nothing to express – die E-Gitarre ins Spiel bringt und das Streichquartett mit technoiden, sinustonartigen Sounds infiziert, hat dieses Zusammentreffen so gar nichts Gewolltes. Kein demonstrativer Brückenschlag zwischen [[Popkultur|Pop-]] und Hochkultur, kein [[Crossover]], nicht einmal exotisch klingt die E-Gitarre im Kreis der vier Streicher. Es ist ein eigenes, neues Idiom, das hier entsteht. Die glatten, morseartigen Signale der Gitarre treffen auf den geräuschhaft verschmutzten Sound des klassischen Quartetts. Ganz kurz gibt die E-Gitarre zu erkennen, woher sie stammt. Ein schnelles [[Glissando]], ein bratziger Sound. Doch im Grunde ist nicht klar, wer hier wen infiziert. Mit nothing to express hat ''[Klartag]'' eine Musik geschaffen, in der die Instrumente so selbstverständlich koexistieren, als hätte sie nie ein kultureller Graben getrennt. ''[...]'' Was passt in die gängige Ästhetik und was nicht? Was nehmen wir als normal hin, fragte sich der Komponist auch, als er 2014 in einem Café im Trendviertel von Tel Aviv den Raketen am Himmel zusah, während er über sein nächstes Stück nachdachte. In eben diesem Werk, A Villa in the Jungle, versucht er der paradoxen Situation kompositorisch Ausdruck zu verleihen. Der altmodische Begriff des ‚Ausdrucks‘ beschäftigt Yair Klartag nicht nur in Werktiteln und Kommentaren, in denen er oft auf Samuel Beckett Bezug nimmt.  Auch Nothing to express ist so ein Beckett-Zitat. Es beschreibt die paradoxe Reaktion auf eine Kunst, die ihrer selbst überdrüssig geworden ist.''“<ref>Martina Seeber – ''Die Leere füllen'' (2017) [http://www.berliner-kuenstlerprogramm.de/de/gast.php?id=1328&p=1] Interpretation der beiden hier eingebetteten [[Stück (Musik)|Stücke]] beim ''berliner-kuenstlerprogramm.de''</ref> In seinen Kompositionen verwendet Klartag gern das [[Metrum|Metronom]] als Klangquelle.
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== Einzelnachweise ==
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<references />
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
  
 
*Homepage [http://yairklartag.com/] bei ''yairklartag.com''
 
*Homepage [http://yairklartag.com/] bei ''yairklartag.com''
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*f.d. leone – ''Yair Klartag: creating sonic metaphors of our inability to communicate'' (2018) [https://fdleone.com/2018/02/06/yair-klartag-creating-sonic-metaphors-of-our-inability-to-communicate/] bei ''fdleone.com''
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*Yair Klartag – ''Polychronization'' (2015) [https://www.youtube.com/watch?v=-o-BNaLzG_4&feature=emb_logo] mit Partitur bei ''Youtube''
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Links im Juni 2020.
  
 
[[Kategorie: Bands und Künstler]]
 
[[Kategorie: Bands und Künstler]]
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[[Kategorie: Neue Musik]]

Aktuelle Version vom 5. September 2020, 07:30 Uhr

Yair Klartag (* 1985) ist ein israelischer Komponist und lebt und arbeitet in Tel Aviv. Seit er dreizehn Jahre alt ist, spielt er Klavier, mit fünfzehn erhielt er Kompositionsunterricht bei Michael Shenhav. Er studierte bei Ruben Seroussi (2006-2009) und Georg Friedrich Haas (ab 2010). Er hat Meisterklassen bei Chaya Czernowin, Brian Ferneyhough, Mark Andre, Beat Furrer, Rebecca Saunders, Pierluigi Billone, Steven Takasugi und Hector Parra besucht.[1] Klartag erhielt viele Auszeichnungen und Stipendien, seine Musik wird von diversen Ensembles weltweit aufgeführt.

2014           2015

Wenn Yair Klartag – wie in nothing to express – die E-Gitarre ins Spiel bringt und das Streichquartett mit technoiden, sinustonartigen Sounds infiziert, hat dieses Zusammentreffen so gar nichts Gewolltes. Kein demonstrativer Brückenschlag zwischen Pop- und Hochkultur, kein Crossover, nicht einmal exotisch klingt die E-Gitarre im Kreis der vier Streicher. Es ist ein eigenes, neues Idiom, das hier entsteht. Die glatten, morseartigen Signale der Gitarre treffen auf den geräuschhaft verschmutzten Sound des klassischen Quartetts. Ganz kurz gibt die E-Gitarre zu erkennen, woher sie stammt. Ein schnelles Glissando, ein bratziger Sound. Doch im Grunde ist nicht klar, wer hier wen infiziert. Mit nothing to express hat [Klartag] eine Musik geschaffen, in der die Instrumente so selbstverständlich koexistieren, als hätte sie nie ein kultureller Graben getrennt. [...] Was passt in die gängige Ästhetik und was nicht? Was nehmen wir als normal hin, fragte sich der Komponist auch, als er 2014 in einem Café im Trendviertel von Tel Aviv den Raketen am Himmel zusah, während er über sein nächstes Stück nachdachte. In eben diesem Werk, A Villa in the Jungle, versucht er der paradoxen Situation kompositorisch Ausdruck zu verleihen. Der altmodische Begriff des ‚Ausdrucks‘ beschäftigt Yair Klartag nicht nur in Werktiteln und Kommentaren, in denen er oft auf Samuel Beckett Bezug nimmt. Auch Nothing to express ist so ein Beckett-Zitat. Es beschreibt die paradoxe Reaktion auf eine Kunst, die ihrer selbst überdrüssig geworden ist.[2] In seinen Kompositionen verwendet Klartag gern das Metronom als Klangquelle.

Einzelnachweise

  1. Profil [1] bei der Columbia University
  2. Martina Seeber – Die Leere füllen (2017) [2] Interpretation der beiden hier eingebetteten Stücke beim berliner-kuenstlerprogramm.de

Weblinks

  • Homepage [3] bei yairklartag.com
  • f.d. leone – Yair Klartag: creating sonic metaphors of our inability to communicate (2018) [4] bei fdleone.com
  • Yair Klartag – Polychronization (2015) [5] mit Partitur bei Youtube

Links im Juni 2020.