Post-Grunge

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Abgrenzung
Ursprünge: Grunge, Hardrock, Pop
Herkunft: USA
Zeitraum: seit ca. 1994
Anders als: Indie-Rock

Unter Post-Grunge versteht man eine Spielart des Alternative Rock, der in den Jahren nach der ersten Grunge-Explosion aufkam und eine geglättete Form des ursprünglichen Grunge darstellt.

Einführung und Geschichte

Der ursprüngliche Grunge war im Seattle der mittleren bis späten 1980er Jahre mit Bands wie Soundgarden, Green River/Mudhoney, Malfunkshun oder Melvins aufgekommen und hatte seinen Sound aus unterschiedlich gemischten Elementen aus Punk, Metal, Hardcore, Hardrock, Garagenrock und Noiserock bezogen. Mit dem Mainstreamerfolg von Nirvana, Pearl Jam und Alice in Chains, deren Alben seit Nirvanas "Nevermind" plötzlich Millionen Einheiten verkauften, war der Seattle-Sound plötzlich zur neuen Referenz in der Rockmusik geworden, und seit etwa 1992 – dem Jahr des großen Grunge- und Seattle-Hypes – sprossen überall auf der Welt Bands aus der Erde, die den "Big Four" klanglich und vor allem kommerziell nachzueifern versuchten. Zu den ersten Acts, die in der Post-"Nevermind"-Ära aufkamen, zählten die Stone Temple Pilots aus Kalifornien sowie Candlebox aus Seattle, deren Debütalben 1992 erschienen und ebenfalls Millionenseller wurden. Dabei bedienten sich die Gruppen zwar der latent abgerockten Ästhetik des Grunge, waren soundmäßig allerdings deutlich eher in der eingängigen Hardrock-Ecke einzuordnen als die zumindest noch teilweise im Punk verorteten Vorbilder.

Als Kurt Cobain 1994 starb, hatten viele Grunge-Bands der ersten Stunde ihren Sound unter dem Eindruck von Kommerzialisierung und Hype bereits verändert oder waren durch Drogeneinfluss stark geschwächt. Da der Bedarf in der Hörerschaft nach "Original-Grunge-Sound" allerdings weiter vorhanden war, übernahm eine neue Generation von Bands - eben "Post-Grunge" - das Ruder, die erstmals nicht mehr nur aus den USA kamen. Bush aus England und Silverchair aus Australien konnten mit ihren 1995 erschienenen Debütalben "Sixteen Stone" bzw. "Frogstomp" große Verkaufserfolge landen, während auf nordamerikanischem Boden Acts wie Days of the New (deren Debüt von 1997 Platin erhielt), 3 Doors Down, Staind, Puddle of Mudd und die phänomenal erfolgreichen Creed aus Florida sowie Nickelback aus Kanada reüssieren konnten. Um die Dekadenwende zum neuen Jahrtausend war der Post-Grunge eine der dominierenden Stilformen in der Rockmusik, die sich durch introspektive Texte, eingängige Rocksongschemata und oftmals am leicht knödeligen bis rauhen Gesang der Urväter Kurt Cobain, Eddie Vedder und Layne Staley orientierte.

Mit dem Siegeszug von Garage-Punk und anderen neuen Formen alternativer Rockmusik ab etwa 2002 verlor auch der Post-Grunge wieder an Bedeutung, da sich viele Gruppen zerstritten hatten oder mit den Folgewerken zu ihren Debüts deren Verkaufserfolg nicht wiederholen konnten. Einzelne Acts wie etwa Nickelback sind aber auch heute noch erfolgreich, und in den 2010er Jahren besannen sich immer mehr Indie-Bands auf den Sound des Original-Grunge, so dass man hierbei auch von Post-Post-Grunge sprechen könnte (wenn man das denn will).

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands:

Wichtige Alben:

Wichtige Songs

Vorläufer

Wichtige Labels

Weitere Post-Genres

Post- (Präfix), Post-Punk, Post-Techno, Post-Rock, Post-Hardcore, Post-Hip-Hop, Post-Metal, Post-Industrial, Post-Dubstep, Postserielle Musik, Postdigital, Postmoderne, Post-Brit-Pop, Post-Disco