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Phase 1

Brainstorming, Quellen suchen, Zitate zusammensammeln, strukturieren ...

  • Wie steht die Jugend / Musik / Indiekultur, bzw. wie stehen ausgewählte Personen zu bestimmten Politischen Themen (Stchwörter: Beatniks, Hippies, Skinheads, Punks, Black Metal, HipHop).
  • Wie reagiert die Politik / Gesellschaft / Öffentlichkeit) auf Jugendkultur (Stichworte: Mai 68, Demostatus der Loveparade, Tekknivals)?

Quellen

Aus der Wikipedia:

Was mir grad so einfällt:

  • Es lohnt sich, zur Wahl zu gehenThe Roots zu Obama.
  • Das Buch gegen Nazis von der Zeit und der Bundeszentrale für Politische Bildung, bzw. www.netz-gegen-nazis.de herausgegeben. In bezug auf die Musikkultur aber nur begrenzt zu gebrauchen.

Interessante Themenbereiche

  • Hip Hop (Deutschland) – also irgendwo zwischen Freundeskreis und „Schwarz Rot Gold, Hart und Stolz“.
  • Böhse Onkelz – Leute die die Meinung wechseln, oder doch nicht?
  • Sexismus im Rock, Feminismus im Punk.
  • Techno – unpolitisch oder doch nicht? Hedonismus auf der einen Seite, soziales Bewusstsein auf der anderen Seite (UR, 430 West, Detroit Techno Millita).
  • Christentum, Satanismus, Heidentum, Religion und Philosophie in der Musikkultur (Metal, Marilyn Manson, Christian Contemporary Music).
  • Straight Edge.
  • Gewalt und Jugendkultur – Steine gegen Staatsgewalt, Bandenkriege usw.

Brainstorming

Jiddu Krishnamurti. Kein Grund zur Sorge. Hans-Georg Gadamer spricht auch davon, dass Pessimismus unaufrichtig sei. Bevor diesem Brainstorming aber „säkularer Mystizismus“, wie er Jacques Lacan, oder eine diffus-eklektizistische Perspektive mit religiös und politisch motivierten Hintergründen, wie sie den Cro-Mags vorgeworfen wird, vorgeworfen wird, verweise ich auf die Zusammenhänge im Rahmen der Linguistik und Hermeneutik, die das Zentrum der Argumentationen ausmachen. Von der Herkunft her und von den Zielen ist das nah an der Musikästhetik befindlich. Dort freut es einen, wenn überhaupt ein Feedback erfolgt und Geschichte sich sozusagen als wirklich beweist. Gadamer ist aber auch ein Hierarchist, dem entgegengehalten werden kann, dass eine andere Art der Verwirklichung in der Welt eine andere Weise des Scheiterns bedeutet. Mensch kennt weder Geist noch Gott, sondern war ein Fehler. Die restlichen Leichen, die auf der Welt noch herumlaufen, die müssen nur noch begraben werden.

In diesem System geht es dem Einzelnen um nichts anderes, als den Anderen, jeden Anderen, aus dem Weg zu räumen, wenn nicht in Abhängigkeiten und Verstrickungen zu erhalten – den Anschein finanzieller oder emotionaler oder sonstwie gearteter Abhängigkeiten so lange wie möglich und mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten. Wer sich solche Abhängigkeiten vorstellen kann, ist vielleicht froh, die Angelegenheiten gleich mit der Faust auszutragen. Wer über eine Faust nicht verfügt, versucht, das Andere mit Worten niederzumachen, und wer keine Worte mehr hat, für den ist es sicher besser, sich umzubringen. Ein Mittel gegen die Verhältnisse gibt es nicht. Das Schweigen ist der Rede zugeordnet. Wer grinst, ist tot. Nicht das leiseste Lächeln erlaubt, so ernst ist die Situation. Schließlich sind die Hintergründe bekannt.

Der Poststrukturalismus zeichnet sich, neben seinem Floaten ins Konturlose, vielleicht dadurch aus, dass der Eindruck entstehen kann, dass, nicht wie im Strukturalismus die Strukturen gelesen und sinnvoll auseinandergesetzt und verwertet wurden, sondern jeder jetzt plötzlich soweit für seine Sprachgestaltung verantwortlich ist, dass er mit jedem „Papp“ der Drohung gegenübersteht, dass Deutung, Bedeutung, gerade wenn sie abwegig und unvermittelt ist, wie ein Vorbote oder geradezu ein Umstand, eine Restriktion oder ein Leid gleich welches als Menetekel, das, was einen mit dem nächsten Leben erwartet, überschattet. Wie vorsichtig soll ich noch werden? Es fehlt an einer Rekonstitution der Sprache mit Rücksicht darauf, wie überaus komplex die Systemzusammenhänge sind, die Sprachlichkeit von Beginn an erzeugen und ermöglichen und mit wieviel derart komplexen weiteren zum Teil totalitären Systemen Sprache verflochten ist, dass Wendungen möglich erscheinen, die wie der Ruf eines Spatzes wirken mögen, der ein Bücherregal zum Einsturz bringt. Das ist ein Unternehmen, das von heute aus noch fünfhundert Jahre dauert und Zehntausende von Seiten braucht. Dass jeder bis zuletzt seiner eigenen Sprache wieder glauben und vertrauen kann. Ohne so ein Unterfangen droht am Ende aller Geschichten kaum etwas anderes als das Sartresche Gelächter. Das ist ein Spiel, stimmts? Als Spiel ganz schön. Der irrationale Anteil der Vernunft seit Kant erzeugt Widersprüche in der Sprache selbst, die aufgrund des im Grunde toleranten Charakters der Sprache dazu führen können, dass selbst Sprachfeindlichkeit sich in Sprache kleiden kann. Sprachfeindlichkeit ist als unmittelbare Reaktion auf Sprache im Ursprung der Sprachlichkeit entstanden und dauert bis heute unverändert an. Dass Sprache ein Puffer ist, ist damit nicht gesagt. Wer sich mit Ästhetik und Schönheit beschäftigt, wird die Möglichkeiten sehen und nicht den möglichen Schaden seiner Spiele. Der ist apriori mitumrissen. Manchmal habe ich Angst vor meiner eigenen Courage, aber Sprache macht mit mir, was sie will. Das ist ein Satz, den ich irgendwann anfechten wollte. Ich hab nicht die Zeit, mich ständig damit zu beschäftigen, meine Feinde umzuhauen. Ich hab ja auch Textbezug – das muss man berücksichtigen!

Es ist die Frage, ob nicht angseichts der Informationssituationen im Vergleich zu den heutigen weltweiten Vergleichen, die Weltkriege als Kumulationen mehr oder weniger steter Kriegszustände umverstanden werden sollten. Weg von den Anlässen im Einzelnen und hin zu einer Dynamik, die sich aus einer Vielzahl von Kriegzuständen heraus erklärt.

Jugendkultur und Politk ist ein Thema, das so alt ist wie die Jugend und die Politik. Stets nahmen Jugendliche als Subkultur eine Haltung gegenüber Politik und gesellschaftlichen Themen ein, und ebenso stets bezogen Politiker und andere alte Stellung gegenüber den Jugendsubkulturen. Dabei gingen und gehen die Meinungen und Haltungen jeweils sehr weit auseinander.

Kommentar von Mitzi: „dass ich überhaupt noch eine Option für die Welt bin, finde ich ja schon super ... der kleine Junkie hat das auf der akustischen Gitarre auf dem Helmholtzplatz gebracht und das soll erstmal wer schaffen, die Leute, also die Ersten und Letzten da, so zu rühren, dass der ganze Platz für fünf Minuten stillzustehen scheint ...“ Dann wird ein Stück vielleicht gemocht, weil Hördispositionen anderer mitberücksichtigt werden. Ob das überhaupt so angesagt ist, kann hinterfragt werden. Gibt es eine „Verantwortung der Musik?“ Im Mai ist Jens Balzers Buch Pop und Populismus: Über Verantwortung in der Musik erschienen. Das Thema ist 2020 also einigermaßen aktuell.

Eine weitere Schnittstelle der Existentialismus: „Das bedeutete, daß der Sartresche Existentialismus für sich beanspruchte, eine Art Marxsche Theorie des Subjekts zu sein. Hierzu führte kein Weg an der Psychoanalyse vorbei. Um zu begreifen, warum die Einzelnen zu dem geworden waren, was sie sind, bedurfte es der Psychoanalyse: Allein die Psychoanalyse ermöglicht heute ein eingehendes Studium der ersten Versuche, in denen ein Kind noch ganz im Dunkeln tappend – ohne es zu begreifen – die ihm von den Erwachsenen auferlegte gesellschaftliche Rolle spielen sucht; nur die Psychoanalyse kann uns zeigen, wie es an dieser Rolle erstickt, wie es sie abzustreifen versucht oder wie es gänzlich in sie hineinwächst. Und nur sie allein ermöglicht, den ganzen Menschen im Erwachsenen zu finden, d.h., über seine jeweiligen momentanen Bestimmungen hinaus, auch das Gewicht seiner Geschichte. Und es ist völlig abwegig zu glauben, diese Disziplin sei mit dem dialektischen Materialismus unverträglich.”[13] Diese Sätze hätte ebensogut Herbert Marcuse schreiben können. Ihm und Sartre ging es darum, die Schnittstellen zwischen Individuum und Gesellschaft zu verstehen, um sie der Veränderung zugänglich zu machen.“ Sven Oliveira Cavalcanti – Das Subjekt im Marxismus. Berührungen zwischen kritischer Theorie und Sartres Existentialismus. Zum 100. Geburtstag von Jean-Paul Sartre (2005)

Der historische Materialismus oder Sozialismus wird heute von denen vertreten, die das Gedankengut der Kohlearbeiter aus touristischen Ansinnen der deutschen Folklore zuordnen und auf diese Weise nach dem Aussterben der Arbeiterbewegung über die Zeit bringen wollen. Sonst hätten sie, denken sie, nur den Faschismus, dessen Pathos ihn künstlerisch wertlos macht. Der Kommunismus ist im Ursprung zutiefst deutsch, deutsche Folklore. Der Nationalsozialismus ist nicht, wie manche versuchen, das hinzubiegen, auch eine Form von Sozialismus, sondern er ist höchstenfalls ein Antisozialismus. Da besteht Einverständnis, da gehe ich von aus.

Ich bin dagegen, denn – ihr seid dafür

In der Jugend ist man meist irgendwie einfach und prinzipiell dagegen. Gegen die Eltern, die von den ehemligen Fixsternen des Kindsuniversums zu normalsterblichen Menschen werden, gegen den etablierten Kulturbetrieb, der nie genau das bietet, was man eigentlich jetzt und gerade in dem Augenblick will (und auf das man, natürlich, auch ein Anrecht hat), gegen die Polizei, die, wie es scheint, nichts lieber macht, als den Jugendlichen den Spaß zu verderben, gegen die etablierten Politiker, die scheinbar auch nichts auf die Reihe kriegen und eigentlich sowieso gegen alle, die älter als dreißig sind. Diese Protesthaltung der Jugend, die schon auf einem altägptischen Papyrus 2500 vor Christus festgehalten wurde, führt zu verschiedenartigen Verhalten und Meinungen, auch politischer Natur. Aber eins kann ich Dir sagen: Bis Du mich überholt hast, musst Du erstmal Dich selbst überholen, und dann kannst Du Anlauf nehmen. Aber auch dann stehen Deine Chancen schlecht.

Zitate

I can´t get no satisfaction

Da die Gesellschaft den Jugendlichen oft öde, spießig und spaßfeindlich erscheint, ist vieles natürlich gegen den Mief der Spießer gerichtet, was politische Einstellung und Äußerungen der Jugendkulturen anbelangt. Ein Beispiel dafür sind z. B. Drogen, allen Drogen voran natürlich die Volksdroge Nummer zwei der Jugendkultur: Hanf. So gibt es einen großen Konsens unter der Jugendkultur, die über Szenegrenzen hinausgeht, was die Legalisierung von Hanf als Genuss-, Heil- und Rauschmittel anbelangt, auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Dieses Anliegen äußert sich in Smoke-ins (in den Sechzigerjahren), in Demonstrationen, Volksbegehren, zivilem Ungehorsam usw.

Ein anderes Politikum, dass Jugendkulturen immer mal wieder bewegt, sind Räume, in denen sie ihre Kultur leben können, selbstgestaltet, ohne Bevormundung durch Erwachsene Körperschaften. Ein Beispiel für die Erkämpfung solcher Räume ist die Rote Fabrik in Zürich. 1980, als sich die Jugendlichen durch die Stadt übergangen fühlten, führte dieses Bedürfniss nach selbsverwalteten Räumen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Staatsgewalt und führte schlussendlich dazu, dass die Regierung nachgab und die Rote Fabrik seitdem selbstverwaltet wird.

Zitate

This land is your land and this land is my land ...

Spätestens seit mit dem Punk und der Skinheadkultur auch Migranten und deren Erzfeinde, Nazis in die musikalische Öffentlichkeit drängen, ist in der Jugendkultur die Welt nicht mehr ohne Weiteres zu übersehen. Aus dem provokanten tragen eines Hakenkreuzes, dass die ersten Punks noch als Provo zelebrierten, ist tödlicher Ernst geworden, seit das Blood & Honour Netzwerk begann, rechtsgerichtete Bands und Fans weltweit zu koordinieren und so eine rechtsextreme Musik-Jugendkultur erst etablieren konnte. Gleichzeitig rückte die Punkszene, am Anfang eher unpolitisch, zumindest nicht plakativ politisch immer weiter nach links und bezog lautstark und oft auch fauststark Stellung gegen Rassismus. In den Medien etablierte sich, wenn auch völlig versimpliziert, das Bild des linksextremen Punks und des rechtsextremen Skinheads, ein Bild, das der Skinheadkultur nachhaltig geschadet hat, da doch das Gros der Skinbewegung mit Rechtsextremismus genau so wenig am Hut hat, wie mit dem Linksextremismus. Jedenfalls, seit spätestens Mitte der 80iger Jahre ist der Rassismusdiskurs aus der Jugendkultur nicht mehr hinwegzudenken, und verknüpfte die Jugendkultur wieder verstärkt mit politischen Netzwerken.

Every time you drop the bomb you kill the god your child has born

Immer gab es Krieg auf der Welt, und immer bezog auch die Jugend Stellung dazu. Aber erst mit der Massenbewegung der Hippies bekam die Jugend eine öffentliche Plattform, um ihre Meinung über den Krieg in die Öffentlichkeit zu tragen. Dabei spielte es sicher eine Rolle, dass die in den Vietnamkrieg hineingewachsene Generation keinen Sinn im Vietnamkrieg sah, da dieser Krieg zu offensichtlich nur dazu diente, die geopolitische Vormachtstellung der USA zu schützen. Zudem wurden die Gräueltaten des Vietnamkrieges zu offen in den Medien publiziert, als dass Kritik hätte ausbleiben können... Kommt noch die Neuentdeckung Psychedelischer Drogen hinzu, die dem Drogenuser die Lust am Morden oder das Bedürfnis, sich als Held der Nation zu profilieren, nahm und ihnen dafür ein Harmonie- und Friedensbewusstsein eingab. Wie so Vieles, was die Hippies getan haben, bildete diese Antikriegshaltung das Fundament, auf dem sich spätere Jugendkulturen einnisteten, so dass die Antikriegshaltung mehrheitlicher Standard unter den Jugendlichen ist, die in eine Subkultur eingebunden sind.

Ein Gegenpol bildete sich erst in der Metalszene aus, in der Krieg oder der Krieger nicht als schlecht per se angesehen wurden. Weitere Subgenres des Metal gehen bis zu einer reiner Glorifizierung des Krieges, sei es aus einer heroischen Weltsicht heraus oder aus einer nihilistischen. Allerdings ist es fraglich, wieweit diese Glorifizierung des Krieges und des Kampfes bloße Attitüde oder wirklich ernst gemeint war. Einzig im rechtsextremen Flügel der mit dem Metal verknüpfen Musikrichtungen hat sich eine regelrechte Kriegstheologie herausgebildet, die in nichts den nationalsozialistischen oder faschistischen Welteroberungsphantasien zu unterscheiden sind, aus deren „Philosophie“ sie ihre Weltsicht übernahmen.

Den Regler auf zehn am Gleichschaltmodul und die aktuellen Updates vom Medienmogul

Individualität / Konformität ...

Warum wird Rammstein so oft mit Rechtsrock-Attitüden assoziiert!?

Zur Beantwortung dieser Frage muss man viele Aspekte der rammsteinschen Kunst betrachten:

Musikalische Aspekte

  • stampfende Beats
  • harte, elektrisch verzerrte Riffs
  • Singstil von Sänger Till Lindemann (tiefer Basston, der auch bei Sängern von rechten Bands zu finden ist, sowie rrrrrrrrrollendes R)

Texte

  • Texte meist sehr emotonial
  • „Morgenrot oh Morgenrot“ – !? Huldigung von eher veralteten Begriffen..?

Live-Inszenierungen

Leider habe ich Rammstein noch nie live gesehen, daher beziehen sich sämtliche Angaben, die ich jetzt mache, nur auf ein paar wenige Ausschnitte, die mal bei MTV gezeigt wurden (war es ein MTV Masters zur Band..!?)

Vielleicht wollen ja der eine oder andere mal ein solches Konzert schildern...

  • Wertlegung auf aufwändige Inszenierungen mit Feuer
  • teils groteske Darstellungen von Sexualität und Machtausübung

Gegenmaßnahmen von Rammstein

  • Rammstein beteiligt sich jährlich an einer Vielzahl von Festivals oder Konzerten gegen rechts
  • Aussage von Sänger Till Lindemann hier!
Hm, ich denk, das liegt an einer bewussten Inszenierung von "teutonischer" Härte und weil es Rammstein immer wieder unterlassen, in ihrer Musik klare politische Statements unterzubringen. Ich für meinen Teil z. B. emfpinde Rammstein keine Sekunde als rechts oder auch nur rechtsgerichtet. Vieleicht liegt es einfach am bewussten Reflektieren von deutscher Kultur, was Rammstein immer wieder in die rechte Ecke drängt und e.v. auch von Rechten Kreisen so aufgefasst wird. --FIST 00:24, 8. Mai. 2008 (CEST)

In-A-Gadda-Da-Vida‎

Tippfehler, Tippfehler, Tippfehler vermeiden, das ist das A und O, und dann kann man sagen und schreiben, was man will. Das ist der rechte Respekt vor der Sprache und denen, die sie möglicherweise rezipieren. Ich nenn das Denken ab jetzt Schreiben. Dass auch mir Fehler unterlaufen, kann ich wohl verantworten, die letzte Korrektur hat keine vier Minuten gebraucht. Aber für etwa vier Minuten war der Fehler in der Welt. Was nun? Wie Ganesh, der Elefant, der immer mushin auf Anhieb richtig schreiben, wie ein Musiker aufnehmen, muss. Er hat sich das auferlegt. Und macht er nur einen Fehler, muss er nochmal von vorne anfangen. Zeit wird ihn nicht ermüden. Dieses Von-vorne-anfangen entspricht dem Denken, nach dem die Sekunde nach der Prime zur neuen Prime wird, bevor ein weiterer Gedanke sich einstellt. Hier ist keine Zirkularität vorzufinden. Aber jetzt ist das Thema, wie verhalten sich Idealisierung und Verallgemeinerung zueinander und lassen sich die Begriffe wirksam ausdifferenzieren. Wie Aufzeichnung und Perfektion? Was soll denn das sein, der Garten des Lebens? Auch bei einem Stück, wie In A Gadda Da Vida, ist das wahre Leben Vermittlungsvorgängen unterworfen, die ihre Grenzen in der Materialität ihrer Kommunikationen vermuten. Eine Kompromissangelegenheit, wie als gnadenlos begnadigte Geschichte konsequent inszeniert und vorgeführt. Interpolationen und Extrapolationen inbegriffen, Ereignisse, die über die jeweiligen Rähmen hinausgehen. Aber die Begründung des Rahmens selbst, des eigentlichen Rahmens, der im Moment Begriff ist, schafft nicht einmal der Traditionalismus heutzutage, wo die Geschichte sich an Aufzeichnungen orientiert und somit schon ein wenig abgehobener erscheint. Das Stück verfügt über Referenzfunktion in der Geschichte der Populären Musik.