Ozzy Osbourne

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Ozzy Osbourne
Ozzy Osbourne, wie er leibt und lebt
Ozzy Osbourne, wie er leibt und lebt
Herkunft: Birmingham, England
Geboren: 3. Dezember 1948 (70 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1967
Genres: Heavy Metal, Doom, Hardrock
Instrumente: Gesang
Labels: Epic, CBS, Jet Records
Homepage: Ozzy.com
Bands:
Black Sabbath

John Michael "Ozzy" Osbourne, der "Godfather of Heavy Metal", wurde 1948 geboren und stieg als Sänger der wegweisenden Band Black Sabbath in den 1970ern zu weltweitem Ruhm und Erfolg auf, zerschoss sich dabei durch extensiven Drogenkonsum ein Gutteil seiner Gehirnzellen, kehrte im neuen Jahrtausend als tapsiger Star der MTV-Family-Reality-Soap "The Osbournes" ins Pop-Rampenlicht zurück und ist heute als lebende, wenn auch nicht mehr wirklich ernst zu nehmende Legende des Heavy Metal zu betrachten.

Biographie

Der Beatles-Fan John "Ozzy" Osbourne, in den Nachkriegsjahren zur Welt gekommen und aufgewachsen im grimmigen Industriemoloch Birmingham, entdeckte schon früh die Musik als Fluchtweg aus seinem tristen "working class"-Dasein zwischen Schulproblemen und Aushilfsjobs. 1967 startete er seine erste, noch recht Blues-orientierte Band mit dem Bassisten Geezer Butler, die sich jedoch als kurzlebig erwies. Als im nächsten Anlauf noch Gitarrist Tony Iommi und Schlagzeuger Bill Ward hinzukamen, stand mit der nun Earth benannten Gruppe bereits das klassische Lineup der späteren Black Sabbath. 1970 veröffentlichte diese erste "echte" Heavy Metal-Band – die Peers von Led Zeppelin und Deep Purple standen zeit ihrer Karrieren weiterhin mit mindestens einem Bein in Blues und Progrock – ihr bahnbrechendes Debüt gleichen Namens, das schleppende Riffs, tiefergestimmte Gitarren, finstere Texte und eben Ozzys unverwechselbaren Gesang in die Musikwelt einführte. Mit den folgenden, von der Kritik wie von den Fans bis heute gefeierten Alben "Paranoid" (ebenfalls 1970), "Master of Reality" (1971) und "Vol. 4" (1972), "Sabbath Bloody Sabbath" (1973) und "Sabotage" (1974) wurden Black Sabbath nicht nur zu einer der komerziell erfolgreichsten Gruppen des von ihnen (mit-)gegründeten Genres, sondern Ozzy stieg auch als Sänger zum Startum auf. Dies ging allerdings mit einem erheblich gesteigerten Drogenkonsum einher, der sich wiederum in zunehmend lustlosem und unprofessionellem Verhalten Osbournes innerhalb der Band niederschlug. Das sechste Album "Technical Ecstasy" von 1976 litt dann auch hörbar am Desinteresse und an der gesundheitlichen Angeschlagenheit des Sängers und erhielt erstmals mehrheitlich negative Kritiken.

1978 zog Osbourne die vorläufige Konsequenz aus seiner eigenen Unzufriedenheit und nahm ein Soloprojekt in Angriff, das schließlich in seinem ersten Album unter eigenen Namen mit dem Titel "Blizzard of Ozz" münden sollte. Trotz dessen Erfolges kehrte Ozzy danach noch einmal zu seiner Stammband zurück, um das Album "Never Say Die!" aufzunehmen. Doch während der Aufnahmen zur Platte (sowie auf der anschließenden Tournee mit den ungleich überzeugenderen Jungspunden Van Halen) wurde deutlich, dass sowohl Osbourne als auch der Rest der Band wegen ihres immensen Rauschmittelverbrauchs nicht in der Lage sein würden, an vorhergehende künstlerische und kommerzielle Erfolge anzuknüpfen. Unmittelbar nach Ende der Tour 1979 wurde Osbourne gefeuert (kurz darauf übrigens gefolgt von Sabbath-Drummer Bill Ward, der ähnliche Probleme wie Ozzy hatte) und durch den Rainbow-Sänger Ronnie James Dio ersetzt. Dies schien den Fransenjackenshouter jedoch nicht wirklich zu stören, da er sich stattdessen auf die Fertigstellung seines Soloprojekts konzentrierte. Dabei standen ihm unter anderem Mitglieder von Uriah Heep und Quiet Riot zur Seite.

"Blizzard of Ozz" erschien 1980 und verkaufte sich sehr gut, wobei insbesondere die Singles Crazy Train und Mr. Crowley zu Klassikern des Ozzy-Solo-Repertoires wurden; der Nachfolger "Diary of a Madman" von 1981 konnte den Erfolg ebenfalls fortsetzen. Insbesondere das Gitarrenspiel von Randy Rhoads brachte Fans wie Kritiker zur Ekstase, doch war es auch jener Musiker, der 1982 bei einem Unfall während der Tour zu "Madman" ums Leben kam. Osbourne, der den Tod des Bandfreundes an Ort und Stelle miterlebt hatte, verfiel daraufhin in schwere Depressionen, und auch die folgenden Platten "Speak of the Devil" (das aus Vertragsgründen ausschließlich aus Sabbath-Covers bestand und vom Sänger mit den Worten "I don't give a fuck about that album" abgetan wurde) sowie "Tribute" (aus verbliebenen Tracks mit Rhoads-Gitarrenparts zusammengestellt) standen noch ganz im Zeichen des Verlusts des wohl wichtigsten Musikers in Ozzys Solokarriere. 1983 nahm selbige mit den weiterhin in Fankreisen gut verkauften Alben "Bark at the Moon" und "The Ultimate Sin" dann wieder mehr Fahrt auf, obwohl es bis 1988 dauern sollte, als mit Zakk Wylde (später u.a. Pride & Glory und Black Label Society) der Gitarristenposten in Ozzys Band wieder fest besetzt wurde.

In den 1990er Jahren kamen dann sowohl Ozzy selbst als auch seine vormalige Band – deren Achtziger-Alben überaus gemischten Reaktionen entgegengebracht worden waren – wieder in den Genuss weitergehender Akzeptanz. "No More Tears", Osbournes 1991er Album, wurde erstmals auch außerhalb der Metal-Fankreise wahrgenommen, während im Zuge des Hair Metal-Dahinsiechens bei gleichzeitigem Aufstieg des Grunge der Fokus in der Rockwelt wieder auf alte, sprich ungewaschene Siebziger-Tugenden im Stile der klassischen Black Sabbath gelegt wurde (und sich zudem Gerüchte über eine Sabbath-Reunion im Original-Lineup verdichteten). Ausgerechnet jetzt aber verkündete Ozzy, auf das ständige Touren keine Lust mehr zu haben, und nannte seine "Abschiedskonzertreise" 1993 dann auch witzigerweise "No More Tours". Wie es aber zumal im klassischen Rockbereich so üblich ist, hielt es der gute Herr Osbourne – mittlerweile seit Längerem in zweiter Ehe mit "wife and manager" Sharon Osbourne verheiratet – nicht mehr auf seinem britischen Landsitz aus und kehrte 1995 mit dem Album "Ozzmosis" ins Rampenlicht zurück. Ganz zeitgemäß stellte er sich seine Backing-Band dabei aus der Elite der damaligen Rockwelt zusammen, und so teilten sich unter anderem Mike Inez (Alice in Chains), Mike Bordin (Faith No More), Robert Trujillo (Infectious Grooves, später Metallica) nebst den alten Bekannten Geezer Butler, Zakk Wylde und Yes-Tastenkönig Rick Wakeman die Bühne mit dem "Madman". (Die Rückkehr auf die Bühnen dieser Welt erhielt sinnigerweise die Überschrift "Retirement Sucks Tour".) Mit "The Ozzman Cometh" erschien dann auch ein erstes "Greatest Hits"-Paket, das zu den nächsten Schritten der globalen Ozz-Mania hinführen sollte: 1996 fand erstmals die mit "Ozzfest" betitelte Konzertreise quer durch die USA statt, an der neben dem Meister selbst auch Top-Acts der Metal- und harten Rockszene wie Pantera, Machine Head, Sepultura, Marilyn Manson, Type O Negative, Fear Factory und viele weitere teilnahmen, und 1997 kam es dann im Zuge des eben genannten Festivals tatsächlich zur umjubelten Wiedervereinigung von Black Sabbath in der Urbesetzung Osbourne-Iommi-Butler-Ward.

Damit war die Erhebung zur Legende und Vaterfigur im Rock- und Metalzirkus für Ozzy Osbourne endgültig vollzogen, doch es musste erst MTV mit seiner "Was-hast-Du-im-Kühlschrank"-Paparazzishow "Cribs" im nunmehrigen Heim der Osbournes in Los Angeles einmarschieren, um den durch seine Drogenvergangenheit mittlerweile schwer verlangsamt reagierenden "fucking prince of darkness" zu einer Pop-Ikone des neuen Jahrtausends zu machen. Der Besuch bei Ozzy und Sharon sowie deren halbwüchsiger Kinder Kelly und Jack fiel nämlich um einiges skurriler aus als bei anderen Promis, so dass man sich aufgrund des Kultpotenzials der ständig in britischem Akzent fluchenden Star-Familie dazu entschloss, ihnen eine eigene MTV-Show namens "The Osbournes" zu widmen. Diese wurde Anfang der 2000er durch die rüde, irgendwie aber auch anrührende Art des gegenseitigen Umgangs – und vor allem den in zahlreichen Belangen des täglichen Lebens äußerst unbeholfenen Ozzy – derart populär, dass die eigentlich wenig Topmodel-mäßige Tochter Kelly gar eine eigene Gesangs"karriere" begann und Sohn Jack sich als Entdecker und Förderer neuer Bands gerierte (und seinen Vater durch das "ständige Tool-Hören" in den Wahnsinn trieb). Für Ozzys 2001er Album "Down to Earth" mit der unverschämt feuerzeugtauglichen Balladenhitsingle Dreamer erwies sich die neue Popularität natürlich auch als sehr förderlich, und mit dem Vater-Tochter-Duett Changes – ein Black Sabbath-Cover – gelang Ozzy Osbourne im Dezember 2003 schließlich nach über drei Jahrzehnten im Dienste des Düsterrock der erste Nummer-Eins-Singleerfolg.

In die jüngste Vergangenheit des ewigen Metal-Übervaters fallen diverse weitere Sabbath-Reunions, das Mitwirken am Konsolen-Spielerfolg "Brütal Legend" (wo er den Charakter des "Guardian of Metal" intonierte) sowie die beiden letzten Soloalben "Black Rain" von 2007 sowie "Scream" von 2010 (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Chris Cornell-Lachnummer, bevor dieser den Weg zurück zur Weisheit fand).

Solo-Diskographie

Trivia

  • "Ist das nicht der, der mal 'ner Fledermaus den Kopf abgebissen hat?"

Referenzbands

Weblinks