Led Zeppelin – The Song Remains the Same

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The Song Remains the Same
Jahr: 1976
Regie: Peter Clifton, Joe Massot
Musik: Led Zeppelin
Produktionsort: England
Länge: 137 Min.
Besetzung
Jimmy Page, Robert Plant, John Paul Jones, John Bonham, Peter Grant, Richard Cole

"The Song Remains the Same" ist ein Film über Led Zeppelin, in der die Mitglieder der Gruppe auch selbst mitspielen. Er gilt wahlweise als einer der peinlichsten oder aber kultbehaftetsten Rock'n'Roll-Filme überhaupt und kam 1976 in die Kinos, begleitet von einem Soundtrackalbum gleichen Namens.

Zum Film

Konzept und Entstehung

Im Jahr 1973 steuerte die Hardrock-Gruppe Led Zeppelin auf den Zenit ihrer Popularität zu. Ihre Alben waren seit "Led Zeppelin II" von 1969 durchweg Nummer-Eins-Hits geworden und hatten der Band Millionen eingebracht, zudem waren die bombastischen Konzerte stets ausverkauft. Zu dieser Zeit erinnerte sich der spiritus rector und Bandmanager Peter Grant an die Idee, der Zeppelin-Legendenbildung durch die Produktion eines eigenen Films über das Quartett aus Jimmy Page, Robert Plant, John Paul Jones und John Bonham die Krone aufzusetzen. Schon 1969 war der Filmemacher (und Page-Nachbar) Joe Massot auf Grant zugekommen und ihm einen Led Zeppelin-Film schmackhaft zu machen versucht, was Grant damals jedoch abgelehnt hatte. Nun aber schien der Zeitpunkt günstig, die Band war ebenfalls sehr interessiert, und so begannen die Aufnahmen während der US-Tournee der Band zu ihrem fünften Studioalbum "Houses of the Holy". An drei Abenden wurden die Performances der Gruppe im New Yorker Madison Square Garden in professioneller Bild- und Tonqualität aufgenommen, hinzu kamen Szenen jenseits der Bühne, in der etwa der notorisch cholerische Grant verschiedene Tourstabmitglieder zur Schnecke macht oder wegen des Diebstahls von Hunderttausenden von Dollar aus einem Safe der Bandentourage von der Polizei vernommen wird. Auch der Privatjet der Band, die "Starship", ist in diesen Szenen zu sehen.

Was "The Song Remains the Same" – der Titel entsprach dem gleichnamigen Song vom "Houses of the Holy"-Album – den Film aber von jeglichem "normalen" Konzertvideomitschnitt unterscheiden sollte, waren die für jedes Bandmitglied (sowie Peter Grant und Zeppelin-Tourmanager Richard Cole) individuell gedrehten "Fantasy-Szenen". Ganz Rockstar-like durfte sich jeder der vier Musiker ein Setting ausdenken, das seinen Wunschträumen und der idealen Selbstvorstellung entsprechen sollte, unterlegt von einem ausgewählten Led Zeppelin-Song. So imaginierte Jimmy Page sich zu Dazed and Confused als "Vater der Zeit" auf der Suche nach Weisheit (entsprechend dem "Einsiedler" aus dem "Led Zeppelin IV"-Artwork), Robert Plant focht zu den Klängen von The Rain Song als mittelalterlicher Ritter Schwertkämpfe zur Befreiung einer holden Jungfrau aus, und John Paul Jones stellte zu seiner Eigenkomposition No Quarter einen maskierten Räuber zu Pferde aus der Zeit von Charles Dickens dar, der nach getaner "Arbeit" ganz harmlos an den heimischen Essenstisch zurückkehrt. Cole und Grant spielten – ihr kriminelles Image ironisch aufgreifend und als einzige Szene ohne musikalische Begleitung – zwei Gangster in einem 1930er-Setting dar, die eine feindliche Gang überfallen, während John Bonham als Fantasieort ausgerechnet seine heimatliche Farm in Worcestershire wählte, bei der der auf Tournee stets unter extremem Heimweh leidende Schlagzeuger bei der liebevollen Pflege seiner Rinderbestände zu sehen ist, aber zu seinem Quasi-Solostück Moby Dick auch mit seinen ebenso geliebten Rennautos abgebildet ist.

Probleme bei der Fertigstellung und Release

Nach den ersten Konzert- und Fantasieszenen geriet die Produktion allerdings bald ins Stocken, und Peter Grant wurde schnell unzufrieden mit dem Vorankommen des Films, so dass er Joe Massot schließlich zu Beginn des Jahres 1974 feuerte. Der australische Regisseur Peter Clifton sollte stattdessen übernehmen, doch verzögerte ein von Massot angestrengtes Gerichtsverfahren die Produktion des Films noch weiter. Zu allem Überfluss musste Clifton bei Sichtung des bis dato gedrehten Materials feststellen, dass die Konzertszenen große Lücken aufwiesen, so dass die Band über ein Jahr nach den New York-Gigs auf einer Studiobühne in England, die der Madison Square Garden-Bühne nachempfunden war, dieselben Songs noch einmal spielen musste. (Lustigerweise hatte John Paul Jones sich inzwischen die Haare geschnitten und musste zum Nachdreh eine Perücke tragen, während Robert Plant sich mittlerweile die Zähne hatte richten lassen.)

Mit Ach und Krach wurde "The Song Remains the Same" Anfang 1976 endlich fertiggestellt. In der Zwischenzeit hatten Led Zeppelin bereits zwei neue Alben eingespielt – "Physical Graffiti" von 1975 und das just im Frühjahr 1976 erschienene "Presence" – so dass der Film auch musikalisch die Band nicht mehr in ihrer damals aktuellen Form zeigte. Trotzdem wurde der Streifen als "personal and private tour of Led Zeppelin" angepriesen und mit Quadrophonie-Anlage in New York uraufgeführt. (Ur-Regisseur Joe Massot musste sich übrigens sein Ticket für die Vorführung von einem Schwarzmarkthändler kaufen.) Die Band selbst hatte aufgrund der langen Verzögerung schon länger das Interesse an dem mühsamen und nach Größenwahn nur so riechenden Unternehmen verloren, und Robert Plant fertigte "The Song Remains the Same" schlicht als "a load of bollocks" ab. Mit der Zeit entwickelte sich der Film allerdings zu einem Kultstreifen speziell für Led Zeppelin-Fans, und einige Filmhistoriker sehen ihn auch als aussagekräftiges Dokument für die Machenschaften der Musikindustrie und die Exaltiertheit des "Siebziger-Rockismus".

"The Song Remains the Same" wurde am 31. Dezember 1999 erstmals auf DVD veröffentlicht, 2007 erfolgte eine Neuauflage mit bis dato unveröffentlichtem Konzertmaterial der New York-Shows.

Der Soundtrack

The Song Remains the Same
Veröffentlicht: 28. September 1976
Label & Vertrieb: Swan Song
Albumlänge: 99:45 Min.
Genre: Soundtrack
Formate: Doppel-LP/CD
Infos: IMDB

Zeitgleich mit dem Filmstart von "The Song Remains the Same" erschien 1976 auch der Begleitsoundtrack als Doppel-LP auf Swan Song, im Prinzip aus dem Livetracks der im Film dargestellten 1973er Shows in New York bestehend. Dem Datum der Aufnahmen entsprechend bestand das Material aus Stücken der ersten vier Led Zeppelin-Alben, wovon allerdings nur drei Songs sechs Minuten (!) oder weniger lang waren. Stattdessen gab es über zehn- oder über zwöfminütige Versionen von No Quarter, Whole Lotta Love, dem Bonham-Quasi-Solo Moby Dick (!) oder dem Zeppelin-Überhit Stairway to Heaven. Sinnbildlich für den Mangel an Fokus, den Kritiker dem Album (wie auch dem Film selbst) vorwarfen, war eine beinahe halbstündige Version von Dazed and Confused, die eine ganze Plattenseite ausfüllte. Hinzu kam, dass der Sound der Erstpressung nicht den Standard der Studio-LPs halten konnte und zudem mit dem nur wenige Monate zuvor gelegenen Release des siebten Zeppelin-Albums "Presence" koinzedierte.

Tracklisting

Seite A
  1. Rock and Roll (4:03)
  2. Celebration Day (3:49)
  3. The Song Remains the Same (6:00)
  4. Rain Song (8:25)
Seite B
  1. Dazed and Confused (26:53)
Seite C
  1. No Quarter (12:30)
  2. Stairway to Heaven (10:58)
Seite D
  1. Moby Dick (12:47)
  2. Whole Lotta Love (14:25)

Re-Release 2007

Ebenfalls zeitgleich mit der Neuveröffentlichung der Film-DVD erschien im Jahr 2007 auch der Soundtrack in remasterter Form als Doppel-CD. Neben stark verbesserter Soundqualität waren nun auch alle Stücke enthalten, die zuvor entweder im Film oder auf dem Soundtrack nicht verwendet worden waren. Andere, wie Moby Dick waren im Vergleich zum Originalrelease gekürzt, wieder andere – darunter ausgerechnet Dazed and Confused – verlängert worden.

CD 1
  1. Rock and Roll (3:56)
  2. Celebration Day (3:37)
  3. Black Dog / Bring It On Home (3:46)
  4. Over the Hills and Far Away (6:11)
  5. Misty Mountain Hop (4:43)
  6. Since I've Been Loving You (8:23)
  7. No Quarter (10:38)
  8. The Song Remains the Same (5:39)
  9. The Rain Song (8:20)
  10. The Ocean (5:13)
CD 2
  1. Dazed and Confused (29:18)
  2. Stairway to Heaven (10:53)
  3. Moby Dick (11:02)
  4. Heartbreaker (6:19)
  5. Whole Lotta Love/Boogie Mama (13:51)

Weblinks