Led Zeppelin – Presence

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Presence
Led Zeppelin
Veröffentlicht: 31. März 1976
Label & Vertrieb: Swan Song
Produziert von: Jimmy Page
Genre: Hardrock, Bluesrock
Formate: LP, CD
Singles: 1976 Candy Store Rock/Royal Orleans
Chronologie

1975 – Physical Graffiti

Presence

1979 – In Through the Out Door

Andere:
1976 – The Song Remains the Same

"Presence" ist das siebte Studioalbum der britischen Hardrockband Led Zeppelin. Es erschien im März 1976 auf dem bandeigenen Label Swan Song und wurde von Gitarrist Jimmy Page produziert.

Zum Album

Das 1975er Doppelalbum "Physical Graffiti" von Led Zeppelin war eine Mischung aus "Restesammlung" älterer Aufnahmen und neuen, bald zu Klassikern werdenden Songs wie Kashmir gewesen und hatte den Status des Quartetts als größte und bombastischste der britischen Hardrockbands der Dekade endgültig besiegelt. Kurze Zeit später allerdings war der Punkrock-Sturm erst über England und dann den Rest von Europa hinweggefegt und hatte die Gigantomanie der Rock-Megaseller radikal in Frage gestellt. Die nicht zu Unrecht als selbstbewusst bezeichnete Truppe um Jimmy Page und Robert Plant sah sich deswegen allerdings nicht zu einer radikalen Änderung ihres Sounds angehalten, so dass sich auch auf dem im Frühjahr 1976 veröffentlichten siebten Studioalbum der Band namens "Presence" keine simplizistischen Drei-Akkord-Tiraden fanden. Im Gegenteil war mit dem über zehnminütigen Opener Achilles Last Stand eines der längsten Stücke des Bandrepertoires enthalten, das ein Dutzend Gitarrenspuren und andere Studiotricks beinhaltete. Sänger Robert Plant war während der in nur achtzehn Tagen in München stattfindenden Aufnahmen, bei denen ausschließlich neues Material eingespielt wurde, wegen einer Fußverletzung nach einem Unfall (daher auch die "Achilles"-Referenz) an den Rollstuhl gefesselt und musste die meisten Tracks im Sitzen einsingen.

Textlich und musikalisch verzichteten Led Zeppelin bei "Presence" allerdings auf die tolkienesken Märchenlandschaften voriger Alben, und auch das Verspielte und die stilistische Vielfältigkeit von Platten wie "Houses of the Holy" oder eben "Physical Graffiti" traten auf "Presence" in den Hintergrund. Stattdessen regierten Jimmy Pages Gitarre und John Bonhams kraftvolles Drumming, und auch Robert Plant nahm weniger seine klassische Rolle als omnipotenter Sexprotz ein, sondern widmete sich den Schattenseiten des Rockstarlebens auf ständiger Tour (For Your Life über Drogen und Groupies, Royal Orleans über eine Begegnung eines Bandmitglieds mit einem Transvestiten in New Orleans). Bassist und Keyboarder John Paul Jones musste seine Klaviaturfähigkeiten ebenso wie den Großteil seines Songwritings notgedrungen zurückhalten. In das Live-Repertoire der Band fanden bei aller Düsternis dann auch nur zwei Stücke ihren Einzug; neben Achilles Last Stand der Stop-and-go-Rocker Nobody's Fault but Mine, der auf einem alten Bluesklassiker basierte und auch auf der "UnLedded"-Platte zur "Page and Plant"-Reunion 1994 wieder auftauchte.

"Presence" erntete als erstes Led Zeppelin-Album durchwachsene Reaktionen nicht nur bei der Kritik (die Led Zeppelin seit jeher skeptisch gegenüber gestanden hatte), sondern auch bei den Plattenkäufern. Im Gegensatz zu den weltweit fast zehn Millionen verkauften Einheiten von "Physical Graffiti" wanderten vom Nachfolger "nur noch" drei Millionen über den Ladentisch. Hinzu kam, dass Led Zeppelin bereits ein halbes Jahr später ihren kolossalen Bandfilm-Flop "The Song Remains the Same" veröffentlichten, so dass der Release von "Presence" einigermaßen sang- und klanglos verlief. Heute gilt das Album als eines der direktesten und kraftvollsten der Gruppe, mindestens aber als das Unterbewertetste. Jimmy Page hingegen nannte es sein persönliches Zeppelin-Lieblingsalbum und Achilles Last Stand als seinen Lieblingssong aus dem Bandrepertoire.

Line-Up

Tracklisting

Seite A
  1. Achilles Last Stand (10:25)
  2. For Your Life (6:24)
  3. Royal Orleans (2:58)
Seite B
  1. Nobody's Fault but Mine (6:27)
  2. Candy Store Rock (4:11)
  3. Hots on for Nowhere (4:41)
  4. Tea for One (9:27)

Singles

  • 1976 Candy Store Rock/Royal Orleans

Weblinks