Gunter Gabriel

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Gunter Gabriel
Johnny Ca... – nein, doch Gunter Gabriel
Johnny Ca... – nein, doch Gunter Gabriel
Herkunft: Bünden, NRW
Geboren: 11. Juni 1942
Gestorben: 22. Juni 2017 (75 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1973
Genres: Country
Instrumente: Gesang, Gitarre
Homepage: GunterGabriel.de

Gunter Gabriel war nach eigenem Empfinden das, was dem deutschen Johnny Cash am nächsten kam.

Biographie

Der 1942 geborene Sänger, Gitarrist und Komponist präsentierte sich stets und ganz nach amerikanischem Vorbild als Vertreter und Verteidiger des geknechteten einfachen Arbeiters bzw. Malochers, der Truckerfahrer und der Underdogs. Seit den 1970er Jahren veröffentlicht er Platten mit deutschsprachiger, meist mehr gesprochener als gesungener Countrymusik, wobei ihm mit Hey Boss, ich brauch mehr Geld sein wohl bekanntestes Stück gelang. Nebenbei schrieb er auch Stücke für Schlagerkünstler wie Juliane Werding und Frank Zander und "coverte" oft und gern die Songs seiner amerikanischen Vorbilder wie Bob Dylan mit deutschen Texten. Bis in die 1980er war Gabriel mit seinem Trucker-Outlaw-Image recht erfolgreich im Deutsch-Country-Genre unterwegs, doch blieben dann die Hits aus, der Musiker griff gern zur Flasche und hatte schließlich mehrere gescheiterte Ehen auf der Sollseite. In den Neunzigerjahren fasste er allmählich wieder Tritt und wurde gar in die German Country Music Hall of Fame (doch, sowas gibt's!) aufgenommen. In den 2000ern hoffte Gabriel sich dann auf die Spuren seines großen und mittlerweile nach eigenen Angaben mit ihm befreundeten Vorbilds Johnny Cash zu begeben und reiste extra nach Tennessee, um dort deutsche Versionen von Cash-Songs aufzunehmen. (Der bereits schwer kranke Cash ließ sich sogar dazu herab, ein Intro für die "Gabriel singt Cash" betitelte Platte zu sprechen.) Dann nahmen allerdings die Negativschlagzeilen wieder überhand, als Gabriel wieder zu trinken begann, und geradezu legendär wurde 2004 sein Auftritt in der ostdeutschen Stadt Eisleben, als er das anwesende Publikum als Faulenzer beschimpfte und über faule Arbeitslose herzog. Der Eklat fand Würdigung im Stück Zuviel Zeit? des Hamburger Triphop-Terror-Projekts Adolf Noise. Nichtsdestoweniger sah Gunter Gabriel sich nunmehr als reif für den Status des ewigen, doch volksnahen Underdogs im Cash'schen Sinne an, und so trug denn sein Album von 2009, auf dem er wieder mal in deutschem Idiom Stücke des "man in black" sowie u.a. David Bowie (!) und Radiohead (!!) coverte, den Titel "Sohn aus dem Volk – German Recordings" (eine – wer hätt's gedacht – Hommage an Cashs American Recordings). Als ewig Untergebutterter verlieh Gabriel ebenso seiner im selben Jahr erschienenen Autobiographie die Überschrift "Wer einmal tief im Keller saß: Erinnerungen eines Rebellen". Seine hohen Schulden konnte er zu großen Teilen durch Hunderte von Wohnzimmerkonzerten bei Fans (pro Auftritt 1000 Euro) abtragen. Eine besondere Ehre wurde Gunter Gabriel schließlich zuteil, als er im August/September 2010 in Berlin die Hauptrolle im quasi-biographischen Bühnenstück "Hello, I'm Johnny Cash" spielte, sich laut "Spiegel"-Interview dabei allerdings auch darüber klar wurde, dass er doch nicht Cash sei.[1] Naja, besser spät als nie.

Seine letzte Reise trat Gunter Gabriel am 22. Juni 2017 an, als er an den Folgen eines Treppensturzes an seinem 75. Geburtstag verstarb.

Solo-Diskographie

  • 1973 Gesucht
  • 1974 Das ist meine Art
  • 1975 Gunter Gabriel
  • 1977 Der Liederboss – Starke Songs
  • 1977 Meine Helden und andere Pechvögel
  • 1978 Neue Songs und Country Hits
  • 1979 Rastlose Cowboys und ehrbare Mädchen
  • 1982 Waschecht
  • 1989 Dieselknechte
  • 1995 Straßenhund
  • 1995 Gunter Gabriel - Die großen Erfolge
  • 1999 Aus dem Leben gegriffen
  • 2000 Es steht ein Haus im Kosovo (Single)
  • 2002 Gunterwegs
  • 2003 Gabriel singt Cash – Das Tennessee-Projekt
  • 2005 Die Wohnzimmertour
  • 2007 Das ist meine Art
  • 2009 Sohn aus dem Volk
  • 2011 Gabriel singt Cash

Referenzbands

Siehe auch

Coverversionen

Gunter Gabriel wird gecovert von...

Weblinks

Quellen

  1. "Mann in Schwarz": Artikel im Spiegel 35/2010