Dub

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abgrenzung
Ursprünge: Reggae, Rocksteady, Ska
Herkunft: Jamaica
Zeitraum: seit den späten 1960ern
Anders als: Trip Hop, Electronica

Dub entstand in den späteren 1960er Jahren in Jamaica aus dem Jamaican Ska und dem Reggae. Charakteristisch für den frühen Dub-Sound ist das Entfernen von Gesang aus schon existierenden Liedern, das nachträgliche Bearbeiten mit Hall- und Echoeffekten, sowie das Einstreuen von kurzen Gesangspassagen.

Einführung und Geschichte

Der Genrebegriff "Dub" leitet sich ab von dem aufnahmetechnischen Begriff des Overdubs als auch von Dubplate, das sind Einzelpressungen zur Prüfung der Tanzflächentauglichkeit eines Musikstücks. Die jamaikanischen Soundsystems der 1960er Jahre arbeiteten dann aber fast ausschließlich mit solchen Einzelpressungen, die oft in kleinen trashigen Presswerken in Hinterhöfen gefertigt wurden. Auf der B-Seite dieser Dubplate-Singles befand sich meist die Instrumentalversion des Songs, und die DJs nutzen diese B-Seiten, um Gesangs- und Rhythmusstücke Live zu mixen.

So kann man dem Dub keine Person zuordnen, die ihn erfunden hat. Vielmehr entwickelte sich diese eher instrumentale Musik im Laufe der Zeit. Bis Mitte der 1970er Jahre mit dem zunehmendem internationalen Erfolg von Bob Marley einige Akteure der jamaikanischen Reggae-Szene bemerkten, dass es einen Markt für diese Form der Musik gab.

Schliesslich veröffentlichte 1973 Lee "Scratch" Perry das Album "Blackboard Jungle Dub", das als erste reine Dub-Albumveröffentlichung gilt. Hier arbeitete bereits King Tubby mit, der einige Jahre später mit eigenen Dubalben erfolreich wurde.

In den 1980er Jahren erreichte der Dub schließlich England. Die einflussreichsten Personen waren dort Mad Professor, Jah Shaka und Adrian Sherwood mit seinem Label On-U Sound Records. So erschien auf On-U als erste Veröffentlichung eine Platte der New Age Steppers mit Mark Stewart und Ari Up von den Slits mit einem musikalischen Schwerpunkt auf Dub. Aufgrund des Commonwealth war London ein Schmelztiegel für ebensolche Musik, so dass viele Punk, Post Punk und Pop Bands, wie XTC, The Ruts, The Clash oder The Police und auch die Sex Pistols Ende der 1970er und in den 1980ern vom Reggae und Dub beeinflusst waren.

Schliesslich kamen in den 1990er Jahren zahlreiche Bands und Künstler auf, die nicht nur vom Dub beeinflusst waren, sondern selber mit diesen Sounds experimentierten. Massive Attack, die ihr zweites Album komplett von Mad Professor remixen liessen, The Orb, Leftfield, PIL, Underworld, Thievery Corporation und zuletzt die Gorillaz haben deutliche Dub-Referenzen. Einige der aus dem Electronica-Genre kommenden Künstler prägten schließlich für ihren elektronischen Dubsound den Begriff Dubtronica.

Die Paradise Bangkok Molam International Band führt einen stilistischen Ansatz von Jah Wobble aus dem Jahr 2000 fort und erweitert ihn um die Genres Luk Krung und Thai Funk.

Der ehemalige PIL Bassist Jah Wobble kam schließlich Anfang des 21. Jahrhunderts auf die geniale Idee, sich musikalisch aus der jamaikanischen Umklammerung zu lösen und veröffentlichte mit Molam Dub das erste Dubalbum, das sich mit Musik aus dem thailändisch-laotischen Grenzgebiet beschäftigt. Aber auch in Thailand selbst gab und gibt es Musiker, die traditionelle Musik per Rhythmusaustausch in die Neuzeit katapultieren. Hier kommen neben dem Reggae auch der Mechanical Beat, der Trip Hop oder der harte Disco Funk zum Einsatz. Jah Wobble selbst legte dann 2009 und 2010 mit Chinese Dub und Japanese Dub noch zwei weitere Ansätze aus dem fernöstlichen Bereich vor.

Sound

Charakteristisch für den klassischen Dubsound ist ein massiver, tiefer Bass mit einem Schlagzeug. Dazu kommen Echo, Nachhall (Reverb), Phaser, Flanger und weitere verzerrende Effekte. Zum Teil werden auch Gesang, extra Percussions und Geräusche (singende Vögel, rauschendes Wasser, Gewitter, etc.) als kurzzeitige Sounds verwendet.

Wichtige Akteure, Alben

Wichtige Akteure
Best-of-Listen