Dirk Budde

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Version vom 10. Oktober 2020, 06:02 Uhr von Benutzer2.040 (Diskussion | Beiträge) (Musikalische Sozialisation)
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Geboren: 26. Mai 1972 (47 Jahre)

Dirk Budde (*1963) ist Autor und Musikwissenschaftler und macht als Mitzi "Yakuza" Mess bei Müll Records Musik. Schreibt unter anderem als UU-ji hier. Die Zeit ist der Ort und der Ort ist auch der Ort. Die Welt ist eine Maschine, das weiß jeder, aber nicht immer, weil meist etwas ganz anderes oder an etwas ganz anderes gedacht wird, das ist also eine Frequenz – mal ist sie eine Maschine und dann ist die Maschine wieder weg. Vorsicht und Plötzlichkeit sind Ereignisse in der Zeit, aber wo die Zeit der Ort ist, keine Angst! Alles Aufgezeichnete vernichten! Nur noch nebenbei aufnehmen. Wenn vom Jahnstadion her die Zuschauer beim Tor am Johlen sind und das tönt hier rüber, dann werden nun Drohnen eingesetzt, die den Schall von da nach hier bringen. Im Tempo und in der Übertragungsqualität macht das keinen Unterschied, aber jetzt sieht man sie!

Musikalische Sozialisation

Als ich gerade fünfte Klasse aufs Gymnasium kam, haben sich „Mitschüler“ über mich lustig gemacht, weil ich nicht wusste, wie die erste Genesis hieß. Das hat nicht nur die Fronten für den Rest der Schulzeit da geklärt, sondern auch meine Stimmung für Wochen negativ beeinträchtigt. Dann waren sie auch noch in der Überzahl. Zu der Zeit hatte ich gerade Roxy Music und die Vorläufer des Punk gehört, Kraftwerk, Syd Barrett und ein wenig Psychedelic der Post-68er, seltener Klassik und Jazz, und konnte mich weder gegen die Vorwürfe wehren, noch eine objektive Einschätzung der Situation abliefern. „Gestern“ ist mir die Situation wieder eingefallen. Die, die wussten, wie die erste Genesis hieß, waren eindeutig die Cooleren, ich der Ausgestoßene ... Und heute? Geschichte ist schon ungerecht. Die Situation ist immer noch die gleiche. Tommi von Säkhö war es, glaube ich, soll gesagt haben, dass meine letzte Platte (von 2017) nicht verkauft werden kann, weil man das Zeug vielleicht in 20 Jahren hören könne. Tatsächlich liegt sie wie Blei in den Regalen ... Aber jede Wette, dass die, die mir damals die Schulzeit vermiest haben, auch heute noch Genesis hören. Die erste 100 Records, die inzwischen Liebhaberpreise über dem Durchschnitt erzielt, habe ich nach Veröffentlichung als Ölverschwendung etikettiert und entsorgt, um den Restbestand nicht ständig mit umziehen zu müssen.

Die 39 Clocks, 1982 (zur Zeit meine Lieblingsplatte)

Hier ein Bild von mir selber, das einigermaßen aussagekräftig ist, wie ich finde.
Hier trage ich ein leichtes Lächeln im Gesicht.
Manchmal bin ich auch einfach verblüfft ...