Dirk Budde

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Geboren: 26. Mai 1972 (47 Jahre)
Dirk Budde (*1972) ist Autor und Musikwissenschaftler und macht als Mitzi "Yakuza" Mess bei Müll Records Musik. Schreibt unter anderem als UU-ji hier. Aus meinen gesammelten Erfahrungen heraus weiß ich, dass die Musik auch ohne dass sie jemand hört oder macht existiert. Das soll kurz erklärt werden. Wenn ich mich als Autor soweit zurückziehe, dass ich sage, nicht ich, sondern die Musik habe mich bewegt, bewegte mich, und dann zum Zweiten der musikalische Text auf eine Deessentialisierung der Produktionsmethoden, eine Rationalisierung der Kompositionsprozesse auch, hinarbeitet, und zum Dritten das Publikum reduziert wird, indem keine aktiven Sponsorings oder Werbemaßnahmen unternommen werden, dann kommt die Musik an einen Punkt, wo sie weder gemacht noch gehört wird, noch selbst überhaupt existiert. Schon existiert sie noch, das sind produktive Derivate von Deessentialisierungsbestrebungen. Da scheint der Mond, der will noch ausgeknipst werden ... Wie die Philosophie sich noch vor dem Millennium abgeschafft hat – und das war schließlich ihr einziges Bestreben, so will ich dabei sein, wie die Musik sich abschafft. Und zwar, weil die Welt aus der Erfahrung heraus im Grunde nichts anderes als Leidhorizonte bietet. Was dann aber passiert ist, ist, dass die Soziologie übernommen hat. 4:33 ist insofern ein Problem, weil es ein außerordentlich tonales Stück ist. Der Grundton oder erste Teilton liegt in der Idee und der zweite, der bereits eine Schwingung verursacht, liegt in der Tatsache, dass das Stück uraufgeführt wurde. Wenn da nichts wäre, warum sollte eine Aufführung davon stattfinden. Das ist der zweite Klang. Danach gibt es noch ein paar weitere, aber ich finde sie alles in allem durchaus tonal. Die Strategie oben bringts mehr. Etwas nebenbei aufnehmen oder zufällig auch. Es läuft immer alles sowieso schon. Die Zeit ist der Ort und der Ort ist auch der Ort. Bei 4:33, behaupte ich, ist die Aufführung nicht zwingend in der Komposition enthalten. Damit etwas nichts wird, ohne nichtig zu sein, wie macht man das? Ausversehen kann auch gut gehen. Man verwendet zum Beispiel Audioillusionen und bewegt sich grundsätzlich im Ungefähren, in balance. Der Cocktailpartyeffekt eignet sich gut. Wie aber wird ein Motiv über die weitestgehende Reduktion hinaus noch reduziert? Zum Weniger als Nichts? Die Welt ist eine Maschine, das weiß jeder, aber nicht immer, weil meist etwas ganz anderes oder an etwas ganz anderes gedacht wird, das ist also eine Frequenz – mal ist sie eine Maschine und dann ist die Maschine wieder weg. Vorsicht und Plötzlichkeit sind Ereignisse in der Zeit, aber wo die Zeit der Ort ist, keine Angst! Alles Aufgezeichnete vernichten! Nur noch nebenbei aufnehmen. Wenn vom Jahnstadion her die Zuschauer beim Tor am Johlen sind und das tönt hier rüber, dann werden nun Drohnen eingesetzt, die den Schall von da nach hier bringen. Im Tempo und in der Übertragungsqualität macht das keinen Unterschied, aber jetzt sieht man sie!
Hier ein Bild von mir selber, das einigermaßen aussagekräftig ist, wie ich finde.
Hier trage ich ein leichtes Lächeln im Gesicht.
Manchmal bin ich auch einfach verblüfft ...