Alan Vega

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Alan Vega a.k.a Alan Bermowitz (1938-2016 in Brooklyn, New York) war Sänger des Duos Suicide, Mitglied von The Sisterhood und seit 1980 auch solo aktiv. 1974 eröffnete er eine kleine Galerie in Manhattan, in der er Projekte aktueller Künstler ausstellte und in der jede Art künstlerischer Versuche ausprobiert wurden (vergleichbar mit einer kleineren Version von Andy Warhols Factory). Hier lernte er den Performancekünstler und späteren Bandkollegen Martin Rev kennen. Vega bestand darauf, dass Musik für ihn immer an zweiter Stelle stehe und er sich eigentlich als Bildhauer sehe. Sein erstes Buch Cripple Nation wurde von Henry Rollins verlegt. Alan Vega war mit Liz Lamere verheiratet, die seit Beginn der 1990er-Jahre Keyboards und Gesang zu vielen Aufnahmen beisteuerte. Ihr gemeinsamer Sohn Dante Vega Lamere verwaltet inzwischen mit Liz Lamere das Erbe Alan Vegas.[1]

Stil

Der 2016 im Alter von 78 Jahren verstorbene Alan Vega wird, soviel ist abzusehen, im Laufe der Geschichte der Populären Musik, besonders aufgrund seiner Verdienste für die Entwicklung des Rock'n'Roll, noch ausführlicher gewürdigt werden, als das heute der Fall ist. Es handelt sich um eine Art Freestyle-Rock'n'Roll, der sich als Unterlage unterschiedlicher Stilrichtungen bedienen kann und über die Jahrzehnte flexibel war. Dabei bezieht Alan Vega Stellung zu den von ihm verwendeten Formeln – zum einen deliriert er die mehr oder weniger assoziativen Folgen auf baudrillardsche Weise, zum anderen überblickt er das Kompendium seiner Möglichkeiten sehr genau und taucht aus scheinbar verfangenen Situationen in Rock'n'Roll-Stereotype ein, verleiht den Stücken auf diese Weise Halt und Zusammenhalt. Viele unregelmäßige Wiederaufnahmen und der hypnotische Minimalismus sind für den Livecharakter zuständig, den die meisten Aufnahmen vorweisen. Die Folgen sind nah am Vorgehen von Freestyle-Rappern. Oft nimmt sein Gesang entertainerhafte Züge an. Gleichsam neben Elvis' Qualitäten entfaltet sich Vegas Timbre und besonders das typische Tremolo vor einem trashig abgelegten und verhallten Background. Eines der klassischsten Rock'n'Roll-Alben überhaupt ist die gleichnamige erste LP von 1980, mit der er überzeugend vorführt, dass er das Wesen des Rock'n'Roll erfasst hat. Elvis hat er wohl live erlebt, ein Auftritt der Stooges soll für ihn ein Offenbarungserlebnis gewesen sein.

1980 / 1981 Viet Vet gestaltet sich ähnlich wie Back To Vietnam von den Television Personalities, 1984, beide befinden sich ausnahmsweise in der Tradition der Doors – der Vietnamkrieg hat das Epische in der Populären Musik initiiert. Durch den Vietnamkrieg wurden Angst und Schrecken in der Populären Musik als Affektrepräsentationen möglich. Be-Bop-A-Lula orientiert sich an den Coverversionen der Residents. Ghost Rider ist eine Wiederaufnahme des Suicide-Hits als minimalistischer Rock'n'Roll.

Einzelnachweise

  1. Eintrag Liz Lamere [1] bei Discogs

Weblinks

  • Alan Vega – Every 1's a Winner (1983) [2] bei Youtube
  • Alan Vega – How Many Lifetimes? (1995) [3] bei Youtube
  • Alan Vega – Dujang Prang (1995) [4] bei Youtube. Dujang Prang braucht nicht erst gegoogelt zu werden, die Worte gibt es anscheinend auch als Bezeichnungen oder Namen nicht, bei dem Namen Cheenaroka handelt es sich ebenfalls um einen Phantasienamen, der ansonsten nicht vorkommt. Zeitweise, besonders bei Hammers, klingt Alan Vega hier schon fast wie Glenn Danzig. Interessant ist, wie die merkwürdigen Distanzen zustande kommen, die seine Interjektionen prägen. Anklänge an Bryan Ferry scheinen durch, so bei min. 2:35: „Do the cheer, there a bear outside, and a sigh inside ...“ und an vielen anderen Stellen. Außerdem finden sich Referenzen in Richtung Lou Reed und The Velvet Underground wie auch Throbbing Gristle. Auch das Keyboardspiel und die Electronics von Liz Lamere sind erwähnenswert, ebenso das Engineering.
  • Institut National de l'Audiovisuel – Alan Vega: "Le rock'n'roll est un langage" (1989) [5] Interview bei Youtube
  • Artikel Alan Vega [6] bei der de.wiki

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