taz – die tageszeitung

Aus indiepedia.de
(Weitergeleitet von Taz)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verkaufte Exemplare
(Jahresdurchschnitt) nach IVW
2003 58.602
2004 58.608
2005 58.865
2006 58.171
2007 56.211
2008 55.514
2009 57.177
2010 55.713
die tageszeitung – im allgemeinen Sprachgebrauch fast nur taz genannt – ist eine Tageszeitung mit Chefredaktion in Berlin, die 1978 als dezidiert linksorientierte und auf dem Grundsatz der redaktionären Selbstverwaltung und Basisdemokratie basierende Alternative zu den großen Tageszeitungen gegründet wurde. Derzeit ist sie die siebtgrößte überregionale deutsche Tageszeitung mit einer Auflage von über 53.000 Exemplaren.

Gründung

Die "taz" zählt zu den Mythen der Nach-68er-Bewegung, deren interne Ideale und Konflikte die Zeitung seit ihrer Gründung widerspiegelt. Dem alternativen Milieu West-Berlins entstammend und insbesondere in den ersten Jahren ihrer Existenz im Spannungsfeld zwischen radikalen und gemäßigten Linken stehend, galt die taz lange Zeit als Blatt der (Post-)APO-Bewegung und stand finanziell fast immer knapp vor dem Ruin. Sie machte unter anderem mit kontroversen Kampagnen wie "Waffen für El Salvador" auf sich aufmerksam, begleitete, prägte und kritisierte die Partei der Grünen seit deren Gründung 1980 und nimmt nach wie vor für sich in Anspruch, die Grundsätze einer an ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und humaner Wirtschafts- und Migrationspolitik orientierten Gesellschaft zu vertreten.

Kontroversen

Die taz ist für ihr (selbst-)kritisches Leser-Redaktions-Verhältnis bekannt, da viele in der taz vertretenen Positionen sowohl innerhalb der Redaktion als auch von den LeserInnen ausgiebig und kontrovers diskutiert werden, was auf den Grundsatz des Alles-Ausdiskutieren-Müssens seit der Gründung der Zeitung verweist. Allerdings ist auch dieser Ansatz schon heftig kritisiert worden, als beispielsweise Regionalredaktionen der taz aus Kostengründen eingespart werden mussten, was viele Leser (und auch Redaktionsmitglieder) als unsolidarisch betrachteten. Skandalumwittert ist auch die Satireseite "die wahrheit", deren Artikel wiederholt zu teils gerichtlichen oder gar internationalen Auseinandersetzung führten. (Polens damaliger konservativer Präsident Lech Kaczynski fühlte sich 2006 von der Satirereihe "Schurken, die die Welt beherrschen wollen", in der er als "polnische Kartoffel" bezeichnet wurde, so beleidigt, dass er die deutsche Bundesregierung zum Handeln aufforderte. Der Artikel fiel allerdings unter das Prinzip der künstlerischen Freiheit, so dass er keine Konsequenzen für den Autor hatte.)

"Bild"

Ein weiterer fester Bestandteil der taz-Legende ist ihre Gegnerschaft zur Bild-Zeitung sowie der Springer-Presse im allgemeinen, was sich ebenfalls noch aus der alten Feindschaft zur Zeiten der Studentenrevolte speist. Mittlerweile ist das Verhältnis der beiden Periodika allerdings etwas ambivalenter geworden, da die taz 2003 beispielsweise eine komplette Ausgabe von Bild-Redakteuren gestalten ließ. Auf der anderen Seite zog Bild-Chefredakteur Kai Diekmann gegen die taz vor Gericht, um Schmerzensgeld wegen einer "wahrheit"-Satire über Diekmanns angebliche Penisverlängerung zu erstreiten, verlor den Prozess jedoch. Seit 2009 wiederum ist Diekmann Mitglied der taz-Genossenschaft, die mit ihren Einlagen das Erscheinen der Zeitung mit sichert. Einen weiteren, höchst symbolischen Sieg über Springer gelang der taz mit dem Erfolg einer von ihr initiierten Volksbefragung darüber, dass die Kochstraße in Berlin 2008 in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt werden sollte – das Verlagshaus des Axel-Springer-Verlages liegt nunmehr an der Kreuzung der Axel-Springer-Straße und Rudi-Dutschke-Straße.

Musik

In punkto Musik pflegt die taz ein relativ breit gefächertes, in der Printausgabe jedoch eher unregelmäßiges Profil. Neben Künstlerportraits von Altstars wie Brian Wilson über den heute arbeitslosen Ex-Trio-Schlagzeuger Peter Behrens bis zu Newcomern wie 1000 Robota gibt es Konzertbesprechungen und auch Plattenkritiken (oftmals in den Rubriken "Achse des Dub/Reggae/Metal etc." sowie "Zwischen den Rillen"). Online pflegt die taz seit 2008 das heute von Christian Ihle gepflegte Popblog "Monarchie & Alltag" (Näheres siehe dort).

Autoren

Unter anderem schrieben bisher folgende Indiepedia-relevante AutorInnen in der taz:

Weblinks