Stone Temple Pilots

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Stone Temple Pilots
Stone Temple Pilots
Stone Temple Pilots
Herkunft: San Diego, Kalifornien
Aktiver Zeitraum: seit 1990
Genres: Grunge, Alternative Rock
Labels: A&M, Atlantic
Homepage: StoneTemplePilots.com
Line-Up:
Chester Bennington: Gesang (seit 2013)
Dean DeLeo: Gitarre
Robert DeLeo: Bass
Eric Kretz: Schlagzeug
Ehemalige Mitglieder:
Scott Weiland: Gesang (bis 2013)

Die Stone Temple Pilots wurden 1990 in San Diego gegründet. Im Zuge des Grunge-Booms der frühen 1990er wurde das Quartett zum Multi-Platin-Act, war aber immer wieder dem Missfallen der Kritik ausgesetzt und hatte zudem mit der Drogensucht und den sonstigen Eskapaden des Frontmanns Scott Weiland Probleme. Nach einer längeren Pause wurden die Pilots 2008 wieder aktiv; eine starke Zäsur erfuhr die Band allerdings im März 2013, als die Instrumentalsektion (bestehend aus Gitarrist Dean DeLeo, Bassist Robert DeLeo und Drummer Eric Kretz) die fristlose Entlassung Scott Weilands verkündete. Als Ersatzmann wurde Linkin Park-Sänger Chester Bennington an Bord geholt.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

Den kalifornischen (!) Stone Temple Pilots – bestehend aus Sänger Scott Weiland, Drummer Eric Kretz und den Gitarre- bzw. Bass-spielenden Brüdern Dean und Robert DeLeo – wurde seinerzeit die zweifelhafte Ehre zuteil, als erste Nachmacher-Grunge-Band überhaupt bezeichnet bzw. geschmäht zu werden. Leider lieferten dazu trotz musikalischer Qualität und einem mehr als acht Millionen Mal verkauften Debütalbum ("Core" von Ende 1992) sowohl der Zeitpunkt (das Jahr nach dem Durchbruch von Nirvana und Pearl Jam) als auch der Stil der Band (die prototypische Variante des leichtverdaulichen späteren Post-Grunge mit dem ebenso typischen "Knödelgesang" des Sängers Scott Weiland, der stark an den Stil Eddie Vedders oder Layne Staleys erinnerte) genügend Anlass. Die Band selbst berief sich auf gemeinsame Vorbilder – Led Zeppelin, Kiss, Jimi Hendrix, Black Sabbath – welche sie mit den "kredibilen" Exponenten des Seattle-Sounds teilte und lediglich etwas anders verarbeite als die auch durch Punk und Metal beeinflusste Sub Pop-Schule. Mit dem 1994 erschienenen Nachfolger "Purple" gelang es den Stone Temple Pilots, sich durch die Aufnahme von psychedelischen und noisigen Elementen stilistisch ein Stück von der Grunge-Ecke fortzubewegen, auch wenn sich dies längerfristig in sinkenden Verkaufszahlen niederschlagen sollte.

Gleichwohl befand sich die Band auch intern auf abschüssigem Terrain, denn die nach wie vor misstrauischen bis hämischen Kritiken zehrten tüchtig am Nervenkostüm der Musiker. Scott Weiland hatte zudem spätestens seit 1995 ein ernsthaftes Drogenproblem und wurde wegen Besitzes illegaler Substanzen verhaftet, worauf die Band vorerst getrennte Wege ging. Weiland formierte ein Seitenprojekt namens Magnificient Bastards, fand aber Ende des Jahres wieder zu den Pilots zurück. 1996 konnte man sich noch einmal für ein weiteres Album zusammenraffen ("Tiny Music... and Songs from the Vatican Gift Store"), das wohlwollendere Rezensionen als die Vorgänger erhielt, doch kam Weiland auch jetzt nicht von den Drogen los, so dass die geplante Tour zum Album gecancelt werden mußte. Der beiderseitige Frust entlud sich erneut in einem Split, wobei 1998 sowohl Scott Weiland sein erstes Soloalbum (das recht psychotische "12 Bar Blues") als auch der Rest der Band zusammen mit Ten Inch Men-Sänger Dave Coutts ein Album unter dem Projektnamen Talk Show herausbrachten. Da aber beide Projekte relativ erfolglos blieben, rauften sich Weiland, Kretz und die DeLeos 1999 ein weiteres Mal zusammen, was in dem Album "No. 4" fruchten sollte, das zumindest den Radiohit Sour Girl hervorbrachte. Danach mußte der umtriebige Sänger allerdings in den Knast, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen hatte, so dass schon wieder keine Tour stattfinden konnte.

Dass im Jahre 2001 allerdings noch ein STP-Album herauskam ("Shangri-La Dee Da"), überraschte viele Fans und Kritiker gleichermaßen, wenn sicherlich auch vertragsrechtliche Gründe eine Rolle dabei gespielt haben mögen. Denn nachdem somit der Vertrag mit A&M über fünf Alben erfüllt war, gingen die Bandmitglieder nach einer Abschiedstour 2002 scheinbar endgültig getrennte Wege – den Fans blieb als Abschiedsgeschenk die Best Of "Thank You". Scott Weiland schloss sich mit ehemaligen Guns N' Roses-Mitgliedern zur Hardrock-Supergroup Velvet Revolver zusammen, während die DeLeo-Brüder mit Filter-Chef Richard Patrick die Gruppe Army of Anyone formierten.

Eine Reunion schien nach diesen Neuorientierungen mehr als unwahrscheinlich, auch wenn die Bandmitglieder dies nie ganz ausgeschlossen hatten. Anfang 2008 allerdings ließ Scott Weiland verlauten, dass die Stone Temple Pilots sich für eine Reihe von Konzerten wiedervereinigen würden, und auch von einem neuen Album war seitdem die Rede, das im Mai 2010 schließlich ohne Titel auf dem neuen Label Atlantic Records erschien. 2012 würdigten die Pilots dann das zwanzigjährige Jubiläum ihres Erstlings "Core" mit speziellen Liveshows und einem geplanten Boxset-Reissue der Platte; außerdem erschien mit "Alive in the Windy City" eine Live-DVD eines Auftritts in Chicago.

2013 schienen die DeLeos sowie Kretz allerdings endgültig genug von den Eskapaden Scott Weilands zu haben, denn im März des Jahres gaben sie über die offizielle Website stonetemplepilots.com folgende Nachricht bekannt: "Stone Temple Pilots have announced that they have officially terminated Scott Weiland." Trotzdem der Sänger seine Entlassung zunächst dementierte und die Zukunft der Band ohne ihren charismatischen Frontmann auf der Kippe zu stehen schien, rekrutierten die DeLeos und Kretz kurzerhand (und ausgerechnet) Linkin Park-Sänger Chester Bennington als neuen Vokalisten. Dieser war bereits im Jahr 2001 einmal mit der Band aufgetreten, und wider allen Unkenrufen erschien schon im Herbst 2013 unter dem Titel "High Rise" die erste EP mit Bennington am STP-Mikrofon, die auch gute Kritiken erhielt. Bennington will aber trotzdem weiterhin Linkin Park-Frontmann bleiben.

Kollaborationen

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • 1992 Sex Type Thing
  • 1993 Wicked Garden
  • 1993 Plush
  • 1994 Creep
  • 1994 Vasoline
  • 1994 Interstate Love Song
  • 1994 Big Empty
  • 1995 Pretty Penny
  • 1995 Dancing Days
  • 1996 Big Bang Baby
  • 1996 Lady Picture Show
  • 1996 Trippin' on a Hole in a Paper Heart
  • 1997 Tumble in the Rough
  • 1999 Down
  • 2000 Sour Girl
  • 2000 Heaven & Hot Rods
  • 2000 No Way Out
  • 2000 Break on Through
  • 2001 Revolution
  • 2001 Hollywood Bitch
  • 2001 Days of the Week
  • 2003 All in the Suit That You Wear
  • 2013 High Rise (als Stone Temple Pilots with Chester Bennington)
Sonstige
  • 2003 Thank You (11. November / Best Of-CD, A&M)
  • 2008 Buy This (Best Of, A&M)
  • 2012 Alive in the Windy City (Live-DVD, A&M)

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH S F NOR FIN AUS NZ
1993 Core 53 3 27 21 36 9 - 20 - - 29
1994 Purple 15
1
10 18 25 6 - 11 - - 8
1996 Tiny Music... And Songs From The Vatican Giftshop 47 4 31 37 41 27 - 27 18 - -
1999 No. 4 41 6 - - - - - - - - 33
2001 Shangri-La Dee Da 72 9 - - - - - - - 35 -
2004 Thank You - 26 - - - - - - - - -
2010 Stone Temple Pilots 52 2 80 - - - - - - - -
Singles
1993 Plush - - 23 - - 18 - - - 47 -
1994 Creep - - - - - - - - - - 24
1994 Vasoline - - - - - - - - - 24 28
1994 Interstate Love Song - - - - - - - - - 50 47
1996 Big Bang Baby - - - - - - - - - 37 -
1999 Down - - - - - - - - - - 33
2000 Sour Girl - 78 - - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Musikexpress Visions Visions
1999 No.4
50
-
17
2001 Shangri-La Dee Da
-
38
15

All-Time-Charts

Core

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Der Bandname entstand aus der Idee, die Abkürzung der Motorenölmarke STP mit anderer Bedeutung zu füllen. Nachdem der Erstentwurf Stereo Temple Pirates verworfen wurde, kam man schließlich auf Stone Temple Pilots. Eine anderen Version der Geschichte besagt, dass der Vorschlag Shirley Temple's Pussy der Plattenfirma zu anstößig war.

Referenzbands

Coverversionen

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