Spacerock

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Abgrenzung
Ursprünge: Psychedelic Rock, Progressive Rock, Hardrock, Elektronische Musik
Herkunft: Großbritannien
Zeitraum: seit den späten 1960ern
Anders als: Shoegaze

Spacerock bezeichnet eine Form der Rockmusik, die in den späten 1960er Jahren aus Einflüssen von Psychedelic Rock und Progressive Rock sowie der elektronischen Musik entstand. Sie zeichnet sich vor allem durch Klangeffekte und Texte aus, die sich mit über- oder außerirdischen Themen befassen, und übte großen Einfluss auf Genres wie Shoegaze aus.

Einführung und Geschichte

Der Weltraum in seiner Unendlichkeit war bereits mit Beginn des Raumfahrtzeitalter in den 1950er Jahren immer wieder Thema in der Popmusik geworden. Ab etwa 1967 schlug sich die Faszination für das Universum auch in der Psychedelic-getriebenen Rockmusik, insbesondere der in Großbritannien, nieder. Allen voran waren es Pink Floyd in ihrer Besetzung mit Frontmann Syd Barrett, die auf ihrem ersten Album "The Piper at the Gates of Dawn" mit Songs wie Interstellar Overdrive oder Astronomy Domine fremde Welten und Sternensphären beschworen, effektvoll unterstützt durch den massiven Einsatz von Echo-, Hall- und anderen Soundeffekten. Auch die ersten Post-Barrett-Alben "A Saucerful of Secrets" und "Meddle" setzten den Spacerock-Kurs fort, während sich auch die Megastars der späten Sechziger wie Acts wie die Beatles, die Rolling Stones oder Jimi Hendrix zumindest in einzelnen Songs Sound und Thema des Genres widmeten. David Bowie baute gar seine Karriere auf dem "Ziggy Stardust"-Konzept auf, womit er wohl der im Mainstream erfolgreichste Space-Rock-Vertreter sein dürfte. Insbesondere waren es aber die ebenfalls britischen Hawkwind, die aus dem Spacerock-Konzept eine ganze Bandkarriere strickten. Seit 1969 bringt die Band um Dave Brock ein Album nach dem anderen heraus, ohne dabei groß von der ursprünglichen Mischung aus synthetischen Keyboard- und Synthesizer-Klängen sowie "handgemachten" Rockband-Instrumentarium abzuweichen. Insbesondere die Alben "Space Ritual" von 1973 und "Warrior on the Edge of Time" (1975) gelten dabei als Klassiker des Genres. Aus Frankreich setzten Gong Akzente, in Deutschland verfolgte Edgar Froese mit Tangerine Dream einen primär elektronisch ausgerichteten Ansatz an den Weltraumrock.

Obwohl der ursprüngliche Spacerock – dessen Grenzen zu Psychedelic, Progressive Rock und Krautrock oftmals fließend sind – in den 1980er Jahren an kommerzieller Bedeutung verlor, setzte sich sein Einfluss auf nachwachsende Musikergenerationen doch fort. Zu Beginn der 1990er Jahre entstanden mit Shoegaze, Stonerrock oder Noise-Pop neue Genres, die teils thematisch, mehr aber noch musikalisch deutlich Bezug auf die Soundflächen, langen Improvisationen und "abgespaceten" Effekte Bezug nahmen. Prominenteste Vertreter dürften hierbei Acts wie My Bloody Valentine, Spacemen 3/Spiritualized, The Verve, The Flaming Lips, Monster Magnet, Slowdive oder die seit Ende der Neunziger immens erfolgreichen Muse sein.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands:

Wichtige Alben:

  • Pink Floyd: The Piper at the Gates of Dawn, A Saucerful of Secrets, Meddle
  • Hawkwind: Space Ritual, Warrior on the Edge of Time
  • Tangerine Dream: Phaedra

Wichtige Songs

  • Pink Floyd: Astronomy Domine, Interstellar Overdrive, Set the Controls of the Heart of the Sun
  • Hawkwind: Spirit of the Age, Master of the Universe

Vorläufer

Wichtige Labels