Sleep

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Sleep
Sleep bei All Tomorrow's Parties 2009
Sleep bei All Tomorrow's Parties 2009
Herkunft: San José, Kalifornien, USA
Aktiver Zeitraum: 19901997, seit 2009
Genres: Stonerrock, Doom
Labels: Tupelo Recording Company
Earache
Tee Pee Records
The Music Cartel
Rise Above Records
Homepage: Weedian.com
Line-Up:
Al Cisneros: Gesang, Bass (1990–1997, seit 2009)
Matt Pike: Gitarre (1991–1997, seit 2009)
Jason Roeder: Schlagzeug (seit 2010)
Ehemalige Mitglieder:
Justin Marler: Gitarre (1990-1991)
Chris Hakius: Schlagzeug (1990–1997, 2009)

Sleep gelten als eine der essenziellen Bands zwischen Doom und Stonerrock. Sie wurden 1990 in Kalifornien gegründet und lösten sich 1997 zunächst auf, sind seit 2009 jedoch wieder aktiv.

Bandgeschichte

Die Geschichte der Band Sleep liest sich wie der ungeschriebene Roman zum Genre Stonerrock. Nicht nur vereinte die Gruppe aus Kalifornien sämtliche Referenzelemente des Klischees von Stonerrock und Doom wie den selbsterklärenden Bandnamen, unendliche Langsamkeit, Marihuana- und LSD-Verherrlichung und psychedelisch-wabernde biblisch-mythologische Mystik, sondern sie fiel auch noch – siehe sämtliche Bands um Scott "Wino" Weinrich – nicht etwa den berühmten "kreativen Differenzen" zum Opfer, sondern den berüchtigten Kämpfen mit Labels und Management. Dass Sleep im Nachhinein zu der wohl am kultischsten verehrten (falls man das so sagen kann) Stoner-Doom-Band überhaupt mutierten, war insofern nur das Tüpfelchen auf dem i.

Gründung (19901997)

Angefangen hat die Sleep-Historie um 1990, als die Mitglieder der Hardcore-Band Asbestosdeath beschlossen, ihren Stil radikal zu ändern, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und auf die Bremse zu treten. Ein neuer Name wurde mit dem programmatischen Sleep ebenfalls gefunden, und 1990 nahm die Band – seinerzeit aus dem kompletten letzten Asbestosdeath-Lineup mit Sänger/Bassist Al Cisneros, Schlagzeuger Chris Hakius und den beiden Gitarristen Matt Pike und Justin Marler bestehend – ein erstes Demo auf. Dieses konnte das Interesse der Tupelo Recording Company erwecken, die 1991 das erste Sleep-Album namens "Volume One" veröffentlichen. Danach stieg der zweite Gitarrist Justin Marler allerdings aus, um orthodoxer Mönch zu werden. (Romanstoff halt...) Die zweite Platte, sinnigerweise "Volume Two" benannt, war eine 3-Track-EP, deren Cover schlicht eine Abwandlung eines Black Sabbath-Albums war und die folgerichtig auch eine Version des Sabbath-Klassikers Lord of This World enthielt. Die EP erschien inoffiziell bei Off the Disk.

Ein weiteres Demo fand dann seinen Weg zu Earache Records, die es 1993 quasi unverändert als "Sleep's Holy Mountain" veröffentlichten. Durch Artwork (viel Marihuana...) und Texte (u.a. taucht das Wort "Stoner" zweimal in den Lyrics auf) gilt das Album als eine der grundlegenden Platten des Stoner-Genres als solchem. Die Wichtigkeit der Platte zeigt sich auch daran, dass "Sleep's Holy Mountain" insgesamt viermal wiederaufgelegt wurde (meist in extra schwerem Vinyl). Außerdem brachte sie der Band einen sechsstellig (!) dotierten Plattenvertrag mit dem Label London Records ein, die in Zeiten von Kyuss und Monster Magnet auf das nächste große Ding im aufblühenden Stoner-Sektor hofften.

Aber 1995 begann dann das schier unendliche Kapitel von Sleeps drittem Album. Die inzwischen zum Trio geschrumpfte Band arbeitete mehrere Jahre lang an der Platte mit dem Arbeitstitel "Dopesmoker" (...) und brachte schließlich den Oberen von London Records zu Gehör, was sie bisher erarbeitet hatten. Diese wussten vermutlich nicht, ob sie lachen oder weinen sollten, denn die Platte bestand aus genau einem Song, der dafür aber 62 Minuten lang war. Ein Tauziehen zwischen Band und Management begann, das so lange andauern sollte, bis Sleep entnervt das Handtuch warfen und zunächst einen 52-minütigen Mix der Platte/des Songs vorstellten, der aber vom Label ebenfalls verworfen wurde. Schließlich zerbrach die Band an der frustrierenden Gesamtsituation; Al Cisneros und Chris Hakius formierten das experimentelle Stoner-Drone-Doom-Duo Om, während Matt Pike mit High On Fire in etwas konventionelleren Genrebahnen weitermachte. Cisneros gründete zudem im Jahr 2008 mit anderen Stoner/Doom-Experten wie Wino, Dale Crover und Scott Kelly die Supergruppe Shrinebuilder, bei dem ganz zu Anfang auch Hakius noch mitmischte.

Auflösung (19982008)

Die Geschichte um das unselige dritte Sleep-Album war damit jedoch noch nicht zu Ende. 1998 brachte ein Freund der Band – abgesegnet von Sleep selbst – die 52-Minuten-Version der Platte als Bootleg heraus, welche nun den Titel "Jerusalem" trug. 1999 folgte der erste offizielle Release des Albums, wofür nun das Label The Music Cartel in den USA bzw. Rise Above Records in Europa verantwortlich zeichneten; hier waren die 52 Minuten allerdings in sechs Tracks aufgeteilt. Erst 2003 jedoch kam das ursprüngliche "Dopesmoker" in einem einzigen Track bei Tee Pee Records heraus, was auch heute noch als definitive Version des Albums gilt.

Kurioserweise hatten Sleep auch über die Hintertür Eingang in die Pop- und Filmkultur gefunden, da einige ihrer Stücke sich auf Soundtracks wiederfanden: Dragonaut und Some Grass kamen im experimentellen Drama "Gummo" von 1998 vor, während ein knapp vierminütiger Ausschnitt aus Dopesmoker auf dem Soundtrack zu Jim Jarmuschs Film "Broken Flowers" mit Bill Murray zu hören ist.

Reunion (seit 2009)

Im Jahr 2009 fand schließlich die lang erwartete Reunion statt, als Sleep sich für einen einzigen Auftritt beim All Tomorrow's Parties-Festival in England reformierten. Dabei wurde das komplette Album "Sleep's Holy Mountain" sowie Auszüge aus "Dopesmoker" aufgeführt.[1] Aufgrund des großen Erfolges begannen Sleep – in der aktuellen Besetzung Al Cisneros, Matt Pike und Neuzugang Jason Roeder am Schlagzeug – nach dem Konzert nicht nur mit der Planung weiterer Auftritte, sondern auch mit dem Schreiben von neuem Material. Im September 2011 wurden Sleep als Headliner für das Roadburn-Festival 2012 angekündigt, es folgten bis 2013 weitere Livedates und ausgewählte Festivalauftritte.

Diskographie

Alben
Singles/EPs
Sonstige

All-Time-Charts

Dopesmoker

Kompilationsbeiträge

Referenzbands

Coverversionen

Sleep covern...

  • Lord of this World von Black Sabbath (auf "Volume Two")
  • Snowblind von Black Sabbath (auf "Masters of Misery", Black Sabbath-Tribute)

Weblinks

Quellen

  1. Sleep bei ATP