Art-Rock / Progressive Rock

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Abgrenzung
Ursprünge: Hardrock, Klassik
Herkunft: Großbritannien
Zeitraum: von 1969 bis circa 1977
Anders als: Progressive Metal, Psychedelic Rock

Inhaltsverzeichnis

Einführung und Geschichte

Als gegen Ende der 60er Jahre die vor allem britischen Pop- und Rockbands – massiv beeinflusst durch die kreativen Vorreiter der Beatles – stilistisch offener und (oftmals drogenbedingt) ausschweifender wurden, lag ein neues Stilcrossover nicht mehr fern. In dem sogenannten Progressive Rock oder Art-Rock (so bezeichnet auch dewegen, weil viele Interpreten und Bandmitglieder dieses Genres Kunsthochschulen besucht hatten) wurden Aspekte aus der Popmusik (insbesondere deren psychedelischer Varianten) mit einem kompositorischen Ansatz verknüpft, der aus der klassischen Musik entlehnt war. Ergebnis waren einerseits "verpoppte" Versionen klassischer Kompositionen (so zu hören bei den Niederländern von Ekseption) und - mehrheitlich - zeitlich entgrenzte Rocksongs, die oftmals im Rahmen eines Konzeptalbums präsentiert wurden, d.h. ein übergeordnetes Thema in Variationen behandelten. Thematisch spielten Science Fiction und Fantasy eine wichtige Rolle, mitunter aber auch das Leben eines Menschen in verschiedenen Stadien oder philosophisch-esoterische Betrachtungen.

Zu den Vorreitern dieser Stilrichtung gehören vor allem die als "die großen Vier des Progressive Rock" bezeichneten Genesis, King Crimson, Yes und Emerson, Lake and Palmer, sowie auch Bands wie Pink Floyd, Jethro Tull und Uriah Heep, die allesamt um 1969 ihre Debütwerke vorlegten und ihren jeweiligen Sound in den 1970er Jahren weiter kultivierten. Nordamerika blieb in dieser Hinsicht lange unterrepräsentiert, wenn man von den Kanadiern Rush oder den frühen Styx aus Illinois absieht. Eine besonders bombastische Spielart des Prog-Rock präsentierten vor allem Emerson, Lake & Palmer oder das Electric Light Orchestra, die sich in extravaganten Bühnenshows mit vielen Spezialeffekten und turmhohen Instrumentalabteilungen ergingen. Auch das Zusammenspiel zwischen Pop-Instrumentarium und einem klassischen Orchester war sehr beliebt. Als spezifisch deutsche Variante des Progressive Rock ist noch der Krautrock von Gruppen wie Can, Faust, Neu! oder Amon Düül zu nennen, welcher auch den ersten genuin deutschen Ansatz von Rockmusik überhaupt darstellt. Hierbei wurde der experimentelle Faktor teilweise auf die Spitze getrieben und der Pop-Aspekt gänzlich dem freien Flow geopfert.

Auf dem Höhepunkt der Art-Rock-Ära war es dann schließlich so weit, dass die Musik sich sowohl thematisch als auch von der Performance her so weit von den Ursprüngen des Rock'n'Roll entfernt hatte, wie es nur ging. Die logische Reaktion darauf lautete Punkrock, der besagte Musik wieder zu ihren Wurzeln der drei Akkorde und der thematischen Dreifaltigkeit aus Sex, Drugs and Rock'n'Roll zurückführte. Zwar konnten sich diverse Prog-Bands noch über die 80er Jahre hinwegretten – manche wie King Crimson, Genesis oder Yes auch nur durch ihre stilistische Wandlungsfähigkeit, andere wie Marillion als Spätgeborene – doch mußte der Progressive Rock bis in die späten 90er warten, bis ihm so etwas wie ein Revival vergönnt war. Teilweise wurde dies durch Alternative-beeinflusste Gruppen wie Tool, King's X oder Phish gefördert, die ihrerseits mit Prog-Rock sozialisiert worden waren, und mit Sicherheit spielte auch die Kultszene des Progressive Metal (verkörpert durch Queensrÿche, Dream Theater, Fates Warning und andere) eine Rolle dabei. Heute sind diverse Künstler wie Porcupine Tree oder Spock's Beard im Grenzbereich zwischen Psychedelic, Alternative, Klassik, Metal und Progressive Rock unterwegs, die zwar schwerlich alle als Prog-Rocker bezeichnet werden können, auf jeden Fall aber dessen Erbe aufnehmen und weiterentwickeln.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands:
Klassischer Prog/Art-Rock:

"Neo-Prog":

Wichtige Alben:

  • Genesis: The Lamb Lies Down On Broadway
  • King Crimson: In the Court of the Crimson King
  • Yes: Close to the Edge
  • Pink Floyd: Dark Side of the Moon
  • Emerson, Lake & Palmer: Brain Salad Surgery
  • Jethro Tull: Aqualung
  • Rush: 2112
  • Tangerine Dream: Phaedra
  • Tool: Lateralus
  • Marillion: Misplaced Childhood

Vorläufer

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