Paul Westerberg

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paul Westerberg
Herkunft: Minneapolis, Minnesota, USA
Geboren: 31. Dezember 1959 (60 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1979
Genres: Post-Punk, Indierock
Instrumente: Gesang, Gitarre, Bass, Tasteninstrumente
Labels: Sire Records
Reprise Records
Vagrant Records
Fat Possum Records
Homepage: PaulWesterberg.com
Bands:
The Replacements

Paul Westerberg war Mitbegründer, Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter von The Replacements und ist auch als Solokünstler aktiv.

Biographie

Die Legende besagt, dass eines Tages im Jahre 1979 ein junger Mann in Minneapolis an einem Proberaumkeller vorbeiging, in dem eine Band den Song Roundabout der Progrock-Sultane Yes probte, den Sänger unter fadenscheinigen Gründen herauslockte und ihm weismachte, dass der Rest der Band – Bassist Tommy Stinson, Gitarrist Bob Stinson sowie Drummer Chris Mars – ihn eigentlich feuern wolle. So kam Paul Westerberg zum Sängerposten der zukünftigen Replacements, die bald zu einer festen Größe in der Punk-Szene der Twin Cities und schließlich im US-Indie-Underground der 1980er Jahre werden sollten. Westerberg nahm dabei die Zügel zunehmend diktatorisch in die Hand und steuerte vom anfänglichen Lärm in eine zunehmend an richtigem Songwriting orientierte Richtung, welche die Band schließlich auch in die Arme des Majorlabels Sire Records führen sollte. Für eine Mainstream-Karriere blieb die Band aber dennoch zu kratzbürstig, und 1990 lösten sich die Replacements nach dem letzten Album "All Shook Down" (das in Songwriting und Performance bereits ein Quasi-Soloalbum Westerbergs gewesen war) auf. Danach begann Paul Westerberg eine Solokarriere, deren erste Spuren sich auf Cameron Crowes Seattle-Komödie Singles von 1992 finden. Westerberg gestaltete den Score des Films und steuerte auch die beiden Songs Dyslexic Heart und Waitin' for Somebody bei. 1993 erschien sein formelles Solodebüt "14 Songs" auf Reprise Records, in den folgenden Jahren schrieb Westerberg auch Songs für Fernsehserien wie "Friends" und "Melrose Place". 1996 kam der Zweitling "Eventually" heraus, der bis auf den kleinen Radiohit Love Untold aber ebenfalls kaum größere Resonanz erzeugte. Westerberg verließ danach Reprise und legte sich das Pseudonym Grandpaboy zu, unter dem er bislang drei Platten mit stark Blues-beeinflusstem Material veröffentlicht hat. Sein nächstes, sehr melancholisches und Klavier-geprägtes Soloalbum unter seinem richtigen Namen trug den Titel "Suicaine Gratification" und erschien 1999 bei Capitol, litt aber unter der Umstrukturierung des Plattenkonzerns, so dass es kaum beworben wurde. Frustriert von dieser Erfahrung kündigte Westerberg auch bei Capitol und kehrte den Majorlabels ganz den Rücken.

Erst 2002 trat er wieder als Solomusiker in Erscheinung, als er gleichzeitig das Paul Westerberg-Album "Stereo" und das Grandpaboy-Album "Mono" veröffentlichte. Diese von der Kritik sehr positiv bewerteten Alben läuteten eine neue, sehr produktive Schaffensphase ein, und inklusive der Best Of "Besterberg" erschienen bis 2005 vier weitere LPs. 2006 tat Westerberg sich noch einmal mit seinen Replacements-Mitstreitern Tommy Stinson und Chris Mars zusammen (Bob Stinson war bereits 1995 an den Folgen seines jahrenlangen Drogenkonsums gestorben), um einige Tracks für eine Replacements-Best Of neu einzuspielen. 2008 lancierte Westerberg dann das Projekt "June 49", bei dem er am "49. Juni" – also dem 19. Juni – ein Album namens "49:00... Of Your Time/Life" von exakt 49 Minuten Länge für den Preis von 49 Cent zum Download verfügbar machen wollte. Nach einigen Wochen stellte sich heraus, dass erstens das Album nur 43 Minuten und 55 Sekunden lang war und es zweitens wohl Rechtsstreitigkeiten wegen eines Coversong-Medleys gegeben hatte. Als Ersatz stellte Westerberg einen Song mit dem Titel 5:05 ins Netz, der die 49 Minuten vollmachte und dessen Text auch die Umstände des Ganzen mit aufklärte.

Seitdem hat Paul Westerberg kein neues Album mit eigenem Material mehr veröffentlicht, wohl aber diverse einzelne Songs im Selbstverlag sowie das Album "3oclockreep" mit Replacements-Material aus dem Jahr 1988. Er hat außerdem für diverse Benefizaktionen gespielt und Coverversionen veröffentlicht.

Solo-Diskographie

Kompilationsbeiträge

Referenzbands

Weblinks