Paul Simon

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paul Simon
Paul Simon im Jahr 2009
Paul Simon im Jahr 2009
Herkunft: Newark, New Jersey, USA
Geboren: 13. Oktober 1941 (77 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1957
Genres: Pop, Singer-Songwriter, Folk, Weltmusik
Instrumente: Gesang, Gitarre, Tastensintrumente, Percussion
Labels: CBS, Columbia, Warner, Hear Music
Homepage: PaulSimon.com
Bands:
Simon & Garfunkel

Paul Simon ist ein US-amerikanischer Musiker und Songwriter, der als Teil des Duos Simon & Garfunkel berühmt geworden ist und auch erfolgreiche Soloalben veröffentlicht hat.

Biographie

Paul Frederic Simon kommt 1941 in New Jersey als Sohn ungarisch-jüdischer Auswanderer zur Welt und lernt während seiner Schulzeit Art Garfunkel kennen. Noch als Teenager gründen die beiden Jazz-, Folk- und Blues-Fans das Duo Tom and Jerry, mit dem sie 1957 die Top-50-Single Hey Schoolgirl veröffentlichen. Bis 1964 arbeitet Simon gelegentlich wieder mit Garfunkel, meist aber mit anderen Musikern und macht sich langsam einen Namen als Songwriter. Im Jahr darauf geht er nach England, um als Folkmusiker durch die Clubs zu tingeln und 1965 auch sein bis 2004 (!) nur in Großbritannien erhältliches Solodebüt "The Paul Simon Songbook" dort zu veröffentlichen. Zuvor aber tut er sich mit Garfunkel erneut und diesmal langfristing als Simon & Garfunkel zusammen, und das Duo erhält einen Vertrag mit Columbia, die noch 1964 das Folk-inspirierte Debütalbum "Wednesday Morning, 3 A.M." veröffentlichen. Dieses floppt zunächst, doch als der Albumtrack Sounds of Silence 1965 mit Overdubs versehen als Single erscheint, wird er umgehend zu einem Nummer-Eins-Hit und zieht das Album mit. Bis 1970 erscheinen noch vier weitere Alben von Simon & Garfunkel; außerdem steuern sie Songs zum Soundtrack des Filmklassikers "The Graduate" (dt. "Die Reifeprüfung") von 1967 bei, darunter das gerne gecoverte Mrs. Robinson. Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges geht das Duo dann getrennte Wege, und Paul Simon veröffentlicht 1972 sein selbstbetitelte US-Debüt, auf dem sich bereits die später ausgeführte Experimentierfreudigkeit mit nicht-westlicher Musiktradition zeigt und das auch die Reggae-inspirierte Hitsingle Mother and Child Reunion enthält. 1973 folgt das noch erfolgreichere "There Goes Rhymin' Simon", gefolgt vom Live-Anhängsel "Live Rhyme" sowie der Reunion-Single "My Little Town" mit Art Garfunkel. 1975 kommt mit "Still Crazy After All These Years" das dritte Simon-Soloalbum heraus, das in seiner düsteren Grundstimmung die Scheidung des Sängers reflektiert, zu einem der besten Alben des Jahres gewählt wird und mit 50 Ways to Leave Your Lover auch eine der erfolgreichsten Singles des Jahres enthält.

Danach legt Paul Simon eine Schaffenspause sein, um sich mit Projekten wie Filmmusik zu beschäftigen, und auch die zuvor erfolgreiche Softrock-Folk-Melange des Musikers trifft 1980, als das nächste Album "One Trick Pony" (ein Soundtrack zum gleichnamigen Film, in dem Simon auch selbst mitspielt) erscheint, nicht mehr den Zeitgeist. Nach dem sensationellen Reunionkonzert von Simon & Garfunkel 1981 im New Yorker Central Park kommt das geplante neue Album des Duos aber nicht zustande, und so folgt 1983 mit "Heart and Bones" Simons nächstes Soloalbum, das aber hinter den kommerziellen Erwartungen zurückbleibt. Erst mit "Graceland" von 1986, das unter den Reiseeindrücken des Musikers im von der Apartheid geprägten Südafrika geprägt ist und mit seinen afrikanisch inspirierten Sounds als eines der wichtigsten Alben im Weltmusikkontext gilt, gelingt Paul Simon wieder ein weltweiter Hit, unter anderem getragen von den Singles You Can Call Me Al und Graceland. Das Album landet in zahlreichen Verkaufs- und Bestenlisten 1987 weit oben und wird auch als politisch bedeutsam gesehen, da es die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Probleme in Südafrika richtet. 1990 erschien das thematisch wie musikalisch ähnlich gelagtere "The Rhythm of the Saints", das ebenfalls erfolgreich wird, gefolgt von einem der größten Livekonzerte überhaupt, das Simon 1991 erneut im Central Park mit südafrikanischen und südamerikanischen Bands ausrichtet und dem 750.000 Zuschauer beiwohnen. Eine MTV Unplugged-Session rundet die zweite große Soloerfolgsphase von Paul Simon 1992 ab.

In den weiteren 1990ern taucht der mittlerweile über fünfzig Jahre alte Musiker aus dem öffentlichen Radar ab und macht allenfalls durch sein "Lebenswerk", das gefloppte Musical "The Capeman" über einen minderjährigen Kriminellen aus dem New York der späten 1950er Jahre, von sich reden. Mit einer gemeinsamen Tour mit Bob Dylan im Jahr 1999, der rasch das milde positiv besprochene Album "You're the One" folgt, sowie einer erneuten Reunion von Simon & Garfunkel im Jahr 2003 kann Paul Simon sich jedoch zumindest als einer der großen Pop-Songwriter des 20. Jahrhunderts feiern lassen. 2006 erscheint das von den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem nachfolgenden "war on terror" sowie dem eigenen Älterwerden inspirierte "Surprise", das ausgerechnet von Brian Eno produziert worden war und statt Weltmusik eine Mischung aus straightem Rock'n'Roll und Enos elektronischem Input darstellt. Das Album wird wieder erfolgreicher als die Vorgänger und markiert ein kleines Comeback des Sängers.

Das neueste Album von Paul Simon, der sich 2009 wieder einmal mit Art Garfunkel auf Reunion-Pfade begab, ist im Frühjahr 2011 unter dem Titel "So Beautiful or So What" auf Simons eigenem Label Hear Music erschienen, weist deutliche Einflüsse von Bluegrass-Country auf und ist laut Simon selbst das beste Album seiner Karriere. Kann man so sehen, muss man aber natürlich nicht.

Solo-Diskographie

  • 1965 The Paul Simon Songbook (LP, CBS, in den USA 2004 veröffentlicht)
  • 1972 Paul Simon (LP, Columbia)
  • 1973 There Goes Rhymin' Simon (LP, Columbia)
  • 1974 Live Rhymin' (Livealbum, Columbia)
  • 1975 Still Crazy After All These Years (LP, Columbia)
  • 1980 One Trick Pony (Soundtrack, Columbia)
  • 1983 Hearts and Bones (LP, Warner)
  • 1986 Graceland (LP/CD, Warner)
  • 1990 The Rhythm of the Saints (CD, Warner)
  • 1997 Songs from The Capeman (Musical-Soundtrack. Warner)
  • 2000 You're the One (CD, Warner)
  • 2006 Surprise (CD, Warner)
  • 2011 So Beautiful or So What (CD, Hear Music)

Referenzkünstler

Weblinks