Pantera

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Pantera
Dimebag Darrell von Pantera
Dimebag Darrell von Pantera
Herkunft: Arlington, Texas, USA
Aktiver Zeitraum: 19812003
Genres: Heavy Metal
Labels: Metal Magic, Atco
Homepage: Offizielle Homepage
Line-Up:
Phil Anselmo: Gesang (1987–2003)
Darrell Abbott aka Diamond Darrell aka Dimebag Darrell: Gitarre
Rex Brown aka Rex Rocker: Bass
Vinnie Paul Abbott aka Vinnie Paul: Schlagzeug
Ehemalige Mitglieder:
Terrence Lee aka Terry Glaze: Gesang, Gitarre (1981-1987)
David Peacock: Gesang (1987)
Matt L'Amour: Gesang (1987)

Die von 1981 bis 2003 existierenden Pantera waren eine der einflussreichsten Heavy Metal-Bands insbesondere der 1990er Jahre. Ihr zwischen Power Metal, Thrash und Hardcore gelagerter Stil, verkörpert durch den 1988 hinzugekommenen Sänger/Shouter Phil Anselmo und Platten wie das 1992 veröffentlichte "Vulgar Display of Power", sorgte maßgeblich für eine Repopularisierung des Metalgenres im Post-Hair Metal-Zeitalter.

Bandgeschichte

Die texanische Metal-Band Pantera hat in den 22 Jahren ihrer Existenz nicht nur eine bemerkenswerte stilistische (optisch wie musikalisch) Wandlungsfähigkeit unter Beweis gestellt, sie gehört neben Black Sabbath, Metallica und Slayer auch zu jenen Bands, die diesem Genre entscheidende Neuimpulse gegeben haben. Ähnlich wie ihre Peers von Slayer waren auch Pantera zur Zeit ihrer Gründung 1981 noch stark im Glam/Hair Metal der frühen 80er verwurzelt und stilistisch noch Meilen von ihrem späteren Sound und Image entfernt. Neben Sänger und Gitarrist Terry Glaze war bereits die Kerntruppe um die Brüder Vinnie Paul am Schlagzeug und "Diamond" (später "Dimebag") Darrell Abbott an der Gitarre an Bord, kurze Zeit später verstärkt durch Bassist Rex "Rocker" Brown. 1983 erschien das erste Pantera-Album in dieser Besetzung namens "Metal Magic" auf dem eigens gegründeten geichnamigen Label, das wie gesagt noch stark in Richtung Van Halen und Kiss ging. 1984 und 1985 folgten die stilistisch ähnlichen, allerdings bereits etwas mehr Richtung Metal tendierenden "Projects in the Jungle" und "I Am the Night". 1987 folgte dann die personelle Entscheidung, die aus der durchschnittlich bekannten Glam-Metal-Truppe die definitive Metal-Band der 90er machen sollte: Terry Glaze wurde gefeuert, und Phil Anselmo kam an Bord. Der Spandex-Look wurde ebenfalls abgelegt, und das 1988 in dieser Besetzung eingespielte, programmatisch betitelte Album "Power Metal" sollte ein erster Anzeiger für die Dinge sein, die da noch kommen sollten.

Nach Jahren der Eigenproduktion erlangten Pantera schließlich 1990 einen Plattenvertrag bei Atco, der in der Scheibe "Cowboys from Hell" resultierte. Diese wird aufgrund ihrer klanglichen, textlichen und konzeptuellen Ausrichtung hin zum extremen, technisch anspruchsvollen und düster-aggressiven Metal als offizielles Banddebüt betrachtet. Es folgten Touren mit Judas Priest, Metallica, AC/DC und Suicidal Tendencies, die der Gruppe eine stark verbreiterte Zuhörerschaft bescherten. Das 1992 erschienene "Vulgar Display of Power" gilt schließlich als eine der definitiven Metal-Scheiben der 90er und darüberhinaus, da die Verbindung aus groovigen und schnellen Riffs mit Anselmos extremem, am Hardcore orientierten Vokalvortrag hier zur Perfektion geführt wurde. (Die Band selbst bezeichnete diesen Stil als Groove Metal.) Das Album erreichte Platz 44 der Billboard Charts, konnte mit seinen Auskopplungen Mouth for War (das Platz 1 der Metal-Charts erreichte), Fucking Hostile und This Love auch bei MTV Erfolge erzielen und gilt auch als "die Platte, die Metal vor dem Grunge rettete". Zudem bereitete es den Boden für den schier unglaublichen Erfolg des Nachfolgers "Far Beyond Driven", der 1994 auf Platz 1 der Verkaufscharts einstieg, obwohl es – nicht nur – laut Bandmeinung das extremste Metalalbum aller Zeiten darstellte. Die Zukunft für Pantera schien also grenzenlos, wenn es da nicht unter anderem das Drogenproblem des Herrn Anselmo gegeben hätte: Während die anderen Drei eher der Whiskey/Weed-Kombination zusprachen, hatte der Sänger schon längere Zeit mit Heroin und Tabletten herumexperimentiert, was zu einer Anspannung im Bandgefüge führte. Hinzu kam Anselmos Engagement in der Doom-Supergroup Down, bei deren erstem Album "NOLA" auch Pepper Keenan (Corrosion of Conformity), Kirk Windstein (Crowbar) sowie Jimmy Bower und Todd Strange (beide Eyehategod) mitmischten. Das 1996 veröffentlichte "dritte" Pantera-Album "The Great Southern Trendkill" traf zwar wieder auf freundliche Beachtung der Öffentlichkeit, doch ging es einher mit einer Überdosis Heroin, die Phil Anselmo für einige Minuten bereits über den Jordan schickte.

Nach diesem Schock gelobte der Shouter zunächst Besserung, und die Band unterstrich ihre Funktionsfähigkeit mit der Teilnahme an den Touren zum Ozzfest 1997 und Vans Warped 1998; eingefangen durch das offizielle Livealbum "Official Live: 101 Proof". Im Jahre 2000 erschien dann wieder ein neues Pantera-Studioalbum, das durch seinen Titel ("Reinventing the Steel") und Songs wie We'll Grind That Axe for a Long Time den Willen der Band zum Niemals-Aufgeben verdeutlichen sollte. Tatsächlich aber sollte es das letzte Album der Gruppe sein, denn nach den Anschlägen des 11. September 2001 nahm sich Phil Anselmo offiziell eine einjährige Auszeit vom Musikgeschäft, um den Schock zu verarbeiten. Der Rest der Band ließ sich zunächst darauf ein, doch als bekannt wurde, dass Anselmo mit anderen Projekten wie dem zweiten Down-Longplayer oder seiner Nebenband Superjoint Ritual durchaus willens und in der Lage war, sich musikalisch zu betätigen, erreichte die interne Stimmung ihren Tiefpunkt. Bis 2003 verkehrten die Parteien fast nur noch über Interviews und Anwälte, als Anfang des Jahres endlich die offizielle Auflösung von Pantera verkündet wurde, da klar war, dass Phil Anselmo nicht wieder zur Gruppe zurückkehren wollte. Vinnie Paul und Dimebag Darrell zogen die Konsequenzen (Bassist Rex Brown hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits durch die Hintertür verabschiedet) und gründeten mit zwei alten Freunden eine neue Band namens Damageplan, die sich musikalisch hauptsächlich an Pantera orientierte. Dieser Teil der Pantera-Historie wurde allerdings am 8. Dezember 2004 auf tragische Weise verfrüht beendet, als ein geistesgestörter Pantera-Fan bei einem Livekonzert von Damageplan die Bühne enterte und unter Anschuldigungen, das Ende von Pantera habe sein Leben ruiniert, mehrere Anwesende niederschoss, wobei Dimebag Darrell seinen Verletzungen erlag. Doch selbst dieser Verlust konnte das Verhältnis zwischen den hinterbliebenen Ex-Mitgliedern nicht wiederherstellen. 2003 erschien eine Best Of von Pantera mit dem bezeichnenden Titel "Reinventing Hell", und die Band wird nicht nur aufgrund ihrer wechselhaften bis tragischen Geschichte in den Annalen des Heavy Metal einen festen Platz behalten. 2010 wurde das zwanzigjährige Jubiläum von "Cowboys from Hell" mit einem üppigen 3-CD-Re-Release des Albums gefeiert.

Kollaborationen

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • 1992 Mouth for War (Maxi, Atco)
  • 1992 Walk (Maxi, Atco)
  • 1994 I'm Broken (Maxi, Atco)
  • 1994 5 Minutes Alone (Maxi, Atco)
  • 1994 Planet Caravan (Maxi, Atco)
  • 1994 Walk EP (EP, Atco)
  • 1994 Alive and Hostile (EP, Atco)
Sonstige
  • 1997: Official Live: 101 Proof (Live-CD, Atco)
  • 1998: Singles 1991-1996 (Atco)
  • 2003: Reinventing Hell – The Best Of (Best Of-CD, Atco)


Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV F NOR FIN AUS NZ
1992 Vulgar Display Of Power 69 - 44 - - - - - - - -
1994 Far Beyond Driven 7 3
1
8 21 2 - 14 - - 14
1995 Cowboys From Hell - - - - - 46 - - - - -
1996 The Great Southern Trendkill 29 17 4 14 37 7 - 14 4 - -
1997 Official Live: 101 Proof 84 - 15 46 - 32 24 36 16 - -
2000 Reinventing The Steel 18 33 4 26 84 27 21 14 3 - 10
2003 Best of Pantera: Far Beyond the Great Southern Cowboys' Vulgar Hits - - 38 - - - - - - - -
2003 Reinventing Hell – The Best Of - - - - - - - - - - 32
Singles
1993 Walk - 35 - - - - - - - - -
1994 I'm Broken - 19 - - - 32 - - - 49 -
1994 Planet Caravan - 49 - - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts
Musikexpress Visions
1994 Far Beyond Driven
20
-
2000 The Reinventing Of Steel
-
ohne Rang

All-Time-Charts

Vulgar Display Of Power

Referenzkasten

  • Pantera ist das spanische Wort für Panther.
  • Tomte widmeten Pantera einen gleichnamigen Song (auf: Du weißt, was ich meine, 1998): "Ich möchte kein Pantera mehr hören müssen, ich werde schon häufig genug angeschrien!"

Trivia

  • Die ersten Alben in der 80er-Besetzung wurden vom Vater der beiden Abbott-Brüder, Jerry Abbott, produziert.

Referenzbands

Coverversionen

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Videoclips

Weblinks