Novation BassStation

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Ein sehr eigenwilliges Instrument – die BassStation gibt es auch als Rackversion
Die Novation BassStation ist ein midifähiger monophoner Synthesizer, der zwei digitale Oszillatoren (DCOs) besitzt, von denen einer stimmbar ist. Zur Zeit der Markteinführung 1993 kostete die Tastaturversion etwa 900 DM.

Sound

Die BassStation ist sicherlich einer der seltsamsten Bass-Synthesizer, die je entwickelt wurden. Wer sie als Roland TB-303-Klon einsetzt, wird eine gewisse Mittenschwäche bemerken, aufgrund derer die Sounds oft wenig brilliant klingen. In den Höhen ist die BassStation irgendwie porös, was aber seinen eigenen Reiz haben kann und zu einem sehr eigenen Klangbild beiträgt. In den Bässen macht die BassStation sehr viel Druck, sie eignet sich damit besonders für subharmonische Klanggestaltung. Der Gesamtsound kann als hölzern und plastikmäßig beschrieben werden. Nicht nur Anfänger, sondern auch fortgeschrittene Techno- oder Houseinteressierte werden mit der Maschine große Probleme haben oder hatten sie bereits. Gerade heute, wo die Brillianz von Sounds maßgeblich die Geschmäcker beeinflusst, ist die BassStation ein Problemkind. Allerdings kann sich im Umgang mit der Maschine vielleicht auf mystische Art und Weise eine Art Liebe zu diesem Gerät entwickeln, weil es beim Einsatz zu Problemlösungen bei der Soundgestaltung immer wieder liebenswert scheitert. Zur Erfüllung eines Track- oder Soundmasterplans kann man also mit der BassStation eher keine Sounds machen. Erst wenn man die Maschine wirklich liebt, so hier der Eindruck, erzeugt sie plötzlich „wie von selbst“ Sounds und Modulationen, die einem Stück den i-Punkt aufsetzen können – das allerdings wie beschrieben eher zufällig. Es bedarf dazu schon einer gewissen Bereitschaft, wild zu schrauben und Zufallsergebnisse anzuerkennen. Der Oktavverschieber ist zum Beispiel derart grob designt, dass beim Umschalten ganz andere Intervalle auftauchen können, meistenfalls die Quinte. Das größte wohl allen BassStation-Usern bekannte Problem ist, dass zu Beginn eines Bass-Klangs untilgbar oder wenigstens fast untilgbar ein Knacken ertönt. Damit kann man eigentlich nur umgehen, wenn man es über die Zeit zu schätzen lernt und anstatt es subtrahieren zu wollen vielleicht sogar als rhythmische Komponente akzentuiert. Die BassStation klingt anders als die vergleichbare Roland SH-101, geht aber auch tief bis in die Subbässe und ist in den Bässen selbst sehr fett. Sie orientiert sich dort und auch insgesamt eher am Klangbild eines Kontrabasses als dem eines bundlosen E-Basses, was ihr ein gewisses Maß an Authentizität zu verleihen vermag. Die Novation A-Station baut zum Teil auf der BassStation auf.

Müll RecordsMitzi "Yakuza" Mess. Monk Sidematerial ('Round Midnight, 2017). Spulen bei Soundcloud. Bei diesem Stück mit einer langen Einleitung übernimmt die monophone BassStation den Bass und das Thema in den Höhen. Teils sind die Noten auf die gleichen Einsatzpunkte gesetzt und es wird abgewartet, was die BassStation daraus macht, also welche Note sie auf welche Weise ansteuert und spielt und wie die jeweiligen Attacks verlaufen. Bei der Vorstellung des Themas ab min. 2:25 ist sozusagen alles BassStation, Roland TR-808 und Alesis QuadraVerb. Das Glockige am Anfang kommt von der A-Station. Im Vergleich dazu ein Beispieltrack mit der Doepfer MS-404 aus dem Jahr 2008 auf der Diskussionsseite MS-404.

Drum'n'Bass - Essential

Die Maschine spielt insbesondere im Drum'n'Bass eine wichtige Rolle, weil die Hüllkurve eine gute Range hat und die für den Drum'n'Bass typischen Basslines mit ihren fallenden Basstönen somit gut zu kontrollieren sind. Wird die BassStation als Bassmaschine wie im Drum'n'Bass verwendet, dann stellen sich die oben genannten Mittenprobleme oft nicht dar und die Ergebnisse sind durchaus planbar. Der Grundsound ist beispielhaft für das, was im allgemeinen "filthy basslines" genannt wird, die Zinne bzw. das Rechteck zeigt im Ergebnis oft den typischen obertonreichen Bass-Sound des Drum'n'Bass.

"a part-timer user from japan writes: get the rack version. i got mined used for 25000yen. that's around US$210!!!!! i'm happy twiddling with it, essential if you produce drum n bass, the sub basses (program your own one lazy bum!) are just marvelous, and you can get freaky and deep basslines with this.. i love mine and wouldn't sell it for the world!!! (unless someone wants to trade a supernova with it) [...] one of the best 'new analog' modules out there. my first and my last, definitely. don't even need a super bassstation. run it through some foot pedals and you're in heaven!"[1]

Trivia

Die BassStation liegt inzwischen auch in einer Softwareversion vor, bei der allerdings die Vorteile der Hardware flöten gehen dürften.[2] Im Internet (siehe Weblinks) findet sich eine wav-Bibliothek mit 91 16bit Samples von der Rackversion. Mit der Wobble BassStation ist eine iPhone-app, eine Art Emulation des ungefähren Soundbilds der BassStation, erhältlich.[3]

Acts und Artists, die die BassStation verwenden oder verwendet haben

Drexciya, Apollo 440, RZA, Lo Fidelity AllStars, William Ørbit, Biosphere, Sensational[4], Massive Attack, Orbital, Nine Inch Nails, Radiohead, Jimi Tenor, Laurent Garnier, ATB, Sneaker Pimps, Out of Logic, Underworld, Tok Tok, Passive Musik Berlin

Unisono Soundbeispiel

  • Wiralution78 – Novation Bassstation Analogue Bass Station Synth For Sale [5] bei Youtube

Einzelnachweise

  1. Synth Site: User Review [1] bei Sonicstate.com
  2. BassStation Plug In [2] bei Novation.com
  3. Wobble BassStation iPhone-app von Ben Frost [3] Beispielvideo bei Youtube
  4. Sensational mit der BassStation in: E.A. Moore – The Rise and Fall of Sensational (2010) [4] ab min. 20:31 bei Youtube

Weblinks

  • Samplebibliothek von der Rackversion bei rhythm-lab.com/novation-bassstation-samples, 16bit wavs kostenlos, 31.1 MB
  • Artikel zur Keyboardversion [6] bei Vintage Synths

Links im Juni 2017.