Noiserock

Aus indiepedia.de
Abgrenzung
Ursprünge: Punk, Post-Punk, Experimental, Hardcore
Herkunft: USA
Zeitraum: seit ca. 1984
Anders als: Indie-Rock, Alternative Rock, Metal

Noiserock ist ein Underground-Rock-Genre, das sich auf dezidiert lärmige und disharmonische Musik bezieht, die teilweise mit dem herkömmlichen Songformat ganz bricht. Der Ursprung des Noiserock ist in den USA der mittlere 1980er Jahre zu verorten.

Inhaltsverzeichnis

Einführung und Geschichte

Aufbauend auf der Lärmigkeit von Punk und Hardcore, Elementen aus experimenteller Musik und Jazz und der schlichten Lust am instrumentalen (d.h. Gitarren-)Overkill, entstand Mitte der 1980er Jahre in den USA eine neue Form alternativer Rockmusik, die als Noiserock bekannt geworden ist. In den Zentren New York, Chicago und Minneapolis begannen Bands und Künstler wie die Genre-Überväter Sonic Youth, Big Black, Pussy Galore, Halo of Flies oder Scratch Acid damit, das Universum atonaler und amelodischer Rockmusik zwischen freier Improvisation und strukturierten Lärmattacken auszuloten. Der Gesang paßte sich dabei oftmals der Musik an, und auch die Texte lagen zwischen Zynismus, Aggression und Lakonie, wobei sich auch der Einfluß der Noise-Überväter The Velvet Underground zeigte. Bis zur Dekadenwende 1990 hatte sich die neue Szene bereits durch einige aktive Labels (allen voran Touch & Go in Chicago und Amphetamine Reptile in Minneapolis) und Bands (Helmet, The Jesus Lizard, Killdozer, Unsane, Today Is the Day, Chokebore, The Cows u.v.a.) im Underground etablieren können. Durch den von Nirvana und Grunge ausgelösten Durchbruch der alternativen Rockmusik in den Mainstream fiel auch erhöhtes Interesse auf die Noise-Szene, was sich unter anderem in größeren Besucher- und Verkaufszahlen und für einige Bands auch in Majorverträgen äußerte.

Mitte der 1990er schwappte die Welle auch auf den alten Kontinent über, in Deutschland – neben der Zelle Weilheim mit frühen Werken von The Notwist und Die Schweisser – maßgeblich befördert durch die Pionierarbeit von Guido Lucas und dessen Label BluNoise Records in Troisdorf. Zu den Blu-Bands der ersten Generation, von denen sich mittlerweile viele (zwischenzeitlich) aufgelöst oder stark umstrukturiert haben, gehörten u.a. ULMe, Harmful, Porf, Blackmail und Pendikel sowie Lucas' eigene Band zu der Zeit, Les Hommes Qui Wear Espandrillos. Da viele dieser Gruppen sich insbesondere auf die musikalische Tradition des Hardcore beriefen, spricht man hierbei auch von Noisecore.

Auch in Japan haben seit den 1990ern eine Reihe von Noise-Bands über die Landesgrenzen hinweg Aufmerksamkeit wecken können, unter anderem The Boredoms, deren Mitglieder mit New Yorker Avantgarde- und Noise-Größen wie John Zorn und Kim Gordon kooperierten, Melt-Banana, die Steve Albini als Produzent ihres zweiten Albums Scratch or Stitch gewinnen konnten, und Merzbow, das Ambient-Noise-Projekt von Masami Akita, der sich spätestens seit seiner Kooperation mit Mike Patton bei Maldoror einen Namen gemacht hat.

Um das Jahr 2000 herum war der Boom alternativer Musik jedoch bereits durch den Mainstream aufgesogen und viele Bands – von den Überzeugungstätern wie Steve Albini (anfangs bei Big Black, nunmehr mit Shellac unterwegs) oder den unkaputtbaren Melvins abgesehen – nicht mehr existent; hierbei hatten in manchen Fällen auch negative Erfahrungen mit den Businessverfahren der Majorlabels das Ihre dazu beigetragen. Inzwischen hat sich die Szene auf ein gesundes Maß zurechtgeschrumpft und zudem durch jugendliche Neueinsteiger neue Energie erhalten, so dass auch zwischenzeitlich dysfunktionale Labels (AmRep) und Akteure (Helmet, Pendikel, ULMe) mittlerweile wieder aktiv sind.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands:

Wichtige Alben:

  • Sonic Youth: Confusion Is Sex
  • The Jesus Lizard: Down
  • Porf: Früher als hier
  • Pendikel: fu ruft uta
  • Pussy Galore: Groovy Hate Fuck
  • Harmful: s/t
  • Les Hommes Qui Wear Espandrillos: Kairo
  • The Notwist: Nook
  • ULMe: Ordinary Diva
  • Boredoms: Pop Tatari
  • The Flying Luttenbachers: Revenge
  • Unsane: Scattered, Smothered and Covered
  • Big Black: Songs About Fucking
  • Scratch Acid: s/t
  • Helmet: Strap It On
  • Killdozer: Uncompromising War On Art Under the Dictatorship of the Proletariat

Wichtige Songs

  • Big Black: Kerosene
  • Helmet: Unsung
  • Pendikel: vielleicht
  • Unsane: Scrape

Vorläufer

Wichtige Labels

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