Metrum

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Das Metrum ist die wichtigste Voraussetzung für Musik neben Tonhöhe, Lautstärke und Tondauer. Das Metrum überführt diese und andere Parameter in Dramaturgie und erfüllt damit die Grundvoraussetzung der Erzählung. Klang wird auf diese Weise, durch seine Verzeitlichung, vermittelbar.

Lieber gleich Langeweile verbreiten: 12 Metronome im Kreis – mehr passiert nicht.

Diskussionsbeitrag zur General Theory of Tonal Music auf der Diskusionsseite zum Thema Metrum bei der Wikipedia

General Theory of Tonal Music und Zielsetzung des Artikels Metrum bei der Wikipedia

So langsam ahne ich, worums Dir geht, Critius, und befürchte Unheil. Heinrich Schenker als zentraler Einfluss der GTTM[1] ist durchaus umstritten. Erstens seine Einlassungen zum so genannten „Meisterwerk“ in der Musik (wo ich zum Beispiel die musikalische Praxis in den Vordergrund stellen wollte), dann die relativ starren Hierarchien des Schichtenmodells und schließlich die Idee vom „Ursatz“. Auch die Orientierung an „idealen“ Zuhörern („Hörtypen“) steht seit Adorno ganz grundsätzlich in der Kritik. Dann gibt es noch das Problem, dass hier zu tonaler Musik abgehandelt und auf explizit rhythmische Musik kaum eingegangen wird. Die Ableitung unendlicher musikalischer Formen in Richtung eines Satzes formaler Regeln halte ich geradezu für verfehlt. Damit auch den Anspruch generativer Theorien auf Universalität. In diesem Artikel von einer so speziellen Theorie auszugehen und sie nicht etwa im Rahmen des Artikels in einem eigenen Abschnitt zu behandeln, ist schwierig und im Grunde nicht angesagt. Chomskys Generative Transformationsgrammatik (... [([2])] ... man sieht den Wald vor Bäumen nicht, ist ein Treppenwitz dazu) ist in der Linguistik auch nicht das Einzige, was es so gibt. In der Einleitung gleich die GTTM zu nennen damit problematisch. Generative Modelle werden selbst im Artikel Sprachwissenschaft – und hier handelt es sich noch dazu um eine Verbindung linguistischer und musikalischer Theorie – nur am Rande ausgeführt – jedenfalls nicht in der Einleitung. Eine Auseinandersetzung, was nun richtig oder falsch ist, GTTM oder Komponententheorie ([3]), gehört hier überhaupt nicht hin. Die Einseitigkeit, die Du als Grund für die Überarbeitung angegeben hast, scheint mir jetzt doch eher von dieser Seite her zu drohen. Das sollte schon ausgewogen sein, und zwar unter dem Hut des auch für Laien Verständlichen. Schüler spätestens fünfte Klasse aufwärts sollen die Artikel verstehen können.

Allerdings sollte das Thema ausführlich in einem Kapitel behandelt werden, in dem dann auch andere Ansätze kritisiert werden können, soweit die Kritik im Einzelnen nachgewiesen wird. Bei der universellen Bedeutung, die Lerdahl und Jackendoff dem Prinzip von Spannung und Entspannung zumessen, ist viel Populäre Musik überhaupt nicht erfasst, so zum Beispiel Doom, Industrial oder Punk mit ihren langanhaltenden Spannungszuständen, meistenfalls von Beginn bis zum Ende eines Stücks. Musik für Tanzflächen überhaupt, wo die Tanzenden sich für Spannungszustände oder die Abfuhr von Spannungszuständen (zum Beispiel Trancen) auf die Tanzflächen begeben und dann wieder zu Gesprächen am Rande. Und was ist mit 4′33″? Ist das alles jetzt keine Musik? Klingeltöne als „organisierte Schallereignisse“ (Einleitungssatz zum Artikel Musik [4]). Wie sind Coverversionen zu bewerten oder musikalische Ironie. Ist Beethovens 10. Sinfonie Teil eines Werks von David Cope oder lässt es sich durch Reduktion in Urheberschaft als Beethoven verstehen? Wo lande ich, wenn ich die Peking-Oper ([5]) zu analysieren versuche? Superimpositionen und Audio-Illusionen? Tonleitern und Quintenzirkel sind rein mathematischer Natur und weisen von sich aus keinen Bezug zur Sprache auf. Ein allgemeinerer Vorwurf in Bezug auf Lerdahl & Jackendoff ist der Vorwurf des Formalismus, den die Einlassung auf die Gestaltpsychologie nicht auszugleichen vermag. Im Grunde befürchte ich auch, dass mit einer solchen Theorie Worte geschlachtet werden, was nicht weniger heißt, als die Worte auf die Goldwaage gelegt, und es ist bekannt, dass ein solches Vorgehen am Ende nicht von Erfolg gekrönt ist. Ziellose anstelle intuitiver struktureller Kopplungen liegen in solchen Fällen besonders nahe, was die Bäume dann auch mitunter hinterfragbar erscheinen lässt. Insgesamt gesehen orientieren sich Lerdahl und Jackendoff doch sehr stark am Notenbild. Das ist allerdings bei der Komponententheorie nicht anders.

Soweit sich der Artikel auf formale Aspekte von Musik und weniger inhaltliche bezieht, ist ein Teil der Kritiken vielleicht nicht so zugkräftig, wie es erstmal klingt, als solche haben sie aber dennoch Bestand. Form und Inhalt strikt zu trennen, geht eben auch nicht einfach so.

Guerino Mazzola stellt in Degenerative Theory of Tonal Music unter anderem fest, „daß die Ontologie der GTTM markant reduktionistisch ist“ und es mathematische Modelle gibt, die dem Anspruch auf Vollständigkeit weit eher entsprechen: [6]. Das meine ich auch. Reduktionismus widerspricht grundsätzlich, wie ich meine, einer Vorstellung tatsächlich existierender Vielfalt. Bei Thomas Noll [7] wird insbesondere Lerdahls Ansatz aus der Perspektive der Historischen Musikwissenschaft kritisiert. Hier noch ein kurzes Resümee von Wolfgang Just: [8]. Viele weitere Kritiken [9] bei scholar.google.de. Dass die Theorie nicht einfach so als Vorlage für einen Wikiartikel dastehen kann, scheint mir offensichtlich. Alles in allem plädiere ich für eine Rücksetzung und die Unterbringung der von Dir eingebrachten Ansätze in einem eigenen Abschnitt, der die GTTM thematisiert. Wenn Du das auf diese Weise übernehmen könntest, wäre ich an einem Ergebnis sehr interessiert. Aber so, wie es jetzt geschieht, sehe ich keine Chance. Neben der GTTM sollte dann auch der Komponententheorie auf ähnliche Weise ein Abschnitt zugestanden werden. Die Einleitung sollte bleiben, wie sie vorher war. Sie war soweit ganz gut verständlich. Vielleicht noch mit dem Zusatz, dass das Thema sich einer genauen Klärung, wie Du das angemerkt hast, bis heute entzieht [...].--Benutzer:༄U-ji| 07:27, 22. Okt. 2020 (CEST)

Einzelnachweise

  1. Arikel General Theory of Tonal Music [1] bei der de.wiki, eingesehen im Oktober 2020

Weblinks

  • Weiterführender Artikel Metrum [10] bei der de.wiki