Linda McCartney

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Linda McCartney wurde am 24. September 1942 als Linda Louise Eastman in Scarsdal (US-Bundesstaat New York, USA) geboren. Sie starb am 17. April 1998 in Tucson (Arizona, USA)

Linda McCartney wurde als erste Ehefrau des damaligen Beatles Paul McCartney bekannt. Musikalisch unterstützte sie ihren Mann bei seinen Platten und Tourneen als Backgroundsängerin und als Keyboarderin.

Biographie

Ihre Mutter Louise Eastman arbeitete in einem Supermarkt, ihr Vater Lee V. Eastman war ein erfolgreicher Rechtsanwalt. Einer seiner Klienten war der Songwriter Jack Lawrence. Dieser schrieb 1947 für die sechsjährige Linda den Song „Linda“, der 1963 vom amerikanischen Duo Jan & Dean aufgenommen wurde.

Lindas Kindheit und Jugend verlief wie die von Millionen amerikanischer Kinder. Zunächst besuchte sie Scarsdal High School, später die exklusive Sarah Lawrence School in Bronxville. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1960, studierte sie auf der Princeton University Kunstgeschichte. Dort begann ihre Freundschaft mit dem Studenten Melvin See, dem Vater ihrer ersten Tochter Heather, die am Silvestertag des Jahres 1963 das Licht der Welt erblickte. Die Freundschaft zu Melvin, dessen Wunsch, mit ihr nach Afrika zu gehen, sie nicht erfüllen wollte, ging nach einem Jahr in die Brüche. Linda setzte ihr Studium auf der „University of Arizona“ fort. Hier im „Hazel Archer At Tuscon Art Centre“ nahm sie an einem Fotokurs teil und verspürte zum ersten Mal den Wunsch, Fotografin zu werden.

Ihre Chancen für eine erfolgreiche Karriere als Fotografin waren in der amerikanischen Provinz nicht besonders erfolgversprechend. Linda und Heather zogen daher nach New York. Zunächst wurde sie Photoreporterin für das Yellowpressblatt „Town & Country“, doch sie wollte mehr. Ihr Interesse galt den Rock ´n Roll Stars wie den Beach Boys oder den erfolgreichen Gruppen der „Britischen Invasion“. Die USA erlagen dieser sogenannten „Invasion“ 1964/65 fast völlig. Viele Gruppen wie die Rolling Stones, Gerry And The Pacemakers oder die Beatles beherrschten monatelang die amerikanischen Charts. Die Beatles fotografierte Linda 1965 zum ersten Mal bei den Dreharbeiten zum zweiten Beatlesfilm „Help“. Als sie die Beatles das zweite Mal 1966 im „Shea Stadium“ fotografierte, war sie zunächst von John Lennon am meisten fasziniert. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass dessen spätere zweite Frau Yoko Ono zunächst an Paul McCartney interessiert war.

Doch noch kam es nicht zu einem direkten Treffen zwischen Linda und einem Beatle. Dafür gewann sie rasch weitere Freunde im Rockbuisness. Zeitweilig zählten Mick Jagger, Stephen Stills oder Al Kooper zu ihren festen Begleitern. Hin und wieder vertraute sie ihnen auch die Betreuung ihrer Tochter Heather an.

Ihre Fotografien gewannen am künstlerischen Format. Die Grateful Dead, die zu ihren Lieblingsgruppen zählte, brachte sie sogar dazu, für ein Foto eine Treppe herunterzukrabbeln.

1967 ging sie nach England, um dort die britische Rockszene zu fotografieren. Am 15 Mai traf sie im Bag O´Nails Club in der Kingsley Street zum erstenmal auf Paul McCartney. Vier Tage später am 19 Mai gehörte sie zu den 15 weltweit eingeladenen Photografen bei der privaten Sgt. Pepper Party des damaligen Beatlemanager Brian Epstein.

Es sollte noch ein Jahr dauern, bis es zwischen den beiden funken sollte. Paul McCartneys langjährige Freundschaft zur britischen Schauspielerin Jane Asher war kurze Zeit vorher in die Brüche gegangen und die Begegnung mit Linda am Rande einer Pressekonferenz zwecks Vorstellung der Beatlesfirma „Apple“ veränderte sein ganzes Leben. Er, der die vergangenen Jahre der Beatlemania für eine Reihe von Bekanntschaften mit dem weiblichen Geschlecht genutzt hatte, blieb Linda von nun an treu. Wie er später in einem Interview erklärte, hatte sie nicht nur etwas Mütterliches an sich, sondern war für ihn auch die erste Frau, die er als solche ansah. All die anderen vorher hatte Paul stets nur als „Mädchen“ erlebt.

Mit dem Argument, dass sie schwanger sein könnte, konnte sie Paul schnell von der Ehe überzeugen. Die Hochzeit fand am 12. März 1969 statt. Keiner der Beatles nahm an der Trauung teil. Es sollte jedoch noch vierzehn Monate dauern bis Tochter Mary am 29. August 1969 um 1.30 Uhr zur Welt kommen sollte.

Die Ehe wurde in der Endphase der Beatles geschlossen. Für Paul McCartney waren dies keine einfachen Zeiten. Er hing an der Gruppe und wollte sie gern erhalten. Dieses Vorhaben gelang ihm jedoch nicht. Die Widerstände innerhalb der Gruppe waren für die weitere Existenz der Gruppe zu groß. Paul McCartney resignierte und veröffentlichte am 17. April 1970 sein erstes Soloalbum „McCartney“. Das Album ist auch eine Liebeserklärung an Linda. Insbesondere die Songs „The Lovely Linda“ und „Maybe I`m Amazed“ dokumentieren dies.

In dieser Zeit wurde Linda zu einer großen Stütze für ihn, ohne die er vielleicht am Beatlesbruch (und an Heroin) zerbrochen wäre. Linda wurde für Paul in den nächsten Jahren zu einem festen Bezugspartner seiner musikalischen Aktivitäten. Auf der „Another Day“ trat sie zum ersten Mal als Coautorin in Erscheinung. Diese Veröffentlichung bereitete Paul und Linda einigen Ärger, da Lew Grade, der Chef von ATV, befürchtete, die Coautorenschaft wäre lediglich ein Trick, um die Einnahmen von ATV zu schmälern.

In den folgenden Jahren fand sich ihr Name unter einer Reihe von Songs wie z.B. „Give Ireland Back To The Irish“ oder „Hi,Hi,Hi“.

Als Paul McCartney 1971 die Wings gründete, war Linda mit von der Partie. Die Wings gehörten bis zu ihrer Trennung 1981 zu den erfolgreichsten Bands der siebziger Jahre. Neben Paul McCartney und Denny Laine gehörte Linda McCartney zu den festen Standbeinen dieser Gruppe.

Auf allen Wingsplatten ist Linda als Keyboardspielerin und Backgroundsängerin vertreten. Als Leadsängerin auf einer Wingsplatte trat Linda das erste und einzige Mal 1976 auf der LP „Wings At The Speed Of Sound“ mit dem Song „The Cook Of The House“ in Erscheinung. Doch bereits 1973 nahm sie nach einem Jamaicaaufenthalt mit den Wings ihre Single „Seaside Woman/B Side To Seaside“ auf, die zunächst 1977 unter dem Pseudonym „Suzi & the Red Stripes“ in den USA erschien und 1979 auch in Großbritannien veröffentlicht wurde. Der Song erreichte in den amerikanischen Billboardcharts die Nummer 59, in Großbritannien konnte die Single den 76 Platz erreichen. Zu der Single erschien ein gleichnamiger Zeichentrickfilm an dem Linda ebenso mitarbeitete wie bei dem späteren Animationsstreifen „Oriental Night Fish“.

Waren ihre Erfolge in der Musik von eher bescheidener Natur, so erreichte sie als engagierte Tier- und Naturschützerin, anerkannte Fotografin und Verfasserin von mehreren vegetarischen Kochbüchern weltweite Anerkennung. In diesen Bereichen hatte sie ihre Stärken und trat hier aus dem Schatten ihres Mannes deutlich hervor.

In ihrer 29jährigen Ehe haben sie nach unterschiedlichen Quellen nur 9 - 20 Tage getrennt voneinander verbracht. Sie überzeugte Paul von der vegetarischen Ernährung und zog gemeinsam mit ihm vier Kinder groß. Nach Heather, ihrer Tochter aus der ersten Ehe und Mary kamen noch Stella am 12.09. 71 und James Louis am 12.09. 77 zur Welt. Die McCartneys führten eine glückliche Ehe. Paul und Linda hatten Erfolg, und auch ihre Kinder traten erfolgreich eigenständige Karrieren an: James studiert Architektur und hilft auch schon einmal als Guitarist bei seinem Vater aus, Stella führte bereits ihre erste Modekollektion in Paris vor, Mary ist eine talentierte Fotografin und Heather eine anerkannte Keramikkünstlerin.

Bei einer Routinekontrolle entdeckten die Ärzte 1995 bei Linda einen Brusttumor der entfernt werden konnte. Nach einer Chemotherapie hoffte Linda die Krankheit besiegt zu haben. Erst im März 98 wurde festgestellt, dass die Krebszellen die Leber erreicht hatten. Linda McCartney starb an der Seite von Paul. Noch zwei Tage vor ihrem Tod war das Ehepaar zum letzten Mal ausgeritten.

Paul letzte Worte an seine im Sterben liegende Frau lauteten: „Du sitzt auf Deinem wundervollen Appaloosa-Hengst. Es ist ein schöner Frühlingstag, wir reiten durch den Tag, die blauen Hyazinthen sind alle aufgegangen und der Himmel ist blau“. Nach diesen Worten sei sie gestorben, so Paul. Er empfindet ihren Tod als sehr schmerzlichen Verlust und betont, dass mit ihr die Welt besser war und sie eine große Lücke in seinem Leben hinterlassen hat.

Die Familie nahm in aller Stille von Linda Abschied. Paul ließ den Leichnam seiner Frau einäschern und die Asche - bis auf einen Rest - auf der Familienfarm in Sussex verstreuen.

Das Album "Wide Prairie" mit Songs, die Linda in den vergangenen 28 Jahren aufgenommen hatte, veröffentlichte Paul McCartney im Herbst 1998 zu Ehren seiner verstorbenen Frau.

Diskographie