Julian Cope

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Julian David Cope (geb. 21. Oktober 1957 in Deri, England) ist einer der am beharrlichsten im Musikuntergrund herumgeisternden Namen seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre. Neben seiner Tätigkeit als Musiker verfasste er einige Bücher über unterschiedliche Musikszenen, die in den Szenen große Aufmerksamkeit erregten. Sein Buch Krautrocksampler führte zu einem weltweiten Revival dieses Genres. Julian Cope ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er kann als politisch interessierter Kulturaktivist gelten, der sich auch mit Okkultem beschäftigt. In Kontakt mit der Musik kam er an einem Liverpooler College.

Mai 1977 bis Mai 1978

Im Mai 1977 gründet Cope (Gesang, Gitarre, Bass) mit Ian McCulloch (danach Sänger von Echo & The Bunnymen), Pete Wylie und Stephen Spence die Band Crucial Three, die bald wieder aufgelöst wurde. Ein zweiter Anlauf mit Wylie, sowie Phil Hurst und Peter Burns wurde Mystery Girls genannt, deren größter Erfolg ein Auftritt im Vorprogramm von Sham 69 war. Nach der erneuten Auflösung gründeten Hurst und Burns Nightmares in Wax, danach Dead Or Alive, während Cope mit Pete Wylie einen dritten Anlauf mit der Band Nova Mob unternahm (bis Mai 1978). Schließlich trennten sich auch hier die Wege und Pete Wylie gründete The Mighty Wah. Der Streit zwischen Cope auf der einen Seite und McCullough und Wylie auf der anderen, wurde in der Presse mit lebhaftem Interesse verfolgt.

The Teardrop Explodes

Im Mai 1978 wurde die ebenfalls kurzlebige Bands UH? und A Swallow Madness gegründet und letztere, nachdem im November Gary Dwyer hinzukam, in The Teardrop Explodes umbenannt. Die Band wurde von Bill Drummond gemanaged. Julian Cope stellte sich als Kopf der Band derart anstrengend für die Zusammenarbeit im Bandkontext dar, dass die Fluktuation innerhalb von zwei Jahren vier Gründungsmitglieder hinwegspülte und The Teardrop Explodes im März 1983 von Cope wieder aufgelöst wurde. Es wurde ihm ein „diktatorischer Führungsstil“ bescheinigt.[1]

Solokarriere

Bereits 1983 erschien die erste Solo-LP World Shut Your Mouth, bei der frühere Aufnahmen für The Teardrop Explodes verarbeitet wurden. Die nächste LP 1984 setzte sich aber bereits deutlich davon ab und war stark an die Musik Syd Barretts angelehnt. Bis zur letzten, 2012 erschienen LP Psychedelic Revolution, orientierten sich die Veröffentlichungen an sehr unterschiedlichen Musikrichtungen, meistenfalls und bis zuletzt aber immer auch am Psychedelic. Das 1991 erschienene Album Peggy Suicide war mehr auf traditionelles Songwriting ausgerichtet und bescherte Cope seine größten Erfolge. 2001 entstand für zwei LPs die Formation Brain Donor, die sich 2003 wieder auflöste. Ebenfalls 2001 ein Album mit einer weiteren sofort wieder verwschwundenen Band, L.A.M.F.. Cope veröffentlichte zeitgleich auch weiterhin Soloalben. Aus der Arbeit am Album Black Sheep entstand das gleichnamige Musikprojekt, bei dem er hauptsächlich Mellotron spielte.

Über die ganze Zeit hinweg hat Cope immer wieder gängigere Platten bei der Industrie (Polygram, Mercury, Island) wie auch schrägere Musik bei Independent-Labels (Cooking Vinyl, American Recordings) veröffentlicht. Seit 1983 haben Donald Ross Skinner und Doggen (Tony Foster) bei einigen seiner Alben mitgewirkt, später dann ‪Thighpaulsandra‬ (Coil, Spiritualized). Julian Cope tourt kaum, seine letzte Tour führte ihn 2003 durch Armenien. 2013 erschien das Album Revolutionary Suicide, 2015 die Trip Advizer E.P..

Titelsong des 2013er Albums

Musikalische Einflüsse

Blue Cheer, Chrome, Doors, The 13th Floor Elevators, Can, Krautrock.

Geschriebenes

Bücher

  • Repossessed und Head On sind so etwas wie eine Biografie und erschienen 2000 zusammen bei Thorson.
  • Krautrocksampler wurde von der Musikpresse gefeiert und führte zu einem langanhaltenden Revival der sogenannten Krautrockszene. Das Buch wurde in deutsch, italienisch und französisch übersetzt.
  • Japrocksampler hatte kaum geringeren Einfluss und führte zu einem ebenfalls bis heute anhaltendem Interesse an japanischer Rock- und Popmusik (italienisch, französisch, japanisch).
  • Julian Cope interessiert sich neben Musik für europäische Megalithbauwerken der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit und hat auch auf diesem Gebiet ein Buch veröffentlicht (siehe Bibliografie).

Als Kommentator

Seit Mai 2000 verbreitet Julian Cope ohne Unterbrechung eine Kritik seines Albums des Monats. Er gilt als einer der ersten Blogger im Internet.[2] Durch seine Kommentare fördert er immer wieder junge und noch unbekannte Bands.

Head Heritage

1997 startete Cope sein Unternehmen Head Heritage als Plattenfirma, Webseite und Diskussionsforum.[3]

Trivia

Während seines ersten Soloauftritts soll Julian Cope sich den Bauch mit einem abgebrochenen Mikroständer aufgeschlitzt haben, was seiner Popularität in der üblichen mit ihm verbundenen Weise einen Schub gab.[4] Seine offene Einstellung gegenüber LSD und anderen Drogen und die dadurch zustandekommende Zuordnung zu Musikern in der Reihe Syd Barrett (dem Pink-Floyd-Gründer) und Roky Erickson (von den 13th Floor Elevators) wurde für Cope zunehmend zu einem Problem, das er erst spät überwinden konnte. Auf einigen Aufnahmen wird Cope als DeHarrison oder Double DeHarrison erwähnt.

Diskografie

Solo

  • Revolutionary Suicide (2013)
  • Psychedelic Revolution (2012)
  • Black Sheep (2008)
  • You Gotta Problem With Me (2007)
  • Dark Orgasm (2005)
  • Citizen Cain’d (2005)
  • Live In Japan ’91 (2004)
  • Rome Wasn’t Burned In A Day (2003)
  • Rite Now (2002)
  • Discover Odin (2001)
  • An Audience With The Cope 2000/2001 (2000)
  • Odin (1999)
  • Rite 2 (1997)
  • Interpreter (1996)
  • 20 Mothers (1995)
  • Autogeddon (1994)
  • Rite (1993)
  • Jehovahkill (1992)
  • Peggy Suicide (1991)
  • Droolian (1990)
  • Skellington (1990)
  • My Nation Underground (1988)
  • Saint Julian (1987)
  • Fried (1984)
  • World Shut Your Mouth (1983)

Weitere [5] bei Discogs

Mit The Teardrop Explodes

  • Everybody Wants To Shag .... The Teardrop Explodes (1990)
  • Wilder (1981)
  • Kilimanjaro (1980)

Mit Queen Elizabeth

  • "Hall" (2009)
  • Elizabeth Vagina (1997)
  • Queen Elizabeth (1994)

Mit L.A.M.F.

  • Ambient Metal (2001)

Mit Brain Donor

  • Too Freud To Rock ’n’ Roll, Too Jung To Die (2003)
  • Love, Peace & Fuck (2001)

Um die Black Sheep

  • mit David Wrench: Spades, Hoes, Plows (2010)
  • als Christophe F. / Black Sheep: Heathen Frontiers In Sound (2009)
  • Black Sheep at the BBC (2009)
  • Kiss My Sweet Apocalypse (2009)

Video/DVD und weitere

  • Copeulation (1989)

Weitere [6] bei Discogs

Bibliografie

  • Japrocksampler (2007)
  • Megalithic European (2004)
  • Repossessed (1999)
  • The Modern Antiquarian (1998)
  • KrautRockSampler (orig. 1995). One Heads Guide To The Große Kosmische Musik., übers. von Clara Drechsler und Ronald Rippchen (Werner Pieper) (1996)
  • Head On (1994)
  • Crazy Diamond: Syd Barrett and the Dawn of „Pink Floyd“ (1990)

Literatur

  • Julian Cope: Head On/Repossessed. Thorson (2000)

Einzelnachweise

  1. vgl. den Artikel Julian Cope [1] bei der de.wiki, eingesehen im Januar 2016
  2. Artikel Julian Cope [2] bei en.wiki
  3. Head Heritage [3] bei Headheritage.co.uk
  4. Artikel Julian Cope [4] bei de.wiki

Weblinks

  • The Head Heritage [7] bei Headheritage.co.uk
  • Japrocksampler Homepage [8] bei Japrocksampler.com
  • Projekt [9] bei The Modern Antiquarian
  • Stone me!, Interview mit Jon Savage [10] im The Guardian/The Observer, August 2008
  • Enlightenment and Salvation is Just a Stamp Away - Eine Unterhaltung mit Carl Arnheiter [11] 1995 bei Terrascope
  • Jeff Fitzgerald – The S.P.A.C.E.R.O.C.K.E.R.’s Guide to Julian Cope [12] April 2003 bei Aural Innovations
  • Andrew Perry – Julian Cope, the hit who became a myth [13] Juli 2010 bei The Telegraph

Links im Juli 2017.