Jodeln

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Takeo Ishi [1] bei YouTube. Die Japaner, was die Technik betrifft, Alter, ey ... Das ist wie mit den Japanern am Klavier, technisch fast perfekt, aber keine Seele. Japaner haben keine Seele, das weiß die ganze Welt. Hier werden auch mehrere Spuren eingespielt und oberflächlich crossgefadet. Der Hall verräts, weil der jeweilige Jodel einen etwas weiteren Hall hat als die Strophe. Völlig verboten und overproduced. Schlimm ... aus dem einen Grund unhörbar. Erfahrungsgemäß braucht man gar nicht erst versuchen, etwas anderes vom gleichen Interpreten zu finden, die Sachen sind meist in etwa ähnlich produziert. Ich suche eine authentische Aufnahme, und zwar bis spätestens morgen, ja? Kann ruhig trashig sein ...

Amtierender Weltmeister im Schnelljodeln ist Thomas Scholl, zeitweise erinnert der Jodel an Tommy Halls Jug bei den 13th Floor Elevators (Video im Artikel oben): [2]. Interessant ist, wie bei dem Tempo die Formanten stabile eigene Stufen entstehen lassen, die sozusagen besucht werden. Eine Art Audioillusion oder Hin- und Hergerissensein zwischen den stabilen Stufen findet möglicherweise statt. Was die Stufen stabilisiert, das ist ein Eindruck von Klang, Klang als vertikales Phänomen dem Verlauf gegenübergestellt. Wie kommt das zustande?

Schon besser, aber auch in Einzelspuren übereinandergelegt. Das erinnert auch an Anne Clark:

1984. Was das Geklöppele auf diesen Holzinstrumenten bloß soll? Die Stimmungen sind auch eher ungefähr. Der Japaner oben kann sehr gut stumm mit diesem Stück synchronisiert werden. Auf zwei Reitern geht das. Das gibt zu denken ... "Slave ... to the rhythm"?

Terry Riley und Philip Glass können das besonders gut. Die Spannung da, die macht mich fertig:

Die Ostinaten sollen abhauen!

[3] Jimmie Rodgers – Blue Yodeling, 1927. Der erste Yodel in den USA. Dann auch bei Hank Williams:

Komplett in die Lyrics mit eingearbeitet.

Hier stimmt jeder Ton, der Typ ist authentisch, mal sehn, ob eine Aufnahme zu finden ist, die irgendwie einigermaßen kaputt ist:

Wieviel Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit jemand aufweisen muss, der das so kann. Ist aber auch studiogecuttet. Optimiert sozusagen. Trotzdem sehr authentisch. Der macht noch irgendetwas Komisches nebenher, er beeinflusst die Formanten im Resonanzbereich und schafft auf diese Weise eine Entsprechung zu den (stabilen) Stufen der jeweiligen Tonhöhen. Kaum zu glauben, die Jodel. Mix und Master klingen irgendwie zusammengesetzt, das verunsichert beim Hören stark. Kann auch sein, dass bei der Aufnahme, was Jodel und Phrasen betrifft, die unterschiedlichen Dynamiken nicht live vollzogen wurden, weil die Lautstärken so unterschiedlich sind. Krass, jetzt 1:53 / 1:54, rhythmisch, was soll ich sagen ... das ist schon ziemlich ausgefuchst. Kaum zu verstehen ... Überhaupt eine bis in Details hinein reflektierte und elaborierte Technik. Wieviel der üben muss ... „San a lustige Leut, weil uns der Tanzboden freit ...“ Yes! Ich weiß! Da wird eine enrhythmische Verwechslung vorgenommen. Durch den zusätzlichen halben Takt. Hab' ich echt noch nie so gehört, sowas. Und hab' doch schon viel gehört. Das wird durch die ganze Strophe durchgezogen.

[4] Hier ist er ein bisschen älter. Das sollte doch heißen, dass die Technik weiter entwickelt wurde. Ist das so? Wer da mal in der Backingband gespielt hat, ist für ewig ein Held. Wie bei Elvis Presley – in Berlin gab oder gibt es einen in Friedrichshain, der einmal mit Elvis gespielt hat. Der hat einen eigenen Fanclub. Lauter Rock'n'Roller, Billys und so ... Lederwesten und so, ihr wisst schon ... Ich habe den Eindruck, dass Franzl Lang mit zunehmendem Alter weniger jodelt und mehr singt. Vielleicht kostet es Kraft, die er im Alter nicht mehr hat? Norbert (Kliemann) kann Obertongesang und hat es mir schon einmal vorgeführt. Seit Jahren wollen wir einmal wieder ein Stück zusammen machen ... nur der Gesang, über MacBook-Mikro oder Kopfhörer umgekehrt aufgenommen, und 808 und BassStation. Das sagt die Geschichte, aber die sagt ja alles mögliche ...

Der Stimmumschlag wird nicht nur über die Oktave geregelt, sondern variiert, wie das bei Anne Clarks Synthesizer auch so ist. Der Grundton bekommt dadurch einen wild grundtönigen Charakter. Mit jeder Färbung, jeder Intervallveränderung wird er anders adressiert. Arpeggien und Ostinaten und so stehen natürlich immer im Verdacht, abbildend zu sein und nicht im musikalischen Text selbst begründet. Das rhythmische Moment verweist im Grunde auch beim Jodeln auf tonhöhenferne Geräuschanteile. Warum? Weil sie tonhöhendiskret sind. Also verweist das auf metrische Aspekte. Die Differenz zwischen Metrum und Frequenz wird bestimmt je festgelegt. Da sind die Stimmbänder von Bedeutung, die Körpermitte, Extremitäten ... die Körpermitte ist bei allen Menschen so ziemlich ähnlich angelegt.

Was ist mit dem Doo Wop? Ist das mit dieser Beständigkeit des Grundtons nicht irgendwie ähnlich. Weniger beim Doo-Wop, wenn das auch angesungene Grundtonanrisse im Textverlauf betreffen mag, aber mehr der frühe Rock'n'Roll. Konsonanten, Vokale? Schön getrennt voneinander gehandhabt, offensichtlich ganz bewusst an der Artikulation gearbeitet, eben an der Reibung Konsonanten / Vokale:

Ach ... die Platters, eine Doo-Wop-Combo, deshalb ... krasser Abriss, man soll den Uploader erschießen!

Besonders Slim Whitman hatte seine Karriere auch dem Jodeln zu verdanken (siehe Indian Love Call, im Artikel eingebettet). So jedenfalls kann das in aktuelle Popmusik eingearbeitet werden – noch einmal Takeo Ishi:

2017

Weblinks

  • Weiterführender Artikel Jodeln [5] bei der de.wiki