Henry Rollins

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Henry Rollins
Henry Rollins 2008
Henry Rollins 2008
Herkunft: Washington, D.C., USA
Geboren: 13. Februar 1961
Aktiver Zeitraum: seit 1980
Instrumente: Gesang
Homepage: HenryRollins.com
Bands:
State of Alert
Black Flag
Rollins Band

Henry Rollins ist seit den frühen 80er Jahren in der Hardcore- und Undergroundszene aktiv. Er ist bisher als Sänger, Schriftsteller, Verleger, Schauspieler und Stand-Up-Comedian in Erscheinung getreten und gilt als eine der zentralen Figuren der alternativen Musikkultur.

Biographie

Henry Lawrence Garfield betrat nach einer schwierigen Kindheit und Jugend Ende der 70er Jahre die frühe Hardcore-Szene seiner Heimatstadt Washington, D.C.. Zusammen mit Kumpel Ian MacKaye, der seinerseits zur zentralen Figur der DC-Hardcore-Szene werden sollte, begann Garfield als Roadie für Punkbands zu arbeiten, während er sich nebenher in Minijobs verdingte. Dabei verbreitete sich sein Ruf als Sänger, so dass er 1980 schließlich von der Gruppe State of Alert gefragt wurde, ob er ihren Sänger ersetzen könne. Bis 1981 war Henry als Sänger und Songwriter bei der Gruppe und war auch auf ihrer ersten und einzigen EP zu hören. Dann allerdings klopften die kalifornischen Hardcore-Pioniere Black Flag, beeindruckt von seiner äußerst intensiven Bühnenpräsenz, während einer Ostküstentour bei ihm an, ob er nicht Lust hätte, bei ihnen als Vokalist einzusteigen. Er sagte zu, zog mit der Band nach Kalifornien und nannte sich fortan Henry Rollins.

Es folgten die turbulenten Jahre mit Black Flag, während denen Rollins sich nicht nur eine landesweite Reputation als einer der aggressivsten Vorturner der Hardcore-Szene erarbeitete, sondern auch zu dem tätowierten Muskelpaket wurde, als das er heute bekannt ist. Die Liaison mit Chuck Dukowski & Co dauerte bis 1986, als die Band auseinanderbrach, wobei auch persönliche Reibereien eine Rolle spielten; so war die Band zunehmend verärgert über das zum Teil gewalttätige Verhalten ihres Frontmanns gegenüber dem Publikum. 1987 nahm der auch vorher schon schriftstellerisch tätige Rollins dann das erste seiner vielen Spoken Word-Alben auf, nahezu zeitgleich zu seiner ersten Soloplatte als Musiker mit dem programmatischen Titel "Hot Animal Machine". Mit Gitarrist Chris Haskett, der ihn schon bei jener Platte unterstützt hatte, sowie dem Bassisten Andrew Weiss und Drummer Sim Cain formierte Henry Rollins dann die Rollins Band, mit denen er noch 1987 das erste Album "Life Time" einspielen sollte. 1992 kam dann das erste breiter rezipierte Album der Gruppe namens "The End of Silence" heraus, gefolgt 1994 vom bislang größten Erfolg der Rollins Band, dem Album "Weight". Darauf zu hören waren Stücke zwischen Rollins' Haupteinflüssen Jazz, unkonventionellem Metal und Hardcore, darunter die MTV-Hits Liar und Disconnect, wo sich der Muskelmann erstmals einem breiten Publikum auch von seiner humorvollen Seite zeigte (als roter Teufel, Supermann, Polizist und Nonne in ersterem, als erschreckend guter Travis Bickle/"Taxi Driver"-Verschnitt in letztererm Videoclip). In der Folge wurde Rollins auch als Schauspieler präsent und spielte unter anderem in The Chase, Johnny Mnemonic und Lost Highway kleinere Rollen.

1997 erschien das bisher letzte Album der Rollins Band in der klassischen Besetzung namens "Come in and Burn", das nicht ganz mit dem Erfolg von "Weight" mithalten konnte. Gegen Ende des Jahrzehnts löste Henry Rollins die Band auf und heuerte neue Musiker an, nämlich die komplette Band Mother Superior aus Los Angeles. Das erste Album der "neuen" Rollins Band von 2000 nannte sich "Get Some Go Again" und rockte weitaus straighter als die komplexen 80er- und 90er-Alben der alten Besetzung. Bereits im Jahr darauf folgte "Nice", das den neuen Stil fortsetzte und von der Outtakes-Sammlung "A Nicer Shade of Red" begleitet wurde. 2002 veröffentlichte Henry Rollins das Benefiz-Album "24 Black Flag Songs to Benefit the West Memphis Three", auf dem die Rollins Band 24 Stücke der alten Hardcore-Band ihres Sängers coverten.

Nachdem er seine Karriere als Musiker im Alter von etwa 50 Jahren beendet hat, ist Henry Rollins heute in erster Linie als Spoken Word-Poet unterwegs und hat unzählige Platten mit Lesungen und Spontancomedy absolviert und auf Platte veröffentlicht. In seinem eigenen Verlag 2.13.61 (sein Geburtsdatum) veröffentlicht Rollins neben seinen eigenen Platten und Bücher auch andere Bands und Künstler. arbeitet er als Kolumnist für die L.A. Weekly, als Moderator bei KCRW-FM und hat für National Geographic an Gorn To Rage?, einer Dokumentation über Aggression, mitgewirkt.[1]

Bands

Kollaborationen

Referenzbands

Weblinks

  1. Henry Rollins' 5 Favorite Bands bei spin.com