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Kadavar
"Unsere Idee war, Musik so zu machen wie im Proberaum. Wir greifen auf überhaupt keine technischen Hilfsmittel zurück. Wir nehmen es so auf, wie wir spielen, und wenn es am Ende nicht perfekt ist, dann ist es halt nicht perfekt." (Christoph "Tiger" Bartelt)

Die Gründungsmitglieder von Kadavar, die aus so unterschiedlichen Ecken wie Thüringen, Münster und Österreich stammen, lernten sich in Berlin über ihre gemeinsame Vorliebe für Musik, Stil und Outfit der 1970er Jahre kennen. Das Kernduo bestand dabei aus Gitarrist Philipp "Mammut" Lippitz und Schlagzeuger Christoph "Tiger" Bartelt, die Anfang 2010 damit begannen, Musik zu machen. Nach einigen Proben stieß dann Christoph "Lupus" Lindemann dazu, der eigentlich den Posten des singenden Bassisten besetzen sollte, sich aber bald für die Gitarre entschied, so dass Mammut an den Viersaiter wechselte. Im Gegensatz zu vielen anderen Stonerrock-Bands stand bei Kadavar von Anfang an die authentische Umsetzung der Ideen von Doom-, Spacerock-, Krautrock- und Proto-Metal-Urvätern der zweiten Reihe wie Pentagram, Hawkwind oder Grand Funk Railroad im Mittelpunkt. Auch bei der Aufnahmetechnik setzt die Band auf die Authentizität der Siebziger, indem ausschließlich live auf Vintage-Equipment aufgenommen wird; außerdem soll durch die "hartes Panning" genannte Verteilung der Tonspuren (Gitarre auf dem linken Kanal, Bass auf dem rechten, Schlagzeug auf dem halbrechten sowie Gesang in der Mitte) eine möglichst originalgetreue Reproduktion des Live-Feelings der Gruppe erzielt werden.

Bereits die ersten Shows und Samplerbeiträge von Kadavar ließen in der Szene aufhorchen. Es folgte ein Vertrag mit dem Ein-Mann-Label This Charming Man Records aus Münster, die 2012 das selbstbetitelte Debütalbum der Band veröffentlichten, welches aufgrund der unerwartet hohen Nachfrage bis heute mehrfach neu aufgelegt wurde (unter anderem in der schier unglaublichen Vielfalt von neun verschiedenen Vinyl-Editionen sowie nach Übersee an die Stoner-Spezialisten von Tee Pee Records lizenziert). Noch im selben Jahr folgte eine limitierte 7"-Single mit den Albumtracks Creature of the Demon und Living in Your Head anlässlich des Record Store Day sowie die Split-Doppel-12" "White Ring" mit der befreundeten französischen Band Aqua Nebula Oscillator, auf der sich die beiden Bands gegenseitig coverten und außerdem stark Amon Düül-beeinflusste Jams zu hören waren. Auch neben der Arbeit mit Kadavar entfalteten die Bandmitglieder rege Aktivität: Mammut spielt mit Ex-Herpes-Sänger Florian Pühs in der Hamburger Schule-inspirierten Indierock-Band Ecke Schönhauser und betreibt seine eigene "Mammut Bar" in Berlin, Lupus gestaltet Artwork für andere Bands und legt regelmäßig Psychedelic-lastige Sets in der Berliner "8mm Bar" auf; Tiger schließlich spielt in der Noiserock-Band Noem und hat in seinem eigenen Aufnahmestudio bis dato Bands wie Messer oder Solemn League produziert. Trotz dieses gut gefüllten Zeitplans konnten Kadavar am 13. Dezember 2012 im ausverkauften Berliner Magnet Club ihre Tournee zum Debütalbum mit ihrer insgesamt einhundertsten Show abschließen. Zuvor hatten sie unter anderem mit Doom-Helden wie Pentagram, Saint Vitus, Sleep oder Electric Wizard die Bühne geteilt. (... mehr im Artikel / frühere Artikel in der Bildergalerie)

Hörenswert

Fischmob – Power

Im Jahr 1997 hatte der Fischmob seine Rückkehr mit einer wahren Schwemme an EPs – darunter "Tranquilo", "The Doors of Passion" und "Triggerflanke" – angekündigt; im März 1998 erschien dann endlich der zweite Longplayer des HipHop-Elektro-Crossover-Quartetts mit dem bescheidenen Titel "Power". Im Vergleich zum Vorgänger waren die politischen und sozialkritischen Themen von Tracks wie 4'55 oder Fickpisse in den Hintergund getreten (es sei denn, man möchte die Hymne ans Verschlafen namens Tranquilo als Verweigerung gegenüber der Leistungsgesellschaft deuten). Dafür war der Glamourfaktor mit diversen Gaststars deutlich angestiegen, und auf der erfolgreichen Auskopplung Susanne zur Freiheit waren dann auch HipHop-Schwergewichte wie Smudo und Hausmarke (Fanta 4), Dendemann (Eins, Zwo), DJ Thomilla und die Stieber Twins zu hören (bzw. im aufwändigen, in Thailand gedrehten Video auch zu sehen). Selbst aus dem Hardcore-Indierock-Lager kamen mit J. Mascis (Mix bei David) und bluNoise-Guru Guido Lucas (Mix bei Johnny) zwei Exponenten herbei, um der Platte den letzten Schliff zu geben. Neben den schon von den Maxis bekannten Tracks Tranquilo und Dreckmarketing und dem ersten echten Fischmob-Battletrack (Checkt den Flavor) kommen auch die Abteilungen Elektro (Haschisch Opis, Triggerflanke RMX #1) und 80er-Käse (Craisons in the Snole) nicht zu kurz. Durchs Album führt übrigens die Synchronstimme des 80er-Kult-Fernsehdetektivs Thomas Magnum, Norbert Langer.



Plattenempfehlungen von indiepedia.de
Christian war bei der intro zu Gast:



Platten vor Gericht

im November 2012


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