Hardcore-Punk

Aus indiepedia.de

Hardcore-Punk beschrieb zunächst die Leder und Nieten-Fraktion der zweiten Welle kompromisslosen Gitarrenpunks in England, den USA und der Bundesrepublik Deutschland. Vertreter waren Crass, The Exploited, die Dead Kennedys und andere. Der Iro (engl.: mohawk) ist oft das auffälligste Merkmal derart orientierter HC-Punks. Hardcore-Punks verstehen sich als „harten Kern“ des Punk. Die ersten Bands kreideten der ursprünglichen Punkbewegung an, einige ihrer Ideale und Ziele verraten zu haben. Die dritte Welle solcher Musik wurde dann einfach Hardcore genannt und bezog sich auf Bands wie Minor Threat, die Cro-Mags, Killing Time und andere. Die Hardcoreszene differenzierte sich schnell aus und etliche Substile entstanden zum Teil mit sehr andersartiger Musik und anderen Anschauungen. Als auch in anderen Stilen Hardcorephänomene ausgemacht werden konnten, wurde Hardcore inklusive seiner Grenzbereiche im Gegensatz zum Beispiel zu Hardcore Hip Hop oder Hardcore Techno der besseren Übersicht halber mehr und mehr verallgemeinernd rückwirkend als Hardcore-Punk verbucht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Musik der zweiten Welle von Punk, also des zu der Zeit so bezeichneten Hardcore-Punk war insgesamt schneller, härter und politisch radikaler als die Musik der ersten Punkbands. Es fehlte insbesondere die Ironie und vielleicht auch viel vom Humor als eindeutigen Merkmalen von Punk, oft war an ihrer Stelle ein verschärfter Zynismus zu bemerken. Das Fehlen der Ironie oder deren Umschlagen in den Zynismus, eine neue Ernsthaftigkeit, war letztlich einer der Faktoren, die dazu geführt haben, dass Hardcore-Punk von einer Vielzahl an sehr diversen Substilen abgelöst wurde, die viel später erst (seit Ende der 1990er) unter der Bezeichnung Hardcore-Punk wieder zusammengeworfen wurden. Der Begriff von Hardcore-Punk, wie er hier verhandelt wird, entspricht der neuen Auffassung, die sich durchgesetzt hat.

in der USA waren die Dead Kennedys, die Bad Brains, Black Flag und die Teen Idles, bzw. deren Nachfolgeprojekt Minor Threat maßgeblich an der Entwicklung des Hardcore beteiligt. Mit ihnen setzte sich auch eine konsequente DIY Ethik durch, also das Vertreiben auf eigenen Labels, das Organisieren der Touren und Konzerte. Man wollte von der Plattenindustrie möglichst unabhängig sein, und gleichzeitig das Szenebewusstsein fördern – dadurch dass sich jeder aktiv beteiligen konnte. Durch dieses Szenebewusstsein etablierte sich auch einen gewissen Lokalpatriotismus und auch teilwese sehr strenge Verhaltensregeln um „zur Szene“ zu gehören. (<- Straight Edge). Diese Entwicklung ins Konservative, aus der Punkperspektive aus gesehen, zog auch unschöne Entwicklungen wie rechtsextreme oder homophobe Tendenzen nach sich, die aber nie wirklich maßgeblich waren.

Ab Mitte der 1980er wurde der Hardcore teilweise wieder etwas langsamer und vor allem melodiöser, das kulminierte unter anderem in der aufkeimenden Emo-Szene einerseits und dem Melodycore auf der anderen Seite, der als Blueprint für die Mainstreammeinung darüber, wie Punk zu klingen hat, gelten darf.

Die zweite Generation der Punks brachte einen starken politischen Aspekt in den Punk ein, der sich zwar schon bei The Clash andeutet, aber erst bei Crass, Conflict und Discharge als Prinzip zum Tragen kommt. Die drei besagten Bands verbreiteten mit ihrer Auffassung von Punk anarchistische, sozialistische und antimilitarische Positionen. Musikalisch entwickelte sich diese Form des Punks um (Crass) oder Conflict in Richtung Avantgarde, Art-Punk, während zum Beispiel Discharge sich dem Metal annäherten.

Als Gegenbewegung dieser Politisierung etablierte sich der Streetpunk, der weniger ideologisch verhaftet war und keine „wir machen jetzt Kunst“- Attitüde produzierte, sondern wie der Name schon sagt: Die Musik der Straße, des Gefühls auf der Straße war. Diese undogmatische Form des Punks sprach auch Skinheads an, er nahm Elemente des Ska in sich auf, der Hooligan-Kultur und der Englischen Pub-Kultur, näherte sich dem Pubrock an und entwickelte sich zum Oi!.

Straight Edge

In den frühen Achtzigern entwickelte sich innerhalb der Hardcore-Szene (in Anlehnung an einen gleichnamigen Song der Band Minor Threat) eine Jugendbewegung namens Straight Edge, die noch heute mit zahlreichen Bands existent ist. Die Botschaft "Don't drink, don't fuck, don't smoke!", die Sänger Ian MacKaye in dem Song mit Nachdruck intonierte, bildete das ideologische Fundament dieser Bewegung, von der sich MacKaye allerdings schnell distanzierte. Ein Anhänger des Straight Edge konsumiert somit keinerlei Drogen (auch wenn hier große Unstimmigkeiten darüber bestehen, wo der Begriff "Droge" beginnt und wo er aufhört) und enthält sich dem maßlosen und vermeintlich verantwortungslosen sexuellen "Konsum".

DIY - Do it yourself

Do it yourself oder DIY unterstreicht beim Hardcore die angestrebte Unabhängigkeit von der Plattenindustrie und deren Spielregeln von Marketing, Merchandising etc. Bands und/oder Privatpersonen gründeten schlicht ihre eigenen Plattenlabels, um die Aufnahmen ihrer lokalen Szene zu veröffentlichen.

Weiterentwicklungen

Die Genres und Subgenres die sich aus dem Hardcore entwickelt haben, sind mal mehr und mal weniger in die Hardcoreszene eingebetettet, bzw. von dieser akzeptiert. Und der Hardcore übernahm eine "Krankheit" des Metals – für fast jedes Lied und fast jede Band eine neue Subgenreschublade aufzumachen.

Die wichtigsten Stile und Substile:

Bands, Alben, Songs und Persönlichkeiten

Stilbildende Bands

Kriterium für die Einordnung war das Gründungsjahr, so kann es sein, dass Bands der "80er" Jahre noch heute aktiv sind (bspw. Fugazi), hingegen Formationen von "heutzutage" (bspw. Coalesce) sich bereits aufgelöst haben:

80er Jahre:

90er Jahre:

heutzutage:

Songs

Songs, die Hardcore thematisieren

Persönlichkeiten

Jello Biafra, Ian MacKaye, Henry Rollins, Ray Cappo, Lee Hollis, Kent MacClard, Justin Pearson, Eric Allen, Mike Watt

Compilations

Vorläufer

Labels

Fanzines

International

Deutschsprachig

Filme

Literatur

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Inhalt
Bilder
Werkzeuge