FFF

Aus indiepedia.de
(Weitergeleitet von Fff)
Wechseln zu: Navigation, Suche
FFF
Fff.jpg
Herkunft: Berlin, Leipzig, Köln, Deutschland
Aktiver Zeitraum: seit 1999
Genres: Postrock, Filmmusik
Homepage: fff-and-friends.com
Line-Up:
Falk Buchroeder – Gitarre
Thorsten Droessler – Bass, Gitarre, Samples
Guido Karnstedt – Schlagzeug
Roman Wilhelm – Gesang, Gitarre, Akkordeon

FFF gründeten sich 1999 in Halle (Saale). Die Band tritt seitdem einerseits als Quartett mit eigenen Musikproduktionen auf, arbeiten jedoch auch in wechselnden Konstellationen an kleineren Filmmusiken. Ständige Mitglieder sind Falk Buchroeder (Gitarre), Thorsten Droessler (Bass, Gitarre, Samples), Guido Karnstedt (Schlagzeug) und Roman Wilhelm (Gesang, Gitarre, Akkordeon).

Bandgeschichte

Während ihres Studiums an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) begannen der Grafiker Roman Wilhelm (solo aktiv als Roman 946) sowie der Trickfilmer und Illustrator Thorsten Droessler (dessen Cottbusser Projekt Grapefruit sich zuvor aufgelöst hatte) gemeinsam zu musizieren. Im Rahmen der Produktion einer Musik zum Spielfilmprojekt „Erdbeerfrühling“ ihrer Kommilitonin Monika Szendzielorz trafen die beiden auf den in Berlin lebenden Schlagzeuger Guido Karnstedt (vorher bei Ate Hands vor Brains und Aqualaya). Das Trio konzipierte und spielte die Musik live zu großflächigen Filmprojektionen, die Aufnahmen gestalteten sich spontan und minimalistisch. Die dem Medium Filmmusik eigene Tendenz zu langen instrumentalen Passagen und viel Freiraum übernahm die Band auch für unabhängige Produktionen. Im Album „Wetterbericht“ (2002) befindet sich die Band auf der Suche nach eigenen Bildern und Szenen, zu denen sie die Musik beisteuert. Auch sind dort erstmals längere Strecken von Wilhelms Hauptinstrument, dem Akkordeon, zu hören.

2003 begann die Band ohne Schlagzeuger, dafür mit dem Gitarristen und Fotografen Falk Buchroeder sowie der Geigerin Nancy Parczyk Experimente mit mehreren Plattenspielern unter dem Namen „Biene Horst“. Das Sampling von Vinyl blieb in der Folge auch für FFF ein wichtiges Stilmittel. Während der Arbeiten an der Musik für Thorsten Droesslers 14-minütigen Puppentrickfilm „Nebenan“ (2005) in Zusammenarbeit mit dem Illustratoren und Musiker Robert Voss sowie für Barbara Salamouns 18-minütigen Zeichentrickfilm „Ist denn die Fliege nicht meine Schwester?“ (nur Droessler und Wilhelm, 2006) entstanden erste Ideen für ein drittes FFF-Album. Um Karnstedt gründete sich 2001 in Köln die Band Octo Wallace, welche sich seitdem durch zahlreiche Konzerte und mehrere Alben einen Namen gemacht hat.

Gemeinsam mit den Künstlern und Musikern Yan Jun (Tie Guanyin), Wu Quan (Tie Guanyin, Bu Yi Yang), Feng Hao, Zhang Weiwei und Zhang Jian (FM3) begründete Wilhelm während eines längeren Aufenthaltes in Peking 2007 das improvisatorische Noise-Projekt „More Less More“, das (mit doppelt besetztem Akkordeon) dreimal im Rahmen der Veranstaltung „Waterland Kwanyin“ auftrat.

Bedingt durch die inzwischen große räumliche Trennung der Bandmitglieder (Berlin, Leipzig und Köln) wurde das dritte FFF-Album „FFFFernwærme“ erst 2008 in Köln von Chefkochschulz aufgenommen und im Jahr darauf fertiggestellt. Erstmalig als Quartett eingespielt, beinhaltet es gleichermaßen Kompositionen von Buchroeder, Droessler und Wilhelm, die sich stilistisch voneinander absetzen, Stimmensampling trat bei einigen Stücken in den Vordergrund und ersetzte stellenweise sogar den Lead-Gesang. Bei Kritikern löste der entstandene Stilmix teilweise stark voneinander abweichende Reaktionen aus.

Erstmals in der Bandgeschichte inspirierte dann ein FFF-Song Droessler zu einer neuen Zeichentrickproduktion – „Wo wir sind“ wurde 2010 präsentiert. Bewusst nicht als Musikvideo konzipiert, lässt der Film vielmehr den Eindruck entstehen, die Musik sei exklusiv für ihn geschrieben worden.

Derzeit arbeitet die Band an ihrem vierten Album „Ausffflug“.

Stil

FFF sind geprägt durch Fragestellungen der Filmmusik, die sie – entgegen landläufiger Vorstellungen – stets mit minimalen, meist analogen Mitteln zu lösen versuchte. So entstand die Musik zu „Erdbeerfrühling“ in der Besetzung Gitarre-Bass-Schlagzeug als Liveaufnahme fast ohne Overdubs. Die in der Musik zu „Ist denn die Fliege nicht meine Schwester?“ dominierenden Sphärenklänge entstanden beispielsweise durch die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste an einer Gitarre. Inhaltlich findet die biografische Auseinandersetzung mit den beiden deutschen Staaten vor und nach dem Mauerfall sowie die Positionierung im Dazwischen oft Anklang in Musik und Texten. Neben Indie zählen Jazz, Elektronik, Kraut- und Postrock sowie experimentelle Musik zu den Einfüssen.

Bandname

Als Produzenten einer Filmmusik verfügte die Band vorerst über gar keinen eigenen Namen. „FFF“ wurde während der Aufnahmen zu „Wetterbericht“ eher zufällig gewählt, zudem ohne eine bestimmte Bedeutung für die Abkürzung parat zu haben. Zahlreiche bekannte und unbekannte Bands weltweit tragen den Namen FFF. Die hier beschriebene Gruppe sieht sich als Token einer Stereotype, als eine von vielen Bands mit einem nichtssagenden Namen.

Diskographie

Alben
  • 2000 Erdbeerfrühling (Filmmusik, Label: Reibeisen)
  • 2002 Wetterbercht (Label: Reibeisen)
  • 2009 FFFFernwærme

Referenzbands

Octo Wallace, Calling Linus, Chefkochschulz

Weblinks

Filme