Electric Indigo

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Electric Indigo (*1965 in Wien als Susanne Kirchmayr) ist Musikerin, DJ und Komponistin im Bereich der Elektronischen Musik, der Elektronischen Tanzmusik und der Computermusik, für die sie 2012 den outstanding artist award Musik vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur in Österreich gewann.[1] 2013 erhielt sie das österreichische Staatsstipendium für Komposition. Zusammen mit Trishes war sie Kuratorin des Popfests Wien 2015 und betreibt ihr eigenes, 2003 gegründetes, Label indigo:inc recordings. Sie lebt und arbeitet in Wien und Berlin.

Hintergrund

1989 fängt Electric Indigo mit dem DJen an. Ausgehend von Jazz und Funk entwickelt Electric Indigo sich zunächst in Richtung House und Techno. Als DJ will sie weniger den Publikumsgeschmack bedienen als ihre eigenen Musikvorstellungen promoten: "I have a lot of fun with the music that I play [...] it's also ironic, sometimes I think that a track is really funny and it makes me laugh ..."[2] Die ersten eigenen Veröffentlichungen erscheinen 1993, zeitgleich mit ihrem Umzug nach Berlin. In Berlin arbeitet sie bis 1996 im Techno- und House-Kultplattenladen Hardwax, danach zieht es sie wieder nach Wien.

Berlin prägt ihren DJ-Stil und bald ist sie Teil der internationalen DJ-Szene. 1998 ruft die Feministin Electric Indigo die internationale Datenbank female:pressure ins Leben, die Musikerinnen logistische Unterstützung bei ihren Projekten ermöglicht. Im Jahr 2000 legt sie bei einer Großveranstaltung im Rahmen der Loveparade auf. 2005 stellt Electric Indigo am ZKM Karlsruhe mit European Voices eine Bearbeitung der Hymnen aller EU-Länder in einer elektronischen Dekonstruktion vor, bei der die Hymnen im Sinne einer Einstimmigkeit zusammengeführt werden.[3] 2006 wird sie DJ beim Wiener Sender für Elektronische Musik Play.fm und ist Jurorin des Protestsongcontest in Wien. 2009 erhält female:pressure einen Honorary Mention im Rahmen des Prix Ars Electronica.[4] 2010 komponiert sie sechs Themen für den österreichischen Pavillon bei der EXPO Shanghai.[5] 2015 erscheint Cinq/Zero auf Suicide Circus, 2016 die Seven EP als 12". Im März 2018 schließlich das erste Album 5 1 1 5 9 3 als Doppel-12" oder CD auf Robert Henkes Label Imbalance Computer Music. Abgesehen von den frühen Acid-Anteilen fasst das Album das musikalische Schaffen von Electric Indigo zusammen und baut darauf auf. Eine besondere Rolle spielt wieder die Granularsynthese, insbesondere Henkes Granulator.[6] Wem der Begriff Granularsynthese nicht ausreicht, um ein logisches Klangbild zu rekonstruieren, kann sich den Umgang mit Schmelzgranulat vor Augen führen.

Musik

  • Electric Indigo & Thomas Wagensommerer – Morpheme excerpt (2014) –> [9] bei Vimeo. Das Stück beschäftigt sich mit der Granularsynthese. Aus dem Infotext:
All sounds are derived from a 9 seconds long audio recording of one phrase [...] The source text is deconstructed and reassembled on a sonic, musical, linguistic and graphical level. Morpheme can be performed as a multichannel audiovisual concert.[7]

Ihre ersten Produktionen orientieren sich an einer trashigen Auffassung des zu der Zeit aktuellen Acid[8], spätere Produktionen sind von der Ausrichtung her offener und, wie ihre DJ-Sets, mehr am Minimal- und am Detroit Techno orientiert.[9]

<– Takhi (2013)

<– 4.31 Hz (2018)

  • "As a composer and musician, she emphasizes the spatial-temporal placement of subtly textured sounds."[10]

Electric Indigos musikalische Entwicklung lässt sich bisher in drei Phasen einteilen, in deren Verlauf eine zunehmende Offenheit gegenüber experimentellen Musikformen zu erkennen ist, die zur letzten Dekadenwende unüberhörbar geworden ist. Die Erfahrungen aus den vorhergehenden Arbeitsweisen gehen dabei zumeist hörbar in die je neuen Ausprägungen ein. Electric Indigo spielt Livesets, DJ-Sets in Clubs, beschäftigt sich mit Klanginstallationen und komponiert hin und wieder Musik für Bühnenstücke und Kurzfilme.

Trivia

Gemeinsam mit Erdem Tunakan und Patrick Pulsinger war sie 1994 Teil des Projekts Northstar, 1997 mit Can Oral Teil des Projektes Loisaida Sisters. 2015 wurde sie mit dem österreichischen Frauenring-Preis ausgezeichnet. Zur Zeit schreibt sie an ihrer Biografie unter dem Arbeitstitel The Future of a DJ.

Diskografie

Einzelnachweise

  1. outstanding artist awards [1] beim Bundeskanzleramt Österreich
  2. Benedetta Cucci – Girls On The Wheels Of Steel (2006) [2] Interview bei Youtube, ab 4:49 min.
  3. ZKM_Veranstaltungen 01|2005 [3] Archiv beim ZKM Karlsruhe
  4. s.o., Kurzvorstellung Prix Ars Electronica
  5. World Expo Shanghai [4] bei tsetse.cc
  6. Steph Lee – Electric Indigo. 5 1 1 5 9 3 (2018) [5] bei Resident Advisor
  7. Morpheme: Infotext bei Vimeo
  8. Acid-House zum Beispiel auf der 1993er 12" Skyway/No Headroom (1993) [6] bei Youtube
  9. Electric Indigo – Angara (2009) [7] bei Youtube
  10. Kurzvorstellung Prix Ars Electronica (2013) [8] bei aec.at

Weblinks

  • Homepage [11] bei indigo-inc.at
  • Sven Gaechter – Electric Indigo Biography / Discography (2010) [12] bei medialoca
  • Susanne Kirchmayr – Gudrun Gut: Tanz durch die Fettnäpfchen (2007) [13] Interview einmal umgekehrt, bei der De:Bug
  • Profil [14] bei Soundcloud
  • Profil [15] bei Resident Advisor
  • Janina Rook – Here She Is Reel. Folge #1.5: Elektro-Frauen mit Electric Indigo (2013) [16] warum weibliche DJs nicht Djanes genannt werden sollten, ab min. 14:27 bei Youtube
  • Vina Yun – Keine Frauen hinter den Decks (2013) [17] beim Missy Magazin
  • Artikel Electric Indigo [18] bei der de.wiki

Musik

Links im Mai 2017.