Deep Funk

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Deep Funk oder auch Rare Funk oder Raw Funk ist ein Subgenre des Funk, das seit Mitte der 1960er-Jahre in den USA aufkam. Die Deep-Funk-Szene hat bis in die 1970er hinein eine Unzahl kurzlebiger Bands hervorgebracht, die, infolge der 1960er-Singles-Hysterie, 7"s im Rahmen einer Stylemania produzierten, ohne dass die Produktionen auf eine langfristige Massenwirksamkeit angelegt waren. Tendenz war entweder die Hitsingle als Clubsingle oder eine containerartige Einbindung in einen genreähnlichen Kontext. Wo es sich hauptsächlich um die Musik von Afroamerikanern handelte, stand der Gedanke der Hood und einer Genrebildung ohne große Starallüren im Vordergrund. Die Namen der Bands blieben darüberhinaus unbekannt. Die Singles der Deep-Funk-Szene werden heute zum Teil zu drei- oder vierstelligen Beträgen gehandelt.[1] Das Partikel Deep bedeutet in diesem Zusammenhang im Sinne von Deep into ... eine genaue Kenntnis der Traditionen und Genrezusammenhänge.

Hintergrund

Eine Singleszene gab es bereits wenige Jahre zuvor, als Garagenbands infolge der Beatlesmania den Vinylmarkt fluten. Pressungen werden zu dieser Zeit erschwinglicher, die Studios kleiner, die Interessen spezifischer. Die 1970er-Jahre brachten dann die Vielfalt der Stile. Die Singles der 1960s-Funk-Underground-Szene sind betont unspektakulär und binden sich ohne weiteres in einen DJ-Zusammenhang ein. Nahe sind gerade noch Soul, Disco und House, ohne vollständig mit der Deep-Funk-Szene zu fusionieren. So behält die Szene ein eigenes Image und Kontur. Bands und Acts werden gerade darauf gesetzt haben. Die Ähnlichkeiten zwischen den Stücken, ihre Kompatibilität für DJ-Sets, verleiht der Szene einen Platz in der Geschichte, ohne dass Akteure im einzelnen in den Vordergrund träten.

Musik

Rare Deep Funk Breaks 45 Compilation.

„Der Deep-Funk-Sound ist eine Art rauer Rhythm and Blues, der mit Breaks, Bläsersätzen und oft mit einer Hammond-Orgel gespielt wird. Zum Teil weicht die Musik deutlich vom typischen Disco Funk der 1970er-Jahre ab, indem der Sound wesentlich rauer und ungeschliffener ist.“[2] Die durchlaufend stark synkopierten und rhythmisierten Drums werden durch den Gesang mehr ergänzt, als dass sie ihn begleiten. Der Gesang erschöpft sich zumeist in ein- oder zweiteiligen Phrasen – allesamt aus Sprechakten generierte Performative. Alle Repetitionen finden für die Stabilität der Songs statt, die sich nahe am Stück-Modus befinden, also ihre Eigenart als Songs, wie das Songwriting sie zugrundelegt, zum Teil zugunsten eines längeren Flows als, wie im DJ-Set eingebettete, Songs aufgeben. Entsprechend oft kommen Module und sogar Stereotypen des Funk zum Zuge, sind aber durch einen, der 7" angepassten, mittigen und in Bässen und Höhen weniger dynamischen Gesamtklang, in eine Art Genresound eingepasst. Gitarre und Bass ergänzen punktgenau die zumeist flatternden Drums und Percussion und sind sonst wenig zu hören. Bläsersätze und Chöre sind zur Ergänzung angelegt. Es gibt kaum Eigenheiten oder besonders memorisierbare Einzelheiten in den Songs, nicht einmal die Refrains taugen dazu, die Musik ist weitgehend standardisiert und alle Extras spielen sich in einer bereits verorteten Genremitte ab. Für DJs ein leichtes Spiel, zumal die Tempi sich ähneln – ein flotter Beat zwischen 130 und 140 Bpm. Überschneidungen gibt es zum Jazz, besonders auch dem Acid Jazz hin, wenn er als Stilrichtung des Jazz verstanden wird. Als Stilrichtung des House sind Abgrenzungsbestrebungen vorzufinden, die insbesondere, wie hin zum Soul, die rhythmische Gestaltung und die Form des Songs betreffen. Soul ist zumeist auch balladenhaft und langsamer als Funk. Die Szene fängt auch hier, wie in allen anderen Szenen, alle Ungereimtheiten der Musik über den Szenezusammenhalt auf, der deutlicher verbindet, als der allgemeine Bezug auf deutliche bandspezifische Ausprägungen.

Einzelnachweise

  1. Artikel Deep Funk [1] bei der de.wiki
  2. Artikel Deep Funk [2] bei der en.wiki

Weblinks

  • Artikel Deep Funk, Talk [3] bei der en.wiki

Musik

  • Old School Deep Soul Mix around 70s [4] bei Youtube, Deep Soul und Deep Funk sind benachbarte Stilrichtungen. Die langsameren Stücke, bei denen die Sänger und Sängerinnen sich mehr entfalten, sind gewöhnlich mehr dem Soul zuzuordnen.