Cocktailparty-Effekt

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Beim Cocktailpartyeffekt handelt es sich um ... (wird ergänzt).

High Resolution Hochauflösend nenne ich die meisten aleatorischen Stücke, Zufallskompositionen wollte ich sie nicht nennen, weil ich nicht an den Zufall glaube, wie er im allgemeinen verstanden wird, nämlich komplettes Unverständnis bedeuten soll. Ich glaube, der Zufall ist eine, von einer Gesellschaft a priori vereinbarte, dynamische Bezugsgröße im Sinne einer Blackbox auf Zeit. Diese grundlegende Halluzination (nescience) betrifft eine Gesellschaft, solange sie zustandekommt. Eine Gesellschaft sieht sich veranlasst, Lösungs- und Erklärungsmöglichkeiten zu schaffen. High Resolution bedeutet für mich, dass zunächst eine intuitive Verteilung und Flexibilität der rhythmischen Aspekte im Flow angesprochen wird, das war bei pm 13 – Aleatorik II (2015) der Fall. Jetzt will ich eine vertikale Syntax etablieren, wo ich die Erkenntnisse daraus auf die Klangebene übertrage, um dort einen Anfang zu finden (später auch zurück). Basis ist der Cocktailparty-Effekt. In solchen orientierungslosen Situationen werden Anker und Rettungsringe geworfen, Tonhöhendifferenzen werden als kurzgefasste rhythmische Differenzen auf engem Raum verstanden. Daraus entstehen die Klänge, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich genau umgekehrt verhält. In der Folge dann in wechselnden Perspektiven. Die Hörer meiner Musik sind ja nicht dumm, also wie veranstalte ich das, sie ins Nichts zu versenken, ihnen signifikant für eine Zeitlang die Orientierung zu nehmen? Zum Beispiel durch ein Angebot mehrerer simultaner oder beinahe-simultaner Schönheiten. Anschließend entstehen Formen, ein paar Wege, wie es weitergehen könnte. Möglichkeiten für den Cocktailparty-Effekt sind neben einem flexiblen Soundwall als grundlegender Form Auftakte, Repetitionen von Teilen des Gesamtmotivs als Intro, freigestellte Instrumente, Dynamik- und Panoramaschwankungen, Hallraum- und Effektvariationen usw. – alle denkbaren Übergänge und Intros/Outros. Daraus entsteht dann irgendwo eine Deutlichkeit, die akzentuiert wird und so etwas, wie einen Rettungsring oder einen Anker darstellt. Irgendwo, weil irgendwann und irgendwo eine Symbiose eingingen, irgendwann könnte ich auch sagen. Der Cocktailparty-Effekt ist Ausgangspunkt, Interimssituation und möglicherweise auch Endpunkt eines Stücks. Entgegen einem DJ-Set, bei dem zwei Plattenspieler eingesetzt werden, sind beim Cocktailparty-Effekt unendlich viele Plattenspieler denkbar. Ein infinitesimales Konzept, wie bei Edgar Allan Poes Pym. Bei diesem Artikel geht es also weniger um den Effekt selbst, als um die Bedeutung des Effekts im Rahmen von Kompositionen.

Die Cocktailparty selber. Das Pianomotiv orientiert sich an einer Erfahrung aus der Cocktailparty. Zum Beispiel Polyrhythmik, hier ab Minute 6:18. Aus der Polyrhythmik heraus entfaltet sich Eddie Berts Solo.

Acheiropoieten bei Summenaufnahmen und Livesets sind auffällig oft mit Superimpositionen verbunden. Oft ist ein gewisser Nebel, zum Beispiel durch die Integration eines Cocktailparty-Effekts mit ihnen verbunden. Eine Unschärfe, die dem Gehör ein hohes Maß an Freiheit zu geben imstande ist, um es dann gegebenenfalls wieder aufzufangen. Acheiropoieten sind keine graduellen Phänomene und entziehen sich auf diese Weise gezielter additiver Synthese, entweder sie sind da oder sie sind nicht da. Die Phänomene sind so schwer zu glauben, weil das Aktionspotential undefinierbar ist, nicht zu erkennen. Wer oder was steckt hinter einer Superimposition? Um den Begriffsapparat ein wenig auszudifferenzieren: Audio-Illusionen beziehen sich auf einzelne Instrumente, zum Beispiel Klaviere, ohne Klangeffekte einzubeziehen und Superimpositionen auf Klänge. Eine Superimposition ist eine Audio-Illusion, aber eine Audio-Illusion taugt nicht zur Superimposition. Sie ist zweidimensionaler, auch im Klangeindruck. Das kann eine Masse von Tasten im Cluster nicht repräsentieren. So geht es mit jeder Grundeinstellung, wie sie definiert wird, bei Expandern in der Elektronischen Musik. Im Umgang mit Presets ist es ähnlich und berührt eine kaum eruierte Sphäre bei der musikalischen Produktion. Presets sind schließlich auch oft sehr komplexe Klangkörper auf Grundlage komplexer Texturen. Zum Beispiel: Die Kugel bohrt sich in Zeitlupe durch den Schädel, zermatscht das Gehirn und tritt hinten wieder aus! So ab 1:50 klingt der eine Synthesizer wie wenn Lou Reed singt, was die brüchig-instabilen Tonhöhenverläufe betrifft.

Weblinks

  • Artikel Cocktailparty-Effekt [1] bei der de.wiki
  • Artikel Acheiropoieton [2] bei der de.wiki
  • Harald Slatky – Hörbeispiele zu einem Cocktail-Party-Prozessor (1992) [3] Sound oder kein Sound bei cocktail-party-processor.de. Auch ohne Sound informativ.
  • Tilmann Wittenhorst – Google-KI beherrscht selektives Hören (2018) [4] bei heise.de