Brian Wilson

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Brian Wilson
Brian Wilson
Brian Wilson
Herkunft: Inglewood, Kalifornien, USA
Geboren: 20. Juli 1942 (77 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1961
Genres: Pop, Surf, Psychedelic Rock, Progressive Rock, Singer-Songwriter
Instrumente: Gesang, Bass, Tasteninstrumente
Labels: Capitol, Sire, Reprise, Warner, Nonesuch Records, Caribou
Homepage: BrianWilson.com
Bands:
The Beach Boys

Brian Douglas Wilson war als Gründungsmitglied und Hauptsongwriter der Beach Boys maßgeblich für die Entwicklung des spezifisch amerikanischen Surf-Pop-Sounds der frühen 1960er Jahre verantwortlich. In den späten Sechzigern schuf er dann mit dem Album "Pet Sounds" eines der am höchsten gelobten Werke der Popmusik, zerbrach aber auch beinahe am Erwartungsdruck – gespeist unter anderem durch die künstlerische Rivalität mit den Beatles, wegen deren "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" er die Arbeit an seinem geplanten Meisterwerk "Smile" abbrach – und verbrachte Jahre in psychiatrischer Behandlung. Heute ist Brian Wilson einer der respektiertesten Songwriter der Welt und tritt auch wieder live auf.

Biographie

Der 1942 in Kalifornien geborene Brian Wilson entpuppte sich bereits im Kleinkindalter als hochmusikalisch und begann früh mit dem Experimentieren mit Musik. Zusammen mit seinen Brüdern Carl und Dennis sowie seinem Cousin Mike Love nebst Klassenkamerad Al Jardine stand dann 1960 das klassische Lineup der Beach Boys, deren Hauptsongwriter Brian Wilson den Großteil des kommenden Jahrzehnts darstellen sollte. Mit eingängigen Melodien und den hochnotigen Satzgesängen, die Songs wie Surfin' USA, California Girls oder Barbra Ann zu Hits machten, etablierte Wilson mit seiner Band einen genuin amerikanischen Pop-Sound, der bis zum Eintreffen der "British Invasion" nahezu unangefochten über die Plattenteller und Radiogeräte der US-Teenager herrschen sollte. Als besagter Pop-Einfall ab 1964 dann aber mit Bands wie den Rolling Stones, Kinks und vor allem Brian Wilsons Nemesis, den Beatles, über Surf-Country einbrach, erlebte Wilson seine erste handfeste psychische Krise. Diese beantwortete er zunächst mit dem Rückzug aus der Live-Performance der Gruppe (bei deren weiterhin stattfindenden Konzerten er schließlich durch Glen Campbell ersetzt wurde), blieb im Hintergrund aber als Songschreiber aktiv. Mit den Beatles, die ebenfalls ab 1965 aus ihrem bisherigen Beat-Pop-Schema zu expandieren begannen, verband ihn eine starke gegenseitige kreative Konkurrenz: Nachdem die "Fab Four" 1965 mit "Rubber Soul" ihr erstes musikalisch experimentelleres und lyrisch stark von Bob Dylan beeinflusstes Album vorgelegt hatten, machte sich Wilson an das Schreiben eines Songzyklus, der in dem 1966 veröffentlichen Album "Pet Sounds" gipfelte. Die Platte, welche heute als eine der wichtigsten und einflussreichsten Pop-Scheiben aller Zeiten gilt, zeigte die Beach Boys quasi als musikalisches Vehikel für Wilsons kompositorische und studiotechnische Visionen, sorgte aber auch erstmals für Spannungen zwischen Brian Wilson und dem Rest der Band, da sie sich stark vom naiv-fröhlichen Surf-Sound der bisherigen Beach Boys abhob. Kurz nachdem die Beatles wiederum mit dem ähnlich bahnbrechenden "Revolver", das im August 1966 erschien, nachgelegt hatten, antwortete Wilson im Oktober des Jahres mit der Single Good Vibrations. Dieses Stück, das in Sachen Studio-/Aufnahmezeit und Produktionskosten alle Maßstäbe brach, trieb nicht nur die Kunst des Overdubbings auf die Spitze und wurde quasi als Mini-Oper gefeiert, sondern stellte für Wilson auch einen kommerziellen Triumph dar, da es trotz seiner Verschachteltheit die Nummer Eins der Charts erreichte.

Hielt sich der Wettlauf zwischen Wilson und den Beatles bis dahin noch die Waage, kam dann im Juni 1967 mit dem achten Studioalbum des Liverpooler Quartetts namens "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" die Platte heraus, die nicht nur die Popmusik für alle Zeiten verändern, sondern auch Brian Wilson um den Verstand bringen sollte. Obwohl ironischerweise und eingestandenermaßen von "Pet Sounds" beeinflusst, stellte "Sgt. Pepper" mit seinem Gesamtkonzept die Essenz der Sechziger dar, was auch Wilson erkannte. So brach er der Legende zufolge die Arbeit an seinem Magnum Opus namens "Smile" ab, nachdem er den "Pepper"-Closer A Day in the Life zum ersten Mal gehört hatte. In der Folge erlitt Brian Wilson einen weiteren psychischen Zusammenbruch und verlor schlussendlich seinen Platz als Chefsongwriter der Beach Boys, die angesichts des "Smile"-Fiaskos (die bis dato erarbeiteten Stücke wurden schlichtweg als neues Albums namens "Smiley Smile" veröffentlicht) von nun an verstärkt auf leichtverdaulichere Gruppenkompositionen sowie die kreative Führung Carl Wilsons setzen sollten. In der Folge wurde Brian Wilson depressiv und drogenabhängig, verwahrloste zusehends und geriet schließlich unter den Einfluss eines zwielichtigen Psychologen, was ihn zwar teilweise wieder mehr ins Gleichgewicht (und zeitweilig zurück in die Komponistenrolle für die Beach Boys) brachte, dies aber zum Preis seiner persönlichen Kontrolle. Es sollte bis in die 1990er Jahre dauern und Wilson bis dahin das Verhältnis zu seinen Töchtern kosten, bis sich sein geistiger Zustand wieder einigermaßen erholt hatte.

Seit 1988 veröffentlicht Brian Wilson auch solo, allerdings zunächst nur bereits früher geschriebenes Material. In Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Songwritingpartner Van Dyke Parks, der schon zu "Smile"-Zeiten mit Wilson zusammengearbeitet hatte, erschien 1995 das Album "Orange Crate Art", auf dem Wilson Songs von Parks sang. 1998 folgte dann "Imagination", diesmal mit Wilsons eigenen Songs und erstmals seit Jahrzehnten wieder von Liveauftritten des unter extremen Lampenfieber leidenden Künstlers. Das über einen längeren Zeitraum hinweg entstandene "Gettin' in Over My Head" erschien 2004 unter Mithilfe von u.a. Eric Clapton, Elton John und Paul McCartney, während Wilson das Jahr 2003 mit einem historischen Projekt verbracht hatte: die Fertigstellung des unvollendeten "Smile", was schließlich im Februar 2004 veröffentlicht und ein großer Erfolg wurde. 2008 kam mit "That Lucky Old Sun" eine weitere Kollaboration mit Van Dyke Parks heraus, ein aus fünf von gesprochenen Passagen unterbrochenen Sätzen bestehendes Konzeptalbum über das Leben in Kalifornien. Brian Wilsons jüngste Veröffentlichung ist das im August 2010 erschiene "Brian Wilson Reimagines Gershwin", auf dem der mittlerweile auf die Siebzig zugehende Musiker sich den Werken des amerikanischen Komponisten George Gershwin annimmt.

Solo-Diskographie

  • 1988 Brian Wilson
  • 1995 I Just Wasn't Made for These Times
  • 1998 Imagination
  • 2000 Live at the Roxy Theatre
  • 2002 Pet Sounds Live
  • 2004 Gettin' in Over My Head
  • 2004 Smile
  • 2005 What I Really Want for Christmas
  • 2008 That Lucky Old Sun
  • 2010 Brian Wilson Reimagines Gershwin

Kollaborationen

Referenzkasten

Referenzbands

Weblinks