BluNoise

Aus indiepedia.de
BluNoise
The Finest Noise in Guitar Music Since 1945
Genres: experimenteller Noise Rock und Indie Rock
Ort: Köln, Deutschland
Aktiver Zeitraum: seit 1995
Vertriebe: Alive
Homepage: BluNoise.de

Das kleine Label BluNoise wurde Mitte der 1990er in Troisdorf gegründet und ist inzwischen nach Köln umgezogen. Unter Guido Lucas wurde es ab 1995 zum zentralen Label für experimentelle Noise-Gitarrenmusik.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als Guido Lucas, der damalige Bassist der Noiserock-Pioniere Les Hommes Qui Wear Espandrillos, 1995 anfing, im BluBox Studio als Tontechniker zu arbeiten, lag das Label BluNoise brach. Lucas übernahm das Label, kümmerte sich um bürokratische Dinge und startete mit den ersten drei Bands ULMe, Harmful und den Espandrillos selbst. Mit diesen Bands, die sich alle durch eine sehr eigenständige Herangehensweise im Feld des bislang in Deutschland unterrepräsentierten Genres des Noiserock auszeichneten, organisierte Lucas eine erste gemeinsame Tour, die durch die expressiven Liveshows für Aufsehen sorgte. Mit EFA gelangte BluNoise auch an einen Vertrieb, der eine gute Bemusterung der entsprechenden Plattenläden versprach.

Der BluNoise-Tourfahrplan von 1998

In einer zweiten Generation von Bands kamen ab etwa 1996/1997 Gruppen wie Porf, Pendikel, Mars, Blackmail, Dragster und viele weitere dazu, die nun teilweise auch auf Deutsch sangen und eine Alternative zur seinerzeit angesagten Hamburger Schule boten. (Bestes Beispiel ist der ätzende Hidden Track Tocotronic auf dem zweiten Album der Osnabrücker Noisecore-Progrocker Pendikel.) So entstand in den Medien nicht nur das Bild eines einheitlichen Labelsounds – der auch durch Guido Lucas als Produzent aller dort veröffentlichten Bands tatsächlich zustandekam – sondern auch das eines Zusammenhalts der BluNoise-Bands, den es allerdings in der Form nie gab. Durch mangelnde Organisation und Kommunikation sowie die mitunter überhöhte Eigeneinschätzung mancher Bands über ihre kommerziellen Möglichkeiten kam es nicht zu einem beständigen Bandroster oder einem gemeinsamen Auftreten der BluNoise-Bands. Eine Ausnahme war die große BluNoise-Label-Tour 1998 (siehe Bild), bei der sechs der bekanntesten Bands des Labels in unterschiedlichen Kombinationen quer durch Deutschland auf Konzertreise gingen.

Um das Jahr 2000 schließlich hatten sich viele der BluNoise-Bands wie ULMe, Dragster, Porf, Stale, Mink Stole und Pendikel wegen persönlicher Differenzen oder enttäuschter kommerzieller Erwartungen entweder aufgelöst oder verschwanden auf unbestimmte Zeit in der Versenkung. Mit Blackmail und Harmful hatten zudem zwei Zugpferde des Labels BluNoise in Richtung Majorlabel verlassen. Zudem musste EFA Insolvenz anmelden, so dass BluNoise zwischenzeitlich ohne Vertrieb dastand.

BluNoise wechselte schließlich den Standort von Troisdorf nach Köln, fand mit Alive einen neuen Vertrieb und konnte sich mit neuen Bands wie Nicoffeine, Mouth, International Friendship Society und Reaktivierten wie Pendikel wieder aufbauen. Einen guten Überblick über Aufstieg, Niedergang und Wiederbelebung des Labels bietet Soheyl Nassarys (u.a. Nicoffeine) filmische Dokumentation "BluNoise Records. Portrait of an Independent Music Label" von 2006, auf der neben Guido Lucas auch Protagonisten von BluNoise-Bands wie Jörg A. Schneider (LHQWE), Carsten Sandkämper (Pendikel), Kurt Ebelhäuser (Blackmail, Scumbucket) und Aren Emirze (Harmful) zu Wort kommen.

Im Oktober 2011 feierten bluNoise Records ihr sechzehnjähriges Bestehen mit dem zweitägigen "bluNoise fest" in Köln, bei dem Neume, Pendikel, Chateau Laut, Jealousy Mountain Duo, Mouth, Zimt, Clarkys Bacon, Grant National und Nicoffeine zu Ehren von Guido Lucas' Unternehmen aufspielten.

Band-Roster

Frühere Bands

Label-Kompilationen

Referenzen

Adresse

bluNoise Rec.
Im NORMAL Plattenladen
Vogteistraße 18
50670 Köln

Links

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Inhalt
Bilder
Werkzeuge