Bettina Köster

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Bettina Köster
Bettina Köster 1979 links
Bettina Köster 1979 links
Herkunft: Deutschland
Geboren: 15. Juni 1959
Aktiver Zeitraum: seit 1978
Genres: Avantgarde
Instrumente: Gesang, Saxophon
Bands:
DIN A Testbild, Mania D, Liebesgier, Malaria!, Nachdenkliche Wehrpflichtige, Autonervous


Bettina Köster ist Saxophonspielerin, Sängerin, Komponistin, Textdichterin und Produzentin. Sie gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Berliner Underground Szene Ende der Siebziger Jahre. Köster studierte ab 1978 an der Berliner Hochschule der Künste. Im Mai 1979 gründete sie mit Karin Luner, Beate Bartel, Eva Gössling und Gudrun Gut Mania D, eine vielbeachtete all-girl-band, die im Herbst 1979 in New York bei Arleen Schloss A`s und im Tier3 spielte. Zeitgleich eröffnete Köster zusammen mit Gudrun Gut den ersten urbanen Konzeptstore Eisengrau, der sich schnell zum lokalen und internationalen Szene-Treffpunkt entwickelte. Eisengrau zeigte selbst gestaltete Underground Mode, Ausstellungen und Super 8-Filme und Underground Magazine. Zudem war Eisengrau ein Medium/Kassettenlabel für experimentelle Musik, die Musiker bzw. Geniale Diletanten den Plattenfirmen nicht anbieten wollten.

John Peel bezeichnete 1981 ManiaD als seine “Queens of Noise“ und ernannte “track 4” in seiner Radio-Show zur Single des Jahres. Bereits 1981 löste sich ManiaD auf. Köster gründete mit Gudrun Gut die international agierende all-girl-band Malaria!, die Kult-Status erreichte. Sie spielten mit Nina Hagen im Studio 54 und im Mudd Club mit John Cale, gingen mit “Siouxsie and the Banshees“, “New Order“ und “The Birthday Party“ auf Tournee wo sie in der New Yorker “Danceteria“ , im Pariser “Les Bains Douches“, im Londoner “Bat Cave“ und immer wieder im SO36 in Kreuzberg/Berlin spielten. Köster beeinflusste junge Girl-Bands, wie beispielsweise “Chicks on Speed“, die eine Coverversion von Malaria's 1981 Hit "Kaltes Klares Wasser", deren Textdichterin Köster ist, publizierten.

Film und Literatur

Gelangweilt von den Ansprüchen der Musikindustrie nach Mainstream Kompositionen zog sich Köster 1983 zurück und lebte bis 2001 in New York City. 1997 komponierte sie die Filmmusik für den Film "Peppermills" an dessen Drehbuch sie mitarbeitete und in dem sie als "Pfeffermühlen-Entführerin" auftritt. "Peppermills" gewann 1998 auf der Berlinale den Teddy Award in der Kategorie “Bester Kurzfilm“. Regie führte die Schweizerin Isabell Hegener, deren 2004 publizierten Dokumentarfilm "Burma: Anatomy of Terror" Köster mit produzierte. Bei der Recherche zum Film über Burma stieß Köster auf “Olive Yang“, die erste Drogenprinzessin, auch "miss hairy legs" genannt. Aus dieser Begegnung entstand zusammen mit dem Autor Martin Schacht der Thriller “Mandalay Moon”, erschienen bei Rowohlt.

  • Stars in Heaven, Martin Schmitz Verlag 1994, ISBN-10: 3927795127
  • Peppermills, Kurzfilm, 1998 Berlinale Teddy Award
  • Burma: Anatomy of Terror, Dokumentarfilm, 2004
  • Mandalay Moon, Rowohlt 2007, ISBN-10: 3499243628

Zurück zur Musik

2005 tauchte Köster im Vorprogramm von The Vanishing wieder auf, bei dem ihr Supportauftritt mehr zu einer Performance zusammen mit Vanishing-Sängerin Jessie Evans wurde, wobei beide Saxophon spielten. Hieraus entstand die Band Autonervous, die 2006 ihr erstes Album veröffentlichte. 2009 publizierte Köster das Album "Queen of Noise" beim Wiener Assinela Label. Zusammen mit der Schlagzeugerin Ines Perschy spielt Köster in Clubs und auf Festivals in ganz Europa. Bettina Köster lebt in Süditalien.

Trivia

Diskographie

  • 1980: Track 4, ManiaD, Monogam
  • 1980: ManiaD Live in Düsseldorf & SO36, Eisengrau
  • 1980: White Christmas, Liebesgier, Marat Records (7")
  • 1981: Malaria (12")
  • 1981: How Do You Like My New Dog? (7")
  • 1982: Emotion (LP)
  • 1982: New York Passage (12")
  • 1982: White Water (12")
  • 1983: Revisited - Live (Kassette)
  • 1984: Beat The Distance (12")
  • 1991: Compiled (CD)
  • 1991: Kaltes Klares Wasser (CDM)
  • 1992: Elation (CDM)
  • 1993: Cheerio (CD)
  • 2001: Compiled 1981-1984 (CD)
  • 2001: Versus EP (12")
  • 2002: Jürgen Teipel, Frank Fenstermacher: Verschwende Deine Jugend. Punk und New Wave in Deutschland, Track 22, Universal Musik
  • 2006: Autonervous, (CD) mit Jesse Evans
  • 2009: Queen of Noise, (CD) Asinella Records

Gastmuskerin

  • 1980: Chaos-> Sehnsucht/Energie, Einstürzende Neubauten, Kasette Eisengrau
  • 2008: Kaputt, aber glücklich. Kaputte Elefanten, (CD) Asinella Records, Wien, AR07

Compilation

  • 2004: Berlin Insane, (CD), Pale 02, Berlin
  • 2004: Berlin Insane II, (CD), Pale 06, Berlin
  • 2009: Three,( CD) Penny-Ante Editions, US, PA-003

Referenzen

Weblinks

Einflüsse