Bastard Pop

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abgrenzung
Ursprünge: Electronica, Sampling, DJs
Herkunft: weltweites Internet-Phänomen
Zeitraum: von 2000 bis jetzt
Anders als:

Bastard Pop (auch Mash-up, Bootleg oder Cut-ups genannt) ist ein Musikgenre, bei dem Stücke von zwei oder mehr Interpreten in einen Track zusammengemischt werden. Dazu werden meist die Gesangsspur eines Titels und die Instrumentalspuren eines anderen Titels verwendet. Für Mash-ups werden ausschließlich 3rd-Party-Elemente verwendet. Aus dem Mashup unterschiedlicher Songs entsteht somit ein eigener dritter Song, der oftmals Elemente völlig unterschiedlicher Musikrichtungen in Einklang bringt: So singt Christina Aguilera ihr Genie In A Bottle über Hard To Explain der Strokes (Bootleg-Titel A Stroke Of Genie-us von Freelance Hellraiser) oder Nirvana werden mit Destiny's Child vermischt. Unter Bastard Pop verstand man im Ursprung das Zusammenlegen (mindestens) zweier (Original-)Musiken, die nur mittels Loops oder Tempoveränderungen beeinflusst werden dürfen. In diesem Sinne gibt es Mash-Ups, die funktionieren und solche, die nicht funktionieren. Ein Mash-Up kann bereits erreicht werden, indem zwei Musikstücke auf zwei Reitern eines Browsers nebeneinander abgespielt werden. Ein konturhaftes Thema mit einem anderen konturhaften Thema zusammenzulegen ist weniger vielversprechend, als ein Bordunstück mit einem Popsong.

Da die Songs rechtlich dafür freigegeben werden müssten, befindet sich Bastard-Pop eigentlich immer in einem rechtsfreien Bereich, da die DJs und Bastler nicht die finanziellen Mittel haben, sich die teuren Lizenzen für eine Freigabe eines Hits zu erkaufen und vom geltenden Copyright bedroht sind, soweit keine Schöpfungshöhe nachgewiesen wird. Als Folge davon erscheinen Bastard-Pop-Tracks als White Label illegal und nicht offiziell von einer Plattenfirma herausgebracht oder gar käuflich zu erwerben. Zumeist findet die Verbreitung über den direkten Versand an DJs statt oder gleich über das Internet.

Bei bestimmten Bastard-Pop-Musikern war das Raunen im Untergrund so groß, dass sich eine Plattenfirma der Musiker annahm und die Rechte für einen kommerziellen Release klärte. Unter anderem Richard X und 2 Many DJs sind aus dem illegalen Untergrund zu offiziellen Veröffentlichungen gewechselt. 'As heard on Radio Soulwax Part 2' von 2 Many DJs (= Soulwax) verkaufte sich über 300.000 mal, die Sugarbabes coverten sozusagen einen Bastard-Pop selbst (Freak Like Me, ursprünglicher Bootlegtitel We Don't Give A Damn About Our Friends von den Girls On Top (Richard X)), erreichten mit dem Cover des Bastard-Pop aus dem frühen Electroklassiker Tubeways Armys Are Friends Electric und Adina Howards R&B-Song Freak Like Me Platz 1 der britischen Singlecharts und revitalisierten damit ihre zu diesem Zeitpunkt am Boden liegende Karriere.

Die Blütezeit des Bastard-Pop waren die Jahre 2000 – 2003. MTV hatte sogar eine eigene Sendung, die nur Bastard-Pop-Tracks spielte.

Vorläufer

Frank Zappa entwickelte in den 70ern die Technik der Xenochronie: ein Gitarrensolo wurde aus seinem Originalkontext extrahiert und in einen komplett anderen Song integriert (z.B. der Titelsong von Joe's Garage). The KLF verwendeten schon Ende der 1980er Samples mit ungeklärten Rechten. Als Pioniere des Sampling in der Populären Musik der 80er sind auch Coldcut Vorläufer. Mitte der 1990er kombinierten Evolution Control Committee in ihren Whipped Cream Mixes Public-Enemy-A-capellas mit Instrumentals von Herb Alpert and the Tijuana Brass. Auf Eminems Slim Shady LP kombinierte er seine A-capellas mit der Musik von AC/DC und Vanilla Ice.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Musiker:

Wichtige Alben:

Wichtige Songs

Wichtige Compilations

  • 2002 Mixed Bizness
  • 2001/2002 2 Many DJs - As heard on Radio Soulwax Part 1/2/3/4