Asmus Tietchens

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Asmus Tietchens (*1947 in Hamburg) ist Musiker und Komponist im Bereich der experimentellen elektronischen Musik in Hamburg. Seine Musik ist zum Teil auch dem Noise und Industrial zuzuordnen. Tietchens ist außerdem Moderator für Radio Gagarin, einer Sendung des Freien Sender Kombinats Hamburg. Von 1989 bis 2009 lehrte er Klangforschung und Sounddesign an der HAW Hamburg, von 2010 bis 2013 Sounddesign an der HFBK in Hamburg.

Hintergrund

Als Kind hörte Asmus Tietchens Mitte der 1950er Jahre Musique concrète im Radio:

Sogenannte Ernste Musik hörte ich zum erstenmal mit sieben Jahren (1954). Zu der Zeit spielten bundesdeutsche Radiosender viel Zeug, das im Studio für Elektronische Musik in Köln produziert wurde. Mitte der 1950er Jahre war das sehr angesagt.[1]

Seit 1965 experimentierte er zunächst mit Verdichtungen von Tapeloops an einem Tonbandgerät, Rhythmusmaschinen und Sinustongeneratoren[2][3], 1971 kam ein Minimoog hinzu. Zumeist bestehen seine Stücke aus Bearbeitungen von Umweltgeräuschen, Verfremdungen und Dekontextualisierungen[4] kommen in ruhigeren Flächenbearbeitungen zum Einsatz. Zu seiner musikalischen Sozialisation nimmt Asmus Tietchens wie folgt Stellung: "No studies, no academic education no scholarships just pure learning by doing = self-taught appropriation of creative skills and handling of analogue and digital studio technology."[5] Seit 1975 ist Tietchens freier Musiker, er selbst verortet sich im Bereich der Elektroakustischen Musik.[6] 1980 veröffentlicht er sein erstes Soloalbum, das von Peter Baumann (Tangerine Dream) produziert wird. Seit 1982 beschäftigt er sich mit Industrial, mit Formen letzter Hausmusik erscheint 1984 das für ihn stilweisende Album mit deutlichen Industrial-Einflüssen. In einem Interview 1995 lehnt er die zu der Zeit populäre New-Age-Bewegung ab.[7]

Studie für Klavier (1984)

"With strong ties to Karlheinz Stockhausen's early electronic work, Tietchens specializes in irregular patterns of sonic abstractions that are suspended in gray drones to create cold textural voids from external references."[8]

  • Unter dem Pseudonym Hematic Sunsets produziert Asmus Tietchens hauptsächlich Lounge in Form von Swingparodien:

Hinterzimmer ohne Fenster (1998)

Bei seinen Alben handelt es sich zum Teil um thematisch konzeptualisierte Dokumente seiner Arbeit als Klangforscher, so zum Beispiel zu Wasser als Klangmaterial (Serie der Seuchengebiete seit 1985), Stimmen oder „manuell am Tonkopf vorbeigezogene Tonbänder (Daseinsverfehlung, 1992)“.[9] 1986 und 1991 unternahm Tietchens auf Einladung des Goethe-Instituts Lehrreisen nach Südamerika. Er war außerdem Mitglied der US-Kult-Noise-Rock-Band Doc Wör Mirran. Zur Zeit ist er an den Projekten Kontakt der Jünglinge (mit Thomas Köner), Liliental sowie den Spiders on Phasing beteiligt und spielt im Duo mit Vidna Obmana.

Zusammenarbeiten, Pseudonyme

Mit Kouhei Matsunaga, Dieter Möbius, Richard Chartier, Jon Mueller, Okko Becker, Jetzmann, TBC, Arcane Device, Thomas Köner, Xyramat, Vidna Obmana, Felix Kubin, Robert Rutman, Achim Wollscheid, Terry Burrows, Frans de Waard, Giancarlo Toniutti, Bernhard Günter, PBK, C.V. Liquidsky, PGR, Merzbow, Die Form, Liliental

Weitere Pseudonyme sind: Achim Stutessen, Assistent Meusch, Club Of Rome, Hans Tim Cessteu, Hematic Sunsets, Mischa Suttense, Sam 'The Cute' Sins, Stu 'Snatch' Seemi, Tina Tuschemess, Tussi Schemante.

Siehe auch

Elektronische Musik, Algorithmische Komposition, Industrial, Swing, Noise, Noiserock

Diskografie

  • Komplette Diskografie [6] bei Discogs, die Seite listet allein 67 Alben.

Literatur

Kai U. Jürgens (Hrsg.): Monographie Asmus Tietchens. Bochum: Verlag Auf Abwegen, 1999; erweiterte Neuausgabe mit allen Essays von Tietchens und der CD Verstreutes 2. Köln/Kiel 2006[10]

Einzelnachweise

  1. I listened to so called serious Electronic Music for the first time when I was 7 years old (1954). At that time German broadcasting stations played a lot of stuff produced at the Studio für Elektronische Musik in Cologne. It was very fashionable in the mid 50s., Brian Duguid – An interview with Asmus Tietchens: Absolute Music. Music shall be no more than itself. (1995) [1] bei Media.hyperreal.org
  2. Biography [2] bei Auf Abwegen
  3. Beim ersten Equipment handelte es sich um eine Revox A177, eine billige Gitarre und ein einfaches Philips-Hallgerät, Brian Duguid (1995), Anm. oben
  4. Artikel Asmus Tietchens [3] bei der de.wiki
  5. Biography bei Auf Abwegen, Anm. oben
  6. ebd.
  7. Brian Duguid, Anm. oben
  8. Profil [4] bei Discogs
  9. Asmus Tietchens bei der de.wiki, Anm. oben
  10. Monographie [5] bei Verlag-Ludwig.de

Weblinks

  • Homepage [7] bei Tietchens.de
  • "I'm probably not curious enough": Hans-Joachim Roedelius talks to Asmus Tietchens (2013) [8] bei Electronic Beats.net

Links im Juli 2017.