American Recordings

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American Recordings
Genres: Rock, Metal, Hip Hop, Post-Hardcore, Country
Ort: Los Angeles, Kalifornien
Aktiver Zeitraum: seit 1988 (als Def American, bis 1993)
Vertriebe: Universal
Homepage: RepublicRecords.com

American Recordings ist ein US-Plattenlabel, das 1988 unter dem Namen Def American vom vormaligen Def Jam-Mitgründer Rick Rubin gegründet wurde, nachdem dieser seine Geschäftsbeziehung mit Russell Simmons aufgelöst hatte. 1993 wurde der Name in American Recordings geändert. Das Label hat eine Vielzahl erfolgreicher Aufnahmen veröffentlicht, darunter Alben von Slayer, Danzig, Black Crowes und Johnny Cash. Es wird heute von Universal vertrieben.

Geschichte

Nachdem er zusammen mit Russell Simmons bereits mit der Gründung des ersten kommerziell wie künstlerisch bedeutsamen Crossover-Labels Def Jam Bahnbrechendes auf dem Musiksektor geleistet hatte, fand sich Produzent Rick Rubin im Jahr 1988 in der Situation wieder, aus dem Vorsitz seiner eigenen Plattenfirma ausgebootet zu werden. Als Reaktion verließ er Def Jam, um fortan mit Def American Recordings auf eigene Faust weiterzumachen. Entscheidende Starthilfe leisteten dabei die wegweisenden Thrash Metal-Ikonen von Slayer, deren auf Def American veröffentlichtes Album "Reign in Blood" (noch mit Def Jam-Label auf dem Cover) zu den wichtigsten und einflussreichsten Metal-Releases aller Zeiten gehört. Daneben erschienen ebenfalls überaus erfolgreiche Alben der Neo-Southern Rock-Abräumer der Black Crowes ("Shake Your Money Maker" von 1990 sowie "The Southern Harmony and Musical Companion" von 1992, beide mehrfach mit Platin ausgezeichnet), von Ex-Misfits-Sänger Danzig sowie dem HipHop-Star Sir Mix-A-Lot (Baby Got Back). Diese finanziellen Erfolge ermöglichten auch die Signings weniger massentauglicher Acts wie The Jesus & Mary Chain, Barkmarket oder Stereolab.

Als Rubin der Legende nach das Wort "def" in einem Wörterbuch fand, sei er zu der Überzeugung gekommen, es sei als Labelname nicht mehr cool genug, so dass ab 1993 die Plattenfirma nur noch als American Recordings bekannt war. Eines der ersten Signings war die damals sich nicht auf der Höhe ihres Erfolges befindliche Country-Legende Johnny Cash, und das von Rubin produzierte Comeback-Album des "man in black" mit auf ihr Wesentliches reduzierten Songs trug dann auch den Titel "American Recordings". Die Platte bescherte Cash enormen Erfolg bei Kritik und Käufern, etablierte den Musiker endgültig als Referenz auch für den Alternative-Nachwuchs und zog noch vier weitere Alben in der "American Recordings"-Serie nach sich. Im weiteren Verlauf der 1990er erschienen unter anderem Alben von MC 900 Ft. Jesus ("One Step Ahead of the Spider", 1994), The Jayhawks, Ex-Pixies-Sänger Frank Black, Thee Hypnotics, Skinny Puppy, Pete Droge oder auch Wesley Willis. An nichtamerikanischen Acts wurden in dieser Zeit u.a. Fireside und The (International) Noise Conspiracy (aus Schweden) sowie Mouse on Mars (aus Deutschland) unter Vertrag genommen; eine Zeitlang war das Label auch für den Vertrieb von Too Pure verantwortlich und betrieb einige Sublabels wie Onion Labels, Ill Records oder Infinite Zero, das Rubin zusammen mit Henry Rollins ins Leben rief, um dort unkommerzielle oder auch klassische Post-Punk-Bands wie Devo, Flipper, The Contortions oder Gang of Four zu veröffentlichen. (Mit dem Übergang zu Warner 1997 endeten diese Experimente jedoch, die erschienenen Platten wurden nicht wieder aufgelegt.) Mit System of a Down gelang American zu Beginn der 2000er dann noch einmal ein großer kommerzieller wie musikalischer Erfolg, die Balkan-Punks von Gogol Bordello brachten es zumindest zu Hipster- und Madonna-Lieblingen. Daneben sind Acts wie Slayer oder The Jayhawks dem Label über die Jahre treu geblieben und sorgten entsprechend für geregeltes Einkommen.

Nachdem (Def) American zunächst von Warner vertrieben worden war, übernahm von 1997 bis 2001 zunächst Columbia diese Aufgabe, bis es von Universal aufgekauft wurde. 2005 kehrten die Vertriebsrechte erneut zu Warner zurück; 2007 wurde dann nach einem Rechtsstreit der Backkatalog vom seinerzeit aktuellen Labelroster getrennt, wobei Warner die klassischen American-Acts behielt, während Rubin im Zuge der Annahme seiner Position als Co-Chairman von Columbia die aktuellen Bands und Künstler mit zu Sony BMG nahm. 2012 verließ Rubin Sony Music Entertainment und wechselte mitsamt seiner betreuten Acts zu Universal Republic Records (heute nur noch Republic Records), wo seitdem unter anderem Releases von ZZ Top und The Avett Brothers erschienen sind.

Trivia

  • Das Labellogo ist eine auf dem Kopf stehende US-Flagge.

Weblinks