Allen Ginsberg

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Allen Ginsberg

Irwin Allen Ginsberg (geboren am 3. Juni 1926 in Paterson, New Jersey (USA), gestorben 5. April 1997 in New York) war ein US-amerikanischer Beat-Poet. Bekannt wurde er durch sein Gedicht Howl (Geheul).

Biographie

Allen Ginsberg wurde als zweiter Sohn ostpolnisch-jüdischer Eltern geboren, die als junge Erwachsene in die USA immigrierten. Sein Vater war Lehrer und Poet, seine Mutter marxistische Politaktivistin. Auf Wunsch seines Vaters studierte er ab 1943 Jura an der Columbia University in New York, wechselte später zu Literatur. Hier lernte er Lucian Carr kennen, der ihn wiederum mit Jack Kerouac, William S. Burroughs und Neal Cassedy bekannt machte. 1945 fing er ernsthaft mit Schreiben an, zu dieser Zeit sammelte er auch seine ersten Erfahrungen mit Drogen und Homosexualität. 1949 bekam er seinen Abschluss. Bis Mitte der 50er Jahre ging er diversen Tätigkeiten nach, darunter Matrose, Redaktionsassistent, Markt- & Meinungsforscher.

1954 lernte er Peter Orlovsky kennen, der bis zu seinem Tod sein Geliebter war. Bis dahin wurde Ginsberg nur als ein Anhängling von Burroughs und Kerouac gesehen. Das änderte sich, als er am 7. Oktober 1955 in der Six Gallery Abschnitte aus seinem neuen Gedicht Howl vortrug. Diese leidenschaftliche, aufmüpfige Kritik gegen die amerikanische Kultur, das als eine Art Beat-Manifest vorgetragen wurde, wurde sofort zur Sensation. 1956 erschien beim lokalen City Light Buchladen sein erster Gedichtband Howl & other Poems. Der Band wurde wegen angeblicher Obszönität verboten und der Verleger Lawrence Ferlinghetti wurde verhaftet. Es beginnt ein Kampf um künstlerische Freiheit, endet mit Freispruch und macht den Band, seinen Autor und die Beat Generation insgesamt mit einem Schlag weltbekannt.

Um dem Medienrummel um die Beat Generation zu entfliehen, machte er von 1961 bis 1963 eine Weltreise von New York über Tanger und Kenya nach Indien, verbleibt dort 18 Monate in Varanasi. Anschließend fuhr er weiter über Angkor Vat, Saigon und Honkong nach Japan und endlich nach San Francisco.

Zurück in den USA schlug er eine Brücke von der Beat Bewegung der 50er Jahre zu den Hippies der 60er Jahre und ist u.a. befreundet mit Timothy Leary, Gregory Corso, Ken Kesey, Bob Kaufman, Herbert Huncke, Rod McKuen und Bob Dylan. Er nam auch an zahllosen Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg teil.

1972 trat er formell zum Buddhismus über. 1974 bekam er den National Book Award für sein Gedichtband The Fall of America: Poems of These States. Er hielt Vorlesungen und war bis 1983 Direktor an der Kerouac School.

Am 5. April 1997 starb Allen Ginsberg an Leberkrebs. Auf eigenen Wunsch hin wurde sein Begräbnis nach jüdischem und buddhistischem Ritus durchgeführt.

Veröffentlichungen

Bücher / Gedichtbände

  • Howl (Das Geheul)
  • Kaddish
  • T.V. Baley Poems
  • Planet News
  • Indian Journals
  • The Fall of America
  • Gärten der Erinnerung
  • Jukebox. Elegien. Gedichte aus einem Vierteljahrhundert

Tonträger

Ginsberg veröffentlichte mehrere Tondokumente, auf denen er seine Gedichte vorträgt, außerdem eine CD mit Philip Glass am Keyboard, Lenny Kaye am Bass und Paul McCartney an Gitarre, Orgel und Schlagzeug. US-Independent-Regisseur Gus Van Sant erstellte zum Song The Ballad of the Skeletons einen Videoclip. Desweiteren gibt es Aufnahmen mit Bob Dylan, John Lennon, Leonard Cohen, The Clash und Cornershop

Kompilationsbeiträge

Trivia