NME
Der New Musical Express ist ein wöchentlich in Großbritannien erscheinendes Musikmagazin und wahrscheinlich die wichtigste Zeitschrift über Popularmusik weltweit. Bekannt wie berüchtigt – je nach Perspektive – ist der NME insbesondere für die Begeisterung, die er unbekannten Acts zu teil werden lässt: Hype. Eine der wichtigsten Errungenschaften des NME war die "Erfindung" der britischen Single-Charts.
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Geschichte
Der NME ist am 14. November 1952 aus den Überresten des Musical Express entstanden und erfand bereits in seinem ersten Jahr die britischen Single-Charts, die aus einer Top 12 bestand. Über Jahrzehnte war der NME der Hauptkonkurrent des ebenfalls wöchentlich erscheinenden, älteren Melody Maker. Ein Kampf, den der NME gewann: 2000 ging der Melody Maker, nun schon seit Jahren vom gleichen Mutterhaus IPC veröffentlicht, im NME auf.
Schwierige Jahre hatte der NME in den späten 60ern zu überstehen und stand 1972 kurz vor seiner Beerdigung durch die neuen Eigner IPC. Vor dem Abgrund stehend änderte der NME seine Richtung und gewann im Prinzip die Eigenschaften, die ihn bis heute unverwechselbar machen hinzu: er wurde radikaler, zynischer, entschiedener, meinungslastiger und letztendlich -formend. Entscheidend für diese Entwicklung waren die aus dem Underground herangezogenen, heute legendären Journalisten Nick Kent und Charles Shaar Murray. Im Zuge der Punkexplosion waren insbesondere die nächste Generation von NME-Journalisten um Tony Parsons und Julie Burchill prägend, aufgrund derer der NME bei der wichtigsten musikalischen Entwicklung der letzten 30 Jahre auf der Höhe der Zeit war.
Auch in den folgenden Jahren waren im NME-Team immer wieder bemerkenswerte Musikjournalisten wie Steven Wells, Johnny Cigarettes oder Steve Lamacq. Aus der aktuellen NME-Mannschaft sind sicherlich Mark Beaumont und Peter Robinson hervorzuheben. Selbst spätere Rockstars wie Bob Geldof und Chrissie Hynde begannen ihre Karriere als NME-Journalisten.
Besonderheiten des NME
- von vielen wurde die „8 out of 10“-Bewertung des NME übernommen, also die Angabe der Güte eine Platte auf einer Skala von 0 bis 10
- in der Double Issue zu Weihnachten findet das berüchtigte Pub Golf des NME statt: hier zieht ein NME-Journalist mit einigen ausgewählten Indiestars durch die Kneipen Londons und sie bestreiten zusammen Geschicklichkeits- und Trinkspiele.
- relativ eigen ist auch der Umgang auf der Leserbriefseite. Der NME ist nicht gerade zimperlich im Bloßstellen des eigenen Lesers, wenn er dessen Meinung nicht unterstützt.
- seit 1953 verleiht der ME alljährlich die Shockwaves NME Awards
Jahrescharts etc.
Jahrescharts: Schnellüberblick über die Gewinner
"Rekordgewinner" in den Jahrescharts des NME sind Public Enemy (1987 und 1988) und Bob Dylan (1975, 1976) mit je zwei Trophäen bei den Alben sowie Prince, der als einziger bisher zweimal die Auszeichnung für "beste Single des Jahres" nach Hause nehmen durfte (Sign O' The Times, 1987, und Kiss, 1986).
Das Double, also Gewinn von bestem Album und bester Single im gleichen Jahr, gelang ´vier Künstlern: wiederum Prince (& The Generation) im Jahr 1986 (Album: Parade, Single: Kiss), Joy Division 1980 (Album: Closer, Single: Love Will Tear Us Apart) und jüngst sowohl den Klaxons (Album: Myths of the Near Future, Single: Golden Skans) und MGMT (Album: Oracular Spectacular, Single: Kids).